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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen, treu sein

     

  • 2009

  • Feierliche Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises für das Jahr 2009

    Am 18. Dezember 2009 in Berlin findet feierliche Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises für das Jahr 2009 mit der Teilnahme der deutschen und polnischen Außenminister, R. Sikorski und G. Westerwelle statt.

    Der Deutsch-Polnische Preis für das Jahr 2009 wird verliehen an die polnische Literaturübersetzerin Małgorzata Łukasiewicz und den deutschen Literaturübersetzer Karl Dedecius. Der Sonderpreis für das Jahr 2009 wird verliehen an den ehemaligen Staatspräsidenten der Republik Polen, Lech Wałęsa und Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker.

    Senat-Marschall Bogdan Borusewicz mit der Rainer-Hildebrandt-Medaille geehrt

    Am 10. Dezember 2009 im Museum am Checkpoint Charlie in Berlin wurde Herr Senat-Marschall B. Borusewicz mit der Rainer-Hildebrandt-Medaille für sein besonderes Engagement für Menschenrechte und den Beitrag zum Kampf für die Freiheit ausgezeichnet.

    Die Laudatio auf B. Borusewicz hielt die ehemalige Bundestagspräsidentin R. Süssmuth, die sein Engagement für Menschenrechte und Freiheit betonte. Es wurden auch die Fragmente der Dokumentarfilme mit der Teilnahme von B. Borusewicz sowie die Weihnachtsansprache von US-Präsident R. Reagan, die vor allem Polen gewidmet war, gezeigt.

    Wissenschaftlicher Förderpreis 2009 des Botschafters der Republik Polen zu deutsch-polnischen Themen verliehen

    Am 7. Dezember 2009 wurde im Rahmen einer Feierstunde an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) der wissenschaftliche Förderpreis 2009 des Botschafters der Republik Polen verliehen.

    Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird jährlich für herausragende innovative Dissertationen und Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zur polnischen Geschichte und Kultur sowie den deutsch-polnischen Beziehungen verliehen und dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und des Dialogs. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus deutschen und polnischen Geistes- und Sozialwissenschaftlern.

    „Die Jury bewertete das Niveau und den thematischen Anspruch der Arbeiten als ausgesprochen hoch", betonte der Botschafter M. Prawda im Rahmen der Verleihung und lobte die gute Kooperation mit dem in Berlin ansässigen Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

    Preise und Auszeichnungen:

    Förderpreis in der Kategorie Dissertation

    Ruth Seehaber: Die „polnische Schule". Befragung eines musikhistorischen Topos (Dissertation, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2008)

    Förderpreis in der Kategorie Abschlussarbeit

    Ines Katharina Steger: Litwa - ojczyzna moja? Sprache und Identität dreier Generationen polnischsprachiger Bewohner von Vilnius (Magisterarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, 2009)

    Auszeichnungen in der Kategorie Dissertation

    Ewa Bacia: Das Demokratieverständnis in postsozialistischen Regionen Europas. Ein Vergleich des Sozialkapitals in Brandenburg und Podlasie (Dissertation, Freie Universität Berlin, 2008)

    Błażej Białkowski: Utopie einer besseren Tyrannis. Deutsche Historiker an der Reichsuniversität Posen (1941-1945) (Dissertation, Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/ Oder 2009)

    Auszeichnungen in der Kategorie Abschlussarbeit

    Torsten Menzel: Kleinere und mittlere Bauunternehmen als Beispiel für grenznahe Wirtschaftsintegration an der ehemaligen EU-Außengrenze zwischen Sachsen und der Woiwodschaft Niederschlesien (BA-Arbeit, Technische Universität Chemnitz, 2009)

    Agnieszka Wierzcholska: Die jiddische Presse in Paris in den 1920er und 1930er Jahren (Magisterarbeit, Freie Universität Berlin, 2009)

    Der ehemalige Ministerpräsident Polens Tadeusz Mazowiecki mit dem Viadrina-Preis 2009 geehrt

    Am 30. November 2009 erhielt der ehemalige Ministerpräsident Polens T. Mazowiecki den Viadrina-Preis 2009 für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung. Die Preisverleihung fiel mit dem 20. Jahrestag der historischen Hl. Messe in Kreisau zusammen, an der der deutsche Bundeskanzler H. Kohl und der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Polens T. Mazowiecki teilnahmen und die einen neuen Anfang in den deutsch-polnischen Beziehungen begründete. Die Laudatio auf T. Mazowiecki hielt Marcus Meckel, der DDR-Oppositionelle und der langjährige Bundestagsabgeordnete.

    Die Laudatio von Marcus Meckel:

    Meine Damen und Herren,

    Verehrter Herr Ministerpräsident und Preisträger ,

    Lieber Tadeusz Mazowiecki,

    Vor wenigen Wochen waren wir zusammen in Kreisau und haben dort bei einer Veranstaltung des 20. Jahrestages der Versöhnungsmesse gedacht, in der Sie mit dem damaligen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wenige Tage nach dem Fall der Mauer das Zeichen der Versöhnung tauschten.

    Dieses Bild markiert - ähnlich wie der Kniefall Willy Brandts fast zwanzig Jahre vorher - einen Höhepunkt in der deutsch-polnischen Versöhnungsgeschichte, und zwar 50 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen und all den Schrecken, die darauf folgten. Sie haben das als Junge schon bewusst erlebt.

    Die Veränderungen, die das ermöglichten, gingen diesmal jedoch von Polen aus  und Sie, Herr Mazowiecki, haben ganz wesentlich dazu beigetragen. Sie wurden wenige Monate zuvor zum ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten im  noch kommunistischen Teil Europas gewählt. Das war ein Dammbruch, ein Sieg der Freiheit, den der Kommunismus nicht überlebte.

    Wir haben in diesem Jahr in vielfältiger Weise dieser 20-Jahrestage gedacht und dabei wurde anders als vor 10 Jahren glücklicherweise meist auch zum Ausdruck gebracht, dass die Mauer in einer friedlichen Revolution gefallen ist und diese Revolution trotz ihrer langen Vorgeschichte in der Opposition in der DDR eben nicht nur ein deutsches Ereignis war. Sie gehört in den Zusammenhang der Umbrüche, die in Polen und Ungarn ihren Anfang nahmen. Deshalb muss in Zukunft die Darstellung dieser mitteleuropäischen Zusammengehörigkeit konstitutiver Bestandteil jeder öffentlichen Erinnerung an den Fall der Mauer sein!

    Allein Ihre Rolle in dieser Zeit vor 20 Jahren und die Unterstützung der deutschen Einheit durch Ihre Regierung rechtfertigt vollauf die heutige Verleihung des Viadrina-Preises an Sie, lieber Tadeusz Mazowiecki.

    Und doch gibt es noch weit mehr Gründe dafür!

    Da ist der überzeugte Christ, der seinem Glauben bis heute durch sein öffentliches Auftreten Ausdruck verleiht und schon in ganz jungen Jahren durch sein gesellschaftliches Engagement dem Reich der Lüge Glaubwürdigkeit und Wahrheit entgegenstellt. Sein Weg führt ihn immer an die Seite derer, die -  wie er selbst -  für die Freiheit und die Würde des Menschen, für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit ihres Volkes kämpfen. Die Geschichte der Solidarnosc kann ohne Tadeusz Mazowiecki nicht geschrieben werden!

    Da ist der Publizist, der auch in schwierigsten Zeiten des Kommunismus den höchsten Ansprüchen des Journalismus genügte und mit Sachlichkeit, Tiefgang und Differenzierung öffentliche Debatten anstößt und prägt. Solch Journalismus ist noch heute -  in Zeiten der Demokratie - eine Seltenheit und Maßstab gebend!

    Da ist der jahrzehntelange Arbeiter an einem glaubwürdigen Versöhnungsprozess zwischen Polen und Deutschland,

    da ist der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident und

    der glühende und zugleich kritische Europäer.

    Auf diese zuletzt genannten drei Dimensionen Ihres Wirkens möchte ich näher eingehen.

    1. Ihre ersten Aktivitäten für den polnisch-deutschen Versöhnungsprozess reichen schon ein halbes Jahrhundert zurück. Dieses Thema hat Ihr ganzes Leben wesentlich mitbestimmt. Dabei war von Anfang an klar, dass es hier nicht um eine billige Versöhnung gehen kann, sie musste auf Wahrheit, auf Anerkenntnis von Schuld und Vergebung beruhen und durch Taten belegt sein! Sie, Tadeusz Mazowiecki, gehörten schon in den 60er Jahren zu den ganz Wenigen in Polen, die zu der überschaubaren Zahl derer in Deutschland, die an einer deutsch-polnischen Versöhnung arbeiteten, Kontakt aufnahm. Genauer muss hier sogar von drei Staaten gesprochen werden, denn Sie hatten zu solchen, an der Versöhnung engagierten Menschen in beiden deutschen Staaten Kontakt - und in allen drei Staaten bedeutete es, kritisch zur Politik der jeweiligen Regierungen und gegen den Zeitgeist zu stehen!

    Sehr früh schon entstand Ihr dann sehr lebendiger Kontakt zu Günter Särchen, dem Mitarbeiter der katholischen Kirche in der DDR, der in Magdeburg seine Polen-Seminare veranstaltete, sowie zu Lothar Kreyssig, dem Begründer der Aktion Sühnezeichen.  Über Lothar Kreyssig, einen deutschen Protestanten, haben Sie einmal gesagt, wie sehr er auch Ihr Leben geprägt hat: „- er hat mich gelehrt, dass ein Laie, ein Christ, auch Theologe sein kann und theologisch denken kann. Es war so normal bei ihm, dass er bei allem, was er machte, theologisch dachte und dieses theologische Denken anwenden konnte. Und dass er mich das gelehrt hat, dafür bin ich ihm sehr, sehr dankbar."

    Sie, Herr Mazowiecki,  waren es dann auch, der die ersten Pilgerfahrten der Aktion Sühnezeichen aus der DDR nach Auschwitz unterstützte.  Aus den Beteiligten in den 60er Jahren wurden neue Akteure im Dienste der deutsch-polnischen Versöhnung. Kürzlich ist dazu ein beeindruckender Dokumentarfilm erschienen.

    In der von Ihnen schon 1958 gegründeten und über viele Jahre geleiteten Monatsschrift „Wiez", welche gemeinsam mit der Krakauer Zeitschrift ZNAK das geistige Zentrum der von Ihnen mitbegründeten „Klubs der katholischen Intelligenz" (KIK) darstellte, haben Sie die Reformen des 2. Vatikanischen Konzils nicht nur verfolgt, sondern auch begrüßt und durch intensive Diskussionen begleitet. Hier wurde auch die Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland „Zur Lage der Vertriebenen" aus dem Jahr 1965 besprochen und bei allen Defiziten als mutiger geistiger und politischer Schritt begrüßt. Dieser Denkschrift folgte wenig später der bekannte Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Kollegen mit den berühmten Worten „Wir vergeben und bitten um Vergebung!". Eine Schmutzkampagne der kommunistischen Machthaber gegen die katholische Kirche Polens war die Folge. Leider war die Antwort aus Deutschland zum Teil enttäuschend, weil sie die so brennende Grenzfrage ausblendete. Das wiederum brachte aktive Katholiken im Westen Deutschlands auf den Plan, die mit dem „Memorandum des Bensberger Kreises" die Diskussion neu aufgriff. Sie nahmen den Kontakt auf und so entstand in Polen und der Bundesrepublik  eine kleine eng vernetzte Gruppe, die gegen alle Widerstände in beiden Gesellschaften und ihren Regierungen für die Versöhnung zwischen beiden Ländern eintrat und damit  geistige Wegbereiter des Warschauer Vertrages wurde, den Willy Brandt als Kanzler mit Polen abschloss.

    Doch nicht nur das!

    Ihre Perspektive ging weit darüber hinaus. Das kann hier nicht im Einzelnen nachgezeichnet werden, denn es geht hier um die Arbeit von Jahrzehnten!

    Sie arbeiteten daran, dass nicht nur Regierungen Verträge abschließen, sondern Menschen sich frei begegnen und verständigen können. Ihre Tätigkeit als Publizist, ihre Arbeit als Dozent der „fliegenden Universitäten" war darauf ausgerichtet, die Menschen das freie Denken zu lehren und öffentliche Verantwortung durch das öffentliche Wort wahrzunehmen.

    Als in Danzig die Werftarbeiter streikten, initiierten Sie sofort öffentliche Unterstützung von Intellektuellen und waren gemeinsam mit Bronislaw Geremek sehr bald vor Ort, um die Streikenden bei den Verhandlungen zu beraten und zu unterstützen. Bald leiteten Sie die Zeitschrift der neugegründeten unabhängigen Gewerkschaft „Tygodnik Solidarnosc".

    Schon 1981 charakterisierten Sie die gelungene Gründung der Gewerkschaft „Solidarnosc" als „strukturelle Veränderung des Systems". So haben wir es in der DDR auch gesehen und daraus Hoffnung geschöpft. Sie hatten eine unabhängige Institution geschaffen in diesem monolithischen Block des Kommunismus. Das war strukturwidrig und enthielt für uns in der DDR eine zentrale Botschaft: Es ist also möglich, zu grundlegenden Veränderungen zu kommen!

    Obwohl es noch einige Zeit dauern sollte und Sie das Kriegsrecht und ein Jahr Internierung durchstehen mussten -Ihnen war es in Danzig gelungen, gewissermaßen ein neues Modell von Revolution zu schaffen: nämlich nicht mehr im bewaffneten Kampf für die Freiheit zu sterben, sondern ohne Blutvergießen durch harte Verhandlungen, mit den entschlossenen Streikenden im Rücken Vereinbarungen zu schließen und unerwartete Erfolge zu erzielen. 

    Schon 1977, bei der von Ihnen organisierten, denkwürdigen Konferenz der „Klubs der Katholischen Intelligenz" in Warschau zum Thema „Der Christ und die Menschenrechte" haben Sie solches Verhandeln geistig vorbereitet. Ich muss das zitieren:  „Der Kompromiss zwischen den Regierten und den Regierenden liegt nicht außerhalb unserer  Erörterungen über die Menschen- und Bürgerrechte und über den Prozess der Einforderung dieser Rechte. Aber es geht um einen Kompromiss und nicht um Unterwerfung. Wir wissen, dass ein solcher Kompromiss erkämpft werden muss." Und im gleichen Vortrag sagten Sie: „ Diese Nation muss man als Subjekt von Rechten betrachten, als Subjekt der Mitverantwortung für das eigene Schicksal, für das gemeinsame Schicksal dieses Landes."

    Gemeinsam mit Bronislaw Geremek sind Sie, Tadeusz Mazowiecki, die Personifizierung dieses neuen Paradigmas einer „verhandelten Revolution" (diesen Begriff prägte kürzlich der polnische Botschafter in Deutschland, Dr. Marek Prawda). Sie hielten stets an der Wahrheit fest und suchten doch den Dialog. Mit Geschick und Weitblick, mit Kompromissbereitschaft und gleichzeitigem Festhalten an den Grundsätzen  erweiterten Sie die Grenzen dessen, was möglich schien und erzielten Ergebnisse, die bis dahin für unmöglich gehalten wurden. Damit ließen Sie dieses Paradigma einer verhandelten Revolution zu einem Modell werden, das dann 1989 auch am Runden Tisch und bei den friedlichen Revolutionen in ganz Mitteleuropa überaus erfolgreich war. Es ist nicht übertrieben, Sie als  einen der wichtigen geistigen und politischen Wegbereiter dieser Umbrüche von 1989 zu bezeichnen, die das Gesicht Europas grundlegend verändert haben!

    2. Lieber Herr Mazowiecki, es war ein Segen für Polen, dass Sie dann 1989 der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Ihres Landes und überhaupt im kommunistischen Ostblock wurden. Damit wurden Sie weltweit zum Symbol. Doch Sie hatten nicht nur den Freiheitskampf zu repräsentieren, sondern eine Regierung mit riesigen Herausforderungen zu führen. Sie hatten schwere Entscheidungen zu treffen und haben - bis heute - manche Anfeindungen erlebt.

    Es galt, demokratische politische Strukturen zu konstituieren, noch während die sowjetischen Truppen sowohl in Polen wie in der DDR standen. Letztlich war ja doch gar nicht so klar, wie sich Moskau, wie sich Gorbatschow auch angesichts großer innerer Probleme verhalten würde. Umso mutiger ist es zu bewerten, dass Sie  die ca. 5000 DDR-Flüchtlinge, die nach Polen kamen, nicht zurückschickten, sondern in den Westen ausreisen ließen. Über diese Ereignisse gibt es jetzt einen bewegenden Dokumentarfilm.

    Noch viel schwerer war wohl die Entscheidung zu der von Balcerowicz vorgeschlagenen ökonomischen Schocktherapie. Wie sich später zeigen sollte, war dieses Vorgehen sehr erfolgreich - doch wer weiß das schon am Anfang, insbesondere wenn die Vorwürfe aus den eigenen Reihen immer lauter werden?

    In den Beziehungen zur alten Bundesrepublik standen über viele Jahre zwei Problemkreise im Vordergrund: die Frage der deutschen Minderheit und die Grenzfrage.

    Das Problemder deutschen Minderheit haben Sie gewissermaßen im Handstreich gelöst: Für Sie als Demokraten war klar, dass diese Menschen alle demokratischen Rechte erhalten müssten - und die haben sie geschaffen und dann später im Nachbarschaftsvertrag noch einmal bekräftigt.  Das war wie ein Befreiungsschlag, auf den die Betroffenen zum Teil gar nicht vorbereitet waren. Später war es dann auch Ihre Partei, die Demokratische Union, die im Sejm dafür sorgte, dass für Minderheiten bei Wahlen das Quorum nicht gilt, so dass bis heute die deutsche Minderheit im Sejm vertreten ist.

    Von besonderer Bedeutung war für Sie dann natürlich die endgültige Anerkennung der polnischen Westgrenze. Dies war schon viele Jahre vorher die Grundfrage der deutsch-polnischen Versöhnung gewesen und hatte für Polen in der Phase des demokratischen Anfangs eine zusätzliche Brisanz.  Hier wiederum bestand zwischen uns  - als ich dann nach der freien Wahl in der DDR Außenminister  wurde und die deutsche Einheit auf der Tagesordnung stand - völlige Einigkeit! Meine erste Reise im Amt führte mich deshalb auch nach Warschau. Als ausgesprochen schwierig erwies sich die Haltung von Helmut Kohl, für den die Perspektive der kommenden Bundestagswahl auch im Jahr der deutschen Einigung wichtiger war als die notwendige und schnelle Klarheit in dieser Frage. Das musste für Sie schwer enttäuschend sein und war für uns als frei gewählte DDR-Regierung völlig unakzeptabel.  Nachdem im Juli 1990 bei dem 3. Treffen der 2+4-Gespräche in Paris die Grenzfrage  dann doch endlich gelöst werden konnte, und nachdem wir Deutschen am 3. Oktober mit der staatlichen Einheit erreicht hatten, was wir so dringend wollten, kam im November die nächste Ernüchterung: Helmut Kohl erklärte Ihnen hier in Frankfurt/Oder, dass der Grenzvertrag zwar wie zugesagt unverzüglich abgeschlossen würde, ratifiziert werden sollte er jedoch erst gemeinsam mit dem noch auszuhandelnden Nachbarschaftsvertrag im Jahr darauf. Damit wollte er den Vertriebenen kurz vor der anstehenden Bundestagswahl die Hoffnung geben, es gäbe noch einen Hebel zur Durchsetzung ihrer Interessen, etwa in der Eigentumsfrage. (Solche Prioritätensetzung erleben wir leider aktuell auch wieder! - wenn auch zu einem weit weniger wichtigen Thema)

    Ich kann mir sehr wohl vorstellen, was das damals für Sie bedeutete, zumal Sie im eigenen Land durchaus mit Ängsten vor Deutschland konfrontiert waren, vor riesigen Herausforderungen standen und diesen außenpolitischen Erfolg dringend brauchten.

    Es war gerade ein Jahr nach der Versöhnungsmesse von Kreisau ..!

    Glücklicherweise bestätigten sich dann manche Befürchtungen nicht!

    Mit dem Nachbarschaftsvertrag von 1991 begann eine Erfolgsgeschichte der deutsch-polnischen Beziehungen, in der Deutschland wesentlichen Anteil am Erreichen des polnischen Zieles hatte, Mitglied von NATO und EU zu werden.

    3. Die Integration in die westlichen Strukturen war seit Ihrer Regierungszeit das vorrangige Ziel polnischer Politik. 1989 war das Jahr des Sieges der Freiheit, in dem das Unmögliche möglich wurde. Es hat  das Gesicht Europas grundlegend verändert. Doch das musste nun auch strukturell eingelöst werden!

    Wir in der DDR hatten uns schon im April 1990 im Vertrag zur Großen Koalition dafür ausgesprochen, dass diejenigen, die wie wir die Freiheit erkämpft hatten, die Chance haben müssten, ebenfalls  Mitglied in den westlichen Institutionen zu werden. Doch das half nicht viel. Es war in den folgenden Jahren noch ein harter Weg, auf dem viele erst  überzeugt werden mussten! Und natürlich mussten im Lande selbst die Voraussetzungen dafür geschaffen werden! Sie, Tadeusz Mazowiecki, wussten, dass auf diesem Wege nicht nur staatliches Handeln nötig war, sondern auch das Verstehen und Veränderung in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger. So gründeten Sie die polnische Robert-Schuman-Stiftung, die später mit Ihrer Vorsitzenden Roza Thun viel dazu beitrug, dass trotz einer schwachen Regierung das Referendum zum Beitritt zur EU eine Mehrheit fand.

    Für Sie, Herr Mazowiecki, hatte die Zugehörigkeit zu Europa immer ihren besonderen Grund im Bewusstsein der gemeinsamen christlichen Wurzeln. Deshalb hielten Sie auch nicht viel von der Redewendung dieser Zeit, dass es darum ginge, „zurück nach Europa" zu kommen, denn Polen war natürlich immer Europa! Nur hatten es viele im Westen schlicht aus dem Blick verloren. Und außerdem vergaß diese Formel, dass eben auch die beiden großen Totalitarismen, der Nationalsozialismus und der Kommunismus, genuin europäische Kinder sind. Extremer, rassistischer Nationalismus und ideologische Heilslehren, denen der Einzelne unterworfen wird, bleiben Gefahren, mit denen wir uns bleibend auseinandersetzen müssen!

    Sie haben Anfang der 90er Jahre als UN-Sonderbeauftragter für die Menschenrechte im früheren Jugoslawien die Erfahrung machen müssen, wie das demokratische Europa und die internationale Staatengemeinschaft versagte, wenn es darum ging, die elementarsten Menschenrechte zu verteidigen, die Menschen zu schützen.

    Anders als heute manchmal in Polen zu hören, wenn es nur um die gelegentlich laute und zugleich ängstliche Frage nach der  eigenen Rolle in Europa geht, stellen Sie Fragen an Europa und beschreiben unsere gemeinsame Herausforderungen!   Ihr Ruf an Europa ist, sich auf seine Werte zu besinnen, auf Wahrheit und menschliche Solidarität, darauf, die Würde des Menschen zu wahren und  für den Schutz der elementaren Menschenrechte einzutreten. Das  gilt nach innen genauso wie global. Sie rufen uns, die Europäische Union auf, im Rahmen des internationalen Rechts die Frage zu beantworten, „in welchem Maße die internationale Gemeinschaft das Recht und die Pflicht hat einzuschreiten, wenn Menschenrechte verletzt werden."

    Die Herausforderung bleibt! Die Frage bleibt, wie wir ihr gerecht werden!

    Ich gestehe, dass ich es als enttäuschend erlebe, wenn gerade Polen, aber auch die Tschechische Republik, die Grundrechtecharta des Lissaboner Vertrages nicht als verbindlich anerkennen, gerade den Text, der für die Wertebindung Europas steht, der Werte, für die wir gemeinsam - und Sie an vorderster Stelle! -  in der Zeit des Kommunismus gekämpft haben.

     Es macht viele Deutsche und auch mich betroffen,  sehen zu müssen,  dass die eigene Regierung Personalentscheidungen wie die zum deutschen EU-Kommissar in einer Weise trifft, die der Bedeutung der Aufgabe keineswegs gerecht wird!

    So sehen wir, dass wir alle noch viel jeweils an uns selbst zu arbeiten haben, um dem Anspruch gerecht zu werden, den wir alle an Europa stellen. Wir werden unseren berechtigten nationalen Interessen jedoch am ehesten gerecht, wenn wir Europa stark machen. Das müssen wir wohl erst noch lernen, nicht nur die kleineren Länder in Europa, sondern gerade auch die großen!

    Sie, lieber Tadeusz Mazowiecki, haben immer wieder davon gesprochen, dass es darum geht, dem vereinten Europa einen Geist, eine Seele zu geben. Dazu wird gehören, die Würde des Menschen zu achten und für sie einzutreten, und das nicht nur in Europa. Auch diejenigen, die zu uns nach Europa fliehen, besitzen diese Würde. Dem müssen wir besser als bisher gerecht werden!

    Wir müssen die Demokratie stärken, auch in der EU selbst und uns gegen jeden Populismus  wehren. Bisher haben wir in der EU dafür noch keine Mechanismen gefunden.

    Es gilt, für die Freiheit einzutreten und das kritische Erbe der Freiheit zu bewahren. Das geht nur in immer neuen Anstrengungen! Manchmal kann dabei auch die Erinnerung helfen, zum Beispiel die Erinnerung daran, dass es in den Zeiten des Kalten Krieges auch eine europäische Geschichte von Freiheit und Demokratie jenseits des Eisernen Vorhangs gab, die man heute noch viel zu wenig kennt. Sie jedenfalls sind darin ein wesentlicher Akteur in einem großen polnischen Kapitel!

    Lieber Tadeusz, ich gratuliere Dir zu diesem mehr als verdienten Preis!

    Du sagtest einmal angesichts der großen Bürden Deines persönlichen und familiären Lebens: „Das Leben hat mich nicht geschont!" Das ist richtig. Umso mehr sollst Du unserer tiefen Dankbarkeit gewiss sein angesichts Deines segensreichen Lebenswerkes!

    Für die Zukunft wünsche ich Dir alles denkbar Gute - Gottes reichen Segen!

    Polnische Botschaft als Organisator des Weihnachtsbaumes für die neuen Bundestagsabgeordneten im Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft

    Am 25. November 2009 organisierte die polnische Botschaft den Weihnachtsbaum für die neuen Bundestagsabgeordneten im Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Das Treffen unter Teilnahme des Botschafters M. Prawda und des Bundestagspräsidenten N. Lammert, während dessen man die traditionellen polnischen Speisen probieren konnte, war eine gute Gelegenheit, die neuen Abgeordneten kennen zu lernen.

    Deutsche Parlamentarische Gesellschaft ist eine überparteiliche Vereinigung von Abgeordneten, die die Beziehungen zwischen Bund, Ländern, Europäischen Institutionen und ausländischen Parlamenten pflegt.

     

    Junge Avantgardisten in der Botschaft - Kunst aus der Warschauer Galerie RASTER

    Am 24. November 2009 präsentierten junge Künstler aus der Warschauer Galerie RASTER ihre Werke in den Räumen der Botschaft. Während der letzten 20 Jahre hat die gegenwärtige Kunst in Polen eine neue gesellschaftliche Position erlangt. Die Stimmen einer neuen Generation, bzw. dieser Künstler, die geradezu nach 1989 ihre weit verstandene „Volljährigkeit" erreicht haben, konnten nun gehört und verstanden werden. In ihren Werken haben sich die jungen Künstler nicht nur mit Fragen der eigenen Identität und mit der gesellschaftlichen Rolle auseinandergesetzt, sondern vielmehr mit unserem geschichtlichen und gegenwärtigen Trauma beschäftigt.

    Die hiesige Ausstellung steht gleichzeitig als Symbol für die wachsende Rolle der Kunst der Gegenwart im gesellschaftlichen Leben Polens dar. Die präsentierten Werke entstanden binnen der letzten fünf Jahre. Sie knüpfen einerseits an die repräsentative Funktion der Botschaftsräume an, andererseits bilden sie eine gegenwärtige Narration, die an die heutigen sozialen, gesellschaftlichen, aber auch politischen und künstlerischen Realien anknüpft. Es ist ein Merkmal der Kunst der Gegenwart, dass sie auf solche Herausforderungen fast ironisch, oder gar humorvoll antwortet, dabei aber von Fantasien und Visionen geprägt ist. Auf der Ausstellung können Werke von Künstlern wie S. Elsner, B. Materka, Z. Libera, M. Maciejowski, M. Budny, A. Grzeszykowska, O. Dawicki, R. Bujnowski und P. Matecki bewundert werden.

     

    Staatssekretär W. Bartoszewski nahm an den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls in Potsdam teil

    Am 18. November 2009 nahm Staatssekretär W. Bartoszewski auf Einladung des Landtagspräsidenten des Landes Brandenburg G. Fritsch an den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution  und des Mauerfalls in Potsdam teil.

    Während des Festakts in St. Nikolaikirche in Potsdam hielt W. Bartoszewski einen Vortrag:

    Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

    geschätzte Damen und Herren,

    jeder von uns hat 1989 anders erlebt, und dennoch ist der Erfolg des Mitwirkens beim Umbruch vor zwanzig Jahren eine gesamteuropäische Erfahrung. Eine Erfahrung, die verbindet. Trotzdem: in jüngster Zeit konnte man einen eigentümlichen Wettstreit über den „Vorrang in der Geschichte" beobachten. Dabei wurde mitunter der Fall der Berliner Mauer zum Symbol für die Wiedererlangung der Freiheit und Einheit Europas erhoben. In Polen bewertete man dieses Vorgehen oftmals als Bagatellisierung oder gar Abwertung der Errungenschaften der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung „Solidarność", mit der die Epochenwende im östlichen Europa ihren Ausgang nahm. Ich halte diese Sichtweise für ein großes Missverständnis! Denn alle großen historischen Umbrüche bildeten stets das Ergebnis des zeitgleichen Aufeinandertreffens zahlreicher Einzelfaktoren.

    Die friedliche Revolution von 1989 hat eine lange - und wenn man sie genau betrachtet gar nicht so friedliche - Vorgeschichte. Zu Beginn dieses langjährigen Prozesses liegen verschiedene Ereignisse, wie jene des 17. Juni 1953 in Berlin. Wie die blutig niedergeschlagenen Proteste im polnischen Posen im Juni 1956 und der Oktoberaufstand in Ungarn im gleichen Jahr. Das Kalendarium des Freiheitsstrebens umfasst auch solche Meilensteine wie der Prager Frühling von 1968, wie Arbeiterproteste in Danzig 1970 oder 1976 im polnischen Radom und in der Warschauer Vorstadt Ursus. Die Papstwahl von 1978 hat unter ihnen besonderen Platz. Seine Worte „Habt keine Angst!" wurden an der Weichsel, in der alten Heimat des Heiligen Vaters, zur Ermutigung für Millionen. Ermutigung und Hoffnung brachte auch die 1979 veröffentlichte Enzyklika Redemptor hominis, wo über Menschenrechte im Osten erstmals mit westlicher Sprache die Rede ist. Zu diesem Kalendarium des europäischen Weges zur Freiheit gehören genauso fröhliche wie tragische Abschnitte: die Gründung von Solidarność in 1980 und die gewaltige Unterdrückung der sich vorzeitig ankündigenden neuen Ära durch die Einführung des Kriegsrechts in Polen im Dezember 1981.

    Die Vorboten des friedlichen Umbruchs waren für uns alle hinter dem eisernen Vorhang in wesentlichen ähnlich. Die sowjetische Planwirtschaft hatte den Ostblock an den Rand des ökonomischen Zusammenbruchs geführt. Der von der KSZE-Konferenz initiierte Verständigungsprozess ließ die osteuropäischen Länder etwas „offener" werden, wobei sich die dortigen gesellschaftlichen Proteste auch auf die Einhaltung der Menschenrechte erstreckten. Die politischen und wirtschaftlichen Strukturen der UdSSR gerieten schließlich vollends ins Wanken. Polen war hingegen das einzige Ostblockland, in dem sich verschiedene oppositionelle Gruppierungen gegenüber dem Regime nachhaltig zu festigen vermochten. Die Ausnahmestellung meines Landes resultierte zweifellos aus der herausragenden Rolle der katholischen Kirche im gesellschaftlichen Leben. Anfang der 1980er Jahre nahm die soziale Protestbewegung in Polen im Unterschied zu anderen Ostblockstaaten eindeutig politische Ausmaße an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Protest gegen die kommunistische Herrschaft in Polen unter besonderen Vorzeichen stand, die den Kern seiner staatlichen Existenz berührten. Polen war ja der nationalsozialistischen Aggressionspolitik als erstes Land zum Opfer gefallen und wurde 1944/45 selbst zum Objekt der territorialpolitischen Beschlüsse der Siegermächte des 2. Weltkrieges.

    Im Vorfeld der demokratischen Wende von 1989 war man sich daher bewusst, dass die politische Befreiung des Landes unbedingt im territorialen Rahmen der vom 2. Weltkrieg geschaffenen Realitäten stattfinden musste. Der polnischen Bevölkerung fiel diese Entscheidung zunächst keineswegs leicht. Dennoch stieß diese Sicht der Dinge letztlich auf allgemeines Verständnis und breite Zustimmung. Die „Solidarność" wurde rasch zum Herold der politischen Freiheit und Unabhängigkeit der Nation. Dies beinhaltete auch die Forderung nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Als der damalige KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow am 7. Oktober 1989 anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DDR darauf hinwies, dass die Wiedervereinigung Deutschlands „vielleicht in hundert Jahren" möglich sein werde, galt diese Prognose als große politische Sensation. Die Regimegegner in Polen hielten derweil konsequent an der Auffassung fest, dass parallel zur politischen Befreiung der Völker im östlichen Europa auch das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen anerkannt werden müsse! Diese Sichtweise gehörte zum Grundkanon der demokratischen Oppositionsbewegung bei der Konzipierung der zukünftigen Außenpolitik eines freien Polen.

    Die Epochenwende von 1989 muss also in größeren Zusammenhängen bewertet werden. Denn sie führte nicht nur in Polen zu tiefgreifenden Veränderungen durch die Vereinbarungen am „Runden Tisch", die halbdemokratischen Sejm-Wahlen vom 4. Juni 1989 und die erste nichtkommunistische Regierung Ostmitteleuropas unter Tadeusz Mazowiecki. Diese epochale Zäsur ebnete auch den DDR-Bürgern den Weg für die massenhafte Auswanderung in die Bundesrepublik und mündete in den Fall der Berliner Mauer. Polen und Deutsche sollten daher gemeinsam der Ereignisse dieses Jahres gedenken. Denn das Jahr 1989 hat endgültig gezeigt, wie sehr die fundamentalen Interessen beider Völker untrennbar miteinander verwoben sind. Es ist geradezu von symbolischer Bedeutung, dass die Berliner Mauer ausgerechnet während des Polenbesuchs von Bundeskanzler Helmut Kohl bezwungen wurde. Kohl unterbrach angesichts dieses denkwürdigen Ereignisses kurzfristig seinen Aufenthalt in Warschau, um direkt vor Ort in Berlin zu sein. Unmittelbar darauf kehrte er wieder nach Polen zurück, und ein Jahr später, am 14. November 1990, wurde der deutsch-polnische Grenzvertrag unterzeichnet. Diese grundlegende Deklaration des politischen Willens erwies sich für den Umbruch in den deutsch-polnischen Beziehungen als richtungsweisend.

    Bundeskanzler Kohl berief sich in Warschau 1989 ausdrücklich auf die Zukunftsvision der Gründerväter des vereinigten Europa: „Lasst uns gemeinsam auf dieses große Europa zugehen - unser Europa, in dem wir alle Platz finden. Ein Europa, in dem die Vision Konrad Adenauers Wirklichkeit wird. Gegen Ende seines Lebens sagte er [Adenauer], dass die Freiheit in diesem Europa größere Bedeutung haben werde als Grenzen. Gehen wir also gemeinsam diesen Weg!"  Premierminister Mazowiecki erinnerte nach diesen Worten an die eher „zurückhaltende" Einstellung der westlichen Demokratien gegenüber der „Solidarność" in den 1980er Jahren und rief die deutsche Seite zu größerer Entschiedenheit im politischen Handeln auf: „Möge Euer Mut dem Mut unserer demokratischen Veränderungen entsprechen".

    1989 konzentrierte sich Die Politik der Republik Polen unter Premierminister Mazowiecki und Außenminister Krzysztof Skubiszewski im wesentlichen auf folgende Fragen:

    1) Schaffung gutnachbarschaftlicher Beziehungen (zu Beginn der 1990er Jahre „veränderten sich" übrigens alle Nachbarstaaten Polens!)

    2) Etablierung einer soliden Regionalpolitik im östlichen Europa sowie

    3) Restituierung des genuinen Orts Polens unter den demokratisch und marktwirtschaftlich verfassten Staaten Europas. Letztere Grundorientierung hatte von Anfang an eine möglichst rasche Assoziierung Polens mit der Europäischen Gemeinschaft und später auch den Beitritt zu NATO und EU im Blick.

    Einerseits ging es darum, mein Land innerhalb der demokratischen Staatengemeinschaft fest zu verankern und es dauerhaft an deren territoriale Integrität zu binden. Zugleich aber - und dies war gleichsam die zweite Grundnorm der polnischen Außenpolitik nach 1989 - sollte Polen erneut seinen ureigenen Platz unter denjenigen Staaten einnehmen, die auf einem gemeinsamen Wertesystem gründen. Die verfassungsrechtliche Entwicklung Polens musste daher dauerhaft auf das System der westlichen Demokratien ausgerichtet werden, also u.a. auf Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte und Schutz des Privateigentums.

    Eines der wichtigsten Ziele der polnischen Außenpolitik nach 1989 bildete die Neuordnung der Beziehungen Polens zu den Nachbarn im Osten, Süden und Westen. Dabei ist zu betonen, dass entlang der Grenzen Polens damals noch überall Staatenbildungsprozesse in Gang waren, wobei es im Westen rasch zur Wiedervereinigung der beiden geteilten deutschen Staaten kam. Das demokratische Polen hat diesen Prozess stark unterstützt, wobei man die deutsch-polnische Zusammenarbeit zugleich als bedeutenden Bestandteil der neuen Staatenordnung Europas und als wesentliche Voraussetzung für die rasche Einbindung Polens in den europäischen Integrationsprozess ansah.

    Der Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands verlief parallel zur ersten Etappe der politischen Transformation in Polen und war für Warschau von fundamentaler Bedeutung: Das demokratische Gesamtdeutschland sollte Polen den Weg in die europäische Integration weisen und es damit in ein Bündnis der politischen Sicherheit führen. Nicht von ungefähr wies Außenminister Skubiszewski in seiner Rede vom 22. Februar 1990 auf dem VI. Deutsch-Polnischen Forum in Posen angesichts der sich abzeichnenden staatlichen Wiedervereinigung Deutschlands auf folgenden Grundzusammenhang hin: „Wir müssen eine deutsch-polnische Interessengemeinschaft aufbauen [...]. Diese wird ein wichtiger Bestandteil der internationalen Ordnung im sich vereinigenden Europa sein. Ohne die deutsch-polnische Zusammenarbeit wird es dieses Europa nicht geben".

    Auch der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag von 1991 bestätigte mit völkerrechtlicher Wirkung das strategische Ziel Polens, Mitglied der Europäischen Gemeinschaft zu werden: „Mit dem Abschluss eines Assoziierungsabkommens zwischen den Europäischen Gemeinschaften und der Republik Polen legen die Europäischen Gemeinschaften, ihre Mitgliedsstaaten und die Republik Polen die Grundlage für eine politische und wirtschaftliche Heranführung der Republik Polen an die Europäische Gemeinschaft. Die Heranführung wird von der Bundesrepublik Deutschland ihm Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften gefördert".

    Nach Abschluss des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags tat man von beiden Seiten zunächst recht viel, um dem Axiom der „Interessengemeinschaft" ein festes Fundament zu verleihen: Das „Grenzproblem" wurde ein für alle Mal behoben - das vereinigte Deutschland bestätigte, dass die deutsch-polnische Grenze aus völkerrechtlicher Sicht endgültig sei. Darüber hinaus fand man Garantien für den Rechtsstatus nationaler Minderheiten und schuf geeignete Grundlagen für die Entwicklung gutnachbarschaftlicher Beziehungen auf allen Gebieten. Am wichtigsten war jedoch, dass Polen der Weg in die Atlantische Allianz und die Europäische Union geebnet wurde.

    In den Jahren bis zur Erlangung der EU-Mitgliedschaft am 1. Mai 2004 bewiesen die Regierenden in Warschau große Entschlossenheit bei der Realisierung dieses strategischen Zieles, das von einem politischen Grundkonsens im Lande getragen wurde. Die Bundesrepublik wurde dabei zu Recht als „Anwalt" Polens auf dem Weg in die EU bezeichnet, da sie dieses strategische Ziel über die teilweise unterschiedlichen Interessen auf einzelnen Feldern der bilateralen Beziehungen zu stellen vermochte.

    In jüngster Zeit häufen sich jedoch die Stimmen, die auf die Idee der deutsch-polnischen „Interessengemeinschaft" zugunsten von partikularen nationalen Interessen verzichten möchten. Aber gerade diese „Interessengemeinschaft" bildete ja den Ausgangspunkt für die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland nach 1989 und war zugleich eines der Fundamente der neuen polnischen Außenpolitik unter Mazowiecki und Skubiszewski. Einige behaupten immerhin nicht ohne Wohlwollen, dass diese edle Konzeption nun ganz der Vergangenheit angehöre. Kritiker werfen dem Axiom der „Interessengemeinschaft" hingegen vor, dass es der polnischen Staatsräson aufgrund der einseitigen Bevorzugung deutscher Interessen nur geschadet habe. Derartigen Einschätzungen möchte ich entschieden widersprechen. Nach meiner Überzeugung sollte man sich von ephemeren Erscheinungen der Realpolitik und populistischen Tendenzen der Tagespolitik nicht den Blick auf das Ganze verstellen lassen. Das Jahr 1989 hat zu einem politischen Paradigmenwechsel von strategischer Bedeutung für den gesamten europäischen Kontinent geführt und hat insbesondere auch der Politik Polens und seinen Beziehungen zu Deutschland neue Wegweiser an die Hand gegeben. Der gemeinsame Nenner dieser Beziehungen bleibt auch weiterhin das, für was man in meinem Land nach 1945 jahrzehntelang gekämpft hat - dass Polen untrennbar der demokratischen Staatengemeinschaft des Westens angehört, deren marktwirtschaftliche Strukturen auf dem Schutz des Privateigentums basieren, wobei die kulturelle Vielfalt und die gemeinsamen Werte dieser Staatengemeinschaft im christlichen Erbe wurzeln.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Jubiläumsveranstaltungen - wie die heutige am 20. Jahrestag der friedlichen Revolution in Europa - dienen auch dazu, zukunftsweisenden Reflexionen Aufmerksamkeit zu widmen. Ich bin - wie auch die Ältesten unter Ihnen - Vertreter einer Generation, die alle Konsequenzen des Totalitarismus erfahren hat. Wir in den sogenannten ehemaligen Ostblockländern haben Nationalsozialismus und Kommunismus mit ihren schlimmsten Abartungen erlebt und mit Millionen Menschenleben, Versklavung, ökonomischer Rückentwicklung, Isolierung und Absonderung von der europäischen Völkerfamilie bezahlt. Das, was heute für einen Teil von jüngeren Zuhörern bei dieser Veranstaltung etwas Selbstverständliches ist - Demokratie, Menschenrechte, Reisefreiheit, die Wahl in jedem Teil Europas oder der Welt zu studieren - das war das erhoffte Ziel meiner Generation. Die Mitgliedschaft in der NATO und in der EU, gute Nachbarschaft und eine solide Verständigung zwischen den Polen und Deutschen, dies alles sollte die Erfüllung von unseren Aufgaben sein. Umso mehr wissen wir, wie wichtig es ist einer gemeinsamen Werte- und Friedensordnung anzugehören. Die universellen europäischen Grundgedanken sind bereits in der Idee Europas formuliert: verstanden als eine gemeinsame Verwirklichung wirtschaftlicher und politischer Ziele. Als Ablehnung jedes totalitären Systems, als Streben nach einer friedlichen Gemeinschaft und nach einem gemeinsamen Aufbau des wirtschaftlichen Wohlstands.

    Chauvinismus, Größenwahn, Xenonphobie und nationaler Egoismus sind den Europäern häufig genug begegnet. Die Konstruktion und Funktionsweise der Europäischen Union gewährt uns die Möglichkeit, in deren Versuchung nicht mehr zu geraten oder zumindest Mechanismen zu entwickeln, die uns erlauben, ähnlichen Gefahren rechtzeitig vorzubeugen. Hier sehe ich nach wie vor eine wichtige Aufgabe für die demokratischen Parteien, die Medien aber auch die Kirchen: eine stärkere Einbeziehung der Europäer in den gemeinsamen Lebensraum, die Erziehung der Menschen zum verantwortungsbewussten Handeln, zu menschlicher Solidarität, zum Nachdenken und zur Nächstenliebe. So kann es gelingen, den mancherorts noch immer existierenden homo sovieticus zu verjagen und den besten Weg zur weiteren Einigung Europas zu finden. Das alles haben wir uns doch vor zwanzig Jahren gewünscht. Danke!

    Polen nahmen an den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls teil
     


    Am 9. November 2009 nahm Ministerpräsident D. Tusk als Vertreter Polens an den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls teil. L. Wałęsa hielt die Rede, in der er an die Ereignisse aus August 1980 erinnerte. Dann an dem Teil der Mauer der Danziger Werft am Reichstagsgebäude, in Anwesenheit der deutschen und polnischen Jugend aus der „Initiative 89", stieß L. Wałęsa den ersten Stein der symbolischen Dominokette an. Auch der Präsident des Europäischen Parlaments J. Buzek und der Präsident der Europäischen Kommission J. M. Barroso stießen die Dominosteine am Potsdamer Platz an. Die Dominoinszenierung, die an den Mauerfall erinnern sollte, war der Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR.

    Vor den Feierlichkeiten am Brandenburger Tor nahm Ministerpräsident Tusk an dem vom Bundespräsidenten H. Köhler und seiner Frau gegebenen Empfang im Schloss Bellevue teil. Nach den Feierlichkeiten nahm Ministerpräsident Tusk an dem von der Bundeskanzlerin A. Merkel und ihrem Mann gegebenen Bankett im Bundeskanzleramt teil.

    Minister R. Sikorski bei der Eröffnung des Museums des Kaltes Krieges „Villa Schöningen"

    Am 8. November 2009 nahm der Außenminister R. Sikorski an der feierlichen Eröffnung des Museums des Kalten Krieges „Villa Schöningen" an der Glinicker Brücke, an der Grenze von Berlin und Potsdam teil. Neben dem polnischen Minister hielten auch die Bundeskanzlerin A. Merkel, der ehemalige US-Staatssekretär H. Kissinger sowie der Vorstandsvorsitzende des deutschen Medienunternehmens Axel Springer M.Döpfner die Reden.

    In der Dauerausstellung der „Villa Schöningen" wird die Geschichte des Kalten Kriegs thematisiert. Man kann auch mehr über die historischen Ereignissen erfahren, die mit der Glinicker Brücke verbunden sind - über die spektakulären Fluchtaktionen aus dem Osten in den Westen. Die Wechselausstellungen zeigen eine zeitgenössischer Kunst.

    Die Vorführung des Dokumentarfilms „Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit" im Kino Arsenal in Berlin

    Am 6. November 2009 um 19.00 Uhr im Kino Arsenal in Berlin fand eine Vorführung des Dokumentarfilms „Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit" von Krzysztof Czajka statt. Grußwort hielt die geschäftsführende Direktorin der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Prof. I. Lipowicz.

    Der Film erzählt ein fast vergessenes Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte. 1989 wagten Tausende der DDR-Bürger die Flucht über den Osten in den Westen. Im historischen Wendejahr reisten sie nicht nur über die westdeutschen Botschaften in Prag und Budapest, sondern auch über Warschau aus. 20 Jahre später erzählen die damaligen Botschaftsflüchtlinge ihre Erlebnisse und berichten darüber mit wie viel Verständnis und Herzlichkeit ihnen In Polen geholfen wurde. Im Film kommen auch die Zeitzeugen zu Wort - der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Polens T. Mazowiecki, sein Außenminister K. Skubiszewski, die ehemaligen Botschafter der BRD und DDR J. Bauch und J. van Zwoll sowie der heutige polnische Botschafter in Berlin, M. Prawda.

    Eröffnung der Ausstellung „Polnische Minderheit in KZ. Mitglieder polnischer Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück 1939-1945" in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

    Am 25. Oktober 2009 um 13.00 Uhr in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen fand die Eröffnung der Ausstellung „Polnische Minderheit in KZ. Mitglieder polnischer Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück 1939-1945" statt.

    Laufzeit der Ausstellung: 25. Oktober 2009 - 28. Februar 2010.

    Minister M. Sawicki besuchte die Internationale Messe für Nahrungsmittel „ANUGA 2009" in Köln

    Vom 10. bis zum 14. Oktober 2009 fand in Köln die Internationale Messe für Nahrungsmittel „ANUGA 2009" statt. Die polnische Delegation vom Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung unter der Leitung von Minister M. Sawicki besuchte die Messe.

    Die Internationale Messe „ANUGA" gehört weltweit in der Nahrungsbranche zur Spitze. Die Ausstellungsunternehmen haben hier die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und bestehende Kontakte zu vertiefen. Wie in den vergangenen Jahren wurden die Aussteller auf verschiedene Themengebiete und die entsprechende Hallen verteilt: Anuga Fine Food, Anuga Chilled Food, Anuga Meat, Anuga Frozen Food, Anuga Dairy, Anuga Bread & Bakery and Hot Beverages, Anuga Organic, Anuga Drinks, Anuga CateringTec und Anuga RetailTec. Auf der Messe „ANUGA 2009" hatten mehr als 6,5 Tausend Aussteller aus 97 Ländern ihre Stände. Polen war in diesem Jahr mit 118 Firmen aus der Nahrungsbranche besonders stark vertreten.

    Predigt von P. Adam Boniecki in der Gethsemanekirche in Berlin

    Am 11. Oktober 2009 in der Gethsemanekirche in Berlin hielt P. Adam Boniecki eine Predigt im Rahmen einer Reihe zum Thema „Freiheit".

    Inhalt der Predigt:

    Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot im Gesetz antwortet Jesus wie ein orthodoxer Jude: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Er antwortete so, weil er nicht gekommen war, um das Gesetz abzuschaffen, sondern um es zu ergänzen. Auch um das zu ergänzen, was im wichtigsten Gebot enthalten ist. Deshalb muss man die heute gehörten Worte aus dem Markus-Evangelium im Kontext ergänzender Worte hören. Johannes hat sie aufgeschrieben: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe." Also nicht nur „wie dich selbst", sondern auch „wie ich euch". Wie hat Er geliebt? „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt". Mit solcher Liebe hat Er uns geliebt! (Joh. 15,9-17).

    Das Leben hingeben, heißt nicht immer, sofort zu sterben, sondern es heißt auch, sich selbst hinzugeben, in normalen, alltäglichen und außergewöhnlichen Situationen. Zeit, Schlaf und Gesundheit hinzugeben, den eigenen Komfort, eigene Gewohnheiten, Karriere und Geld zu opfern, und zwar nicht nur das, das man übrig hat. Aber „das Leben hingeben" heißt auch, das eigene Leben zum Wohl des Nächsten zu riskieren.

    Wir erinnern uns hier in der Gethsemanekirche an die Ereignisse, die die Wiedergewinnung der Freiheit der Gesellschaften Mitteleuropas vorbereiteten und deren Symbol der Fall der Berliner Mauer ist. Dieses Symbol irritiert viele meiner Landsleute, die betonen, dass doch alles mit der „Solidarność" und der Regierung von Tadeusz Mazowiecki angefangen habe, der ersten demokratischen Regierung in diesem Teil von Europa. Warum also, fragen sie, die Mauer und nicht die „Solidarność"? Eine völlig unnötige Irritation. Ja, ohne die „Solidarność" wäre es wohl nicht (zumindest nicht in der Zeit) zum Fall der Mauer gekommen. Doch ohne die Vereinigung Deutschlands hätten wir nicht den Wandel, dem wir das heutige Gesicht Mitteleuropas verdanken.

    Diese Begegnungen haben den Charakter einer Kommemoration.

    Wir erinnern uns an die Ereignisse, aber vor allem erinnern wir uns an die Menschen, deren Mut, Hingabe und Weitsicht dem Wandel zugrunde lagen, deren Leiden und sogar Tod uns die Augen für den Wert der Freiheit öffneten. Heute erinnern sie uns daran, welchen Preis unsere gegenwärtige Freiheit hatte.

    Gestatten Sie mir bitte, heute einige Worte über einen Menschen zu sagen, dessen Entschlossenheit bei diesen Ereignissen eine große Rolle gespielt hat. Es hat sich so gefügt, dass ich in den Jahren 1979-1990 im Vatikan gearbeitet habe; ich war Papst Johannes Paul II. nahe und möchte deshalb ein paar Worte über ihn sagen. Wer er für das kommunistische Regime war, davon können wir uns ein Bild machen, wenn wir die heute zugänglichen Archive der Sicherheitsdienste durchforsten, nicht nur die der polnischen, sondern auch die der Stasi (die russischen Archive sind noch nicht zugänglich). Der Block der kommunistischen Staaten fürchtete diesen Menschen. Darauf weist etwa die Zahl der um ihn herum beschäftigten Agenten hin, sowohl der geistlichen (leider!), als auch der weltlichen. Diese Angst führte aller Wahrscheinlichkeit nach zum Anschlag auf sein Leben. Einmal bekannte Johannes Paul II. in einem Gespräch mit mir, er habe nicht geglaubt, dass der Verfall des kommunistischen Blocks so schnell erfolgen werde. Doch von Anfang an, eher aus einer weiten religiösen, denn einer politischen Perspektive handelnd, untergrub er die Fundamente des Kommunismus. In den ersten Jahren seines Pontifikats erinnerte er beharrlich immer wieder an die Menschenrechte, wobei er sich auf die Prinzipien 7 und 8 der Schlussakte von Helsinki berief. Auf diese Weise stellte er indirekt die Gesellschaften Europas unter Anklage - wegen ihrer Gleichgültigkeit. Ich nenne ein Beispiel, mit dem ich als Redakteur der polnischsprachigen Ausgabe der Vatikanzeitung „L'Osservatore Romano" unmittelbar zu tun hatte. Am 16. November 1982 verlas der Apostolische Nuntius Mons. Francesco Canalini auf einer Plenarsitzung der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Madrid eine Erklärung des Heiligen Stuhls, die einen entschiedenen Einspruch gegen die Auflösung der „Solidarność" enthielt. Dieses Dokument berief sich auf die Prinzipien 7 und 8 der Schlussakte von Helsinki. Es warf auch den Gesellschaften Europas Gleichgültigkeit gegenüber der in Polen entstandenen Lage vor. Diesen Text brachten wir in der polnischen Ausgabe des „Osservatore Romano". Und die Folge? Die gesamte Ladung Zeitungen, 120.000 Exemplare, wurde in Polen „verhaftet". Nach langen Verhandlungen mit dem Vatikan wurde die Auflage letztlich vernichtet. Heute existieren von dieser Nummer nur wenige Exemplare. So wie in diesem Beispiel zeigte Johannes Paul II. der Welt unablässig, dass man angesichts der Verletzung der Menschenrechte, zumal des Rechts auf Freiheit, nicht schweigen darf, dass es wichtigere Kriterien gibt als politische Korrektheit. Auf diese Weise machte er den Vorhang des Schweigens zunichte, der bedrohlicher war als der Eiserne, weil er aus Angst bestand. Kurz nach seiner Wahl, während seines ersten Besuchs in Assisi, sagte Johannes Paul II., als er ein Transparent mit dem Schriftzug „Es grüßt dich die Kirche des Schweigens" sah, dass es eine Kirche des Schweigens nicht mehr gebe, weil von nun an er, Johannes Paul II., ihre Stimme sei. Er wiederholte das in noch stärkerer Form in Gniezno. Was, wenn nicht eine Erinnerung der Welt an die Freiheitsrechte der vom sowjetischen System unterjochten Gesellschaften, war die Erhebung der Slawenapostel, der heiligen Kyrill und Method, zu neuen Patronen Europas neben dem heiligen Benedikt? Was, wenn nicht eine Erinnerung an diese Länder waren die in Rom im Petersdom mit Repräsentanten aus der ganzen Welt veranstalteten Jubiläumsfeiern der Taufe Litauens und später der Ukraine? Und was die großen internationalen Symposien, wie 1981 über die christlichen Wurzeln Europas? Ohne Unterlass erinnerte er die Welt in verschiedener Form an die Existenz jenes Teils von Europa, der vom Westen im Namen des Friedens abgeschrieben worden war. Er engagierte sich für die Veränderungen, für die seine erste Reise nach Polen, während der die Polen den Geschmack der Freiheit kennenlernten, der Zündfunke war. Als vom 14. bis zum 31. August der Streik in der Danziger Werft ausbrach, bei dem die „Solidarność" ins Leben gerufen wurde, verfolgte er aufmerksam die Nachrichten aus Polen. Und erlebte einen Schock, als er im Fernsehen sein Portrait sah, das die Arbeiter am Tor der Danziger Werft aufgehängt hatten. 448 Tage nach seinem Abflug aus Polen (im Juni 1979) sah er, wie diese Reise Früchte trug, die er selbst wohl nicht einmal vorhergesehen hatte. Die Streikenden verlangten nicht nur Brot, sondern auch die Freiheit des Wortes und religiöse Freiheit. Die Forderungen der Streikenden gingen über materielle Bedürfnisse weit hinaus. Es war offenkundig, dass an diesem Aufbruch praktisch das gesamte Land teilnahm. Er war für die „Solidarność" ein Bezugspunkt, ihr Sprecher und gleichsam auch Theorie-Lehrer. Ein Beispiel: Als am 15. Januar 1981 eine „Solidarność"-Delegation einen Besuch im Vatikan abstattet, erläutert der Papst, was die „Solidarność" sein soll (ist): eine Bewegung zu und nicht gegen etwas. Zur Hebung der Moral der Gesellschaft, zu wahrem Fortschritt, zum Allgemeinwohl. Eine derartige Exegese ist die Enzyklika Laborem exercens. Geschrieben wurde sie von einem ehemaligen Arbeiter der chemischen Werke „Solvay" - wenn er über menschliche Arbeit schrieb, dann wusste er, worüber er schrieb. In der Zeit des Kriegszustandes in Polen besprach er jeden Mittwoch während der Generalaudienz vor den Augen der Welt - in Form eines Gebetes an die Muttergottes - die Lage in Polen und trat für die Benachteiligten ein.

    Heute leben wir in einer freien Welt. Freiheit ist uns nicht nur gegeben, sondern auch aufgegeben. Sie ist eine Aufgabe. Wichtig für uns und für die Zukunft ist, welchen Inhalt wir ihr geben, wie wir sie gebrauchen, womit wir sie erfüllen werden. Die Geschichte lehrt, wie leicht man die Freiheit, wenn man schlechten Gebrauch von ihr macht, vergeuden kann. Während wir uns an die Vergangenheit erinnern, blicken wir in die Zukunft. Die heutige Taufzeremonie lenkt unseren Blick in die Zukunft. Ich denke, dass es bisweilen lohnt, in Gedanken zu den Wurzeln zurückzukehren, zu den Werten, die eine inspirierende Kraft jenes großen Aufbruchs zur Freiheit darstellten. An diese Werte erinnert auch Johannes Paul II. An die Solidarität, die eine konkrete Form der Liebe ist. Sie fällt mitunter schwer, doch dank dem trägt sie Früchte. Denn Solidarität - wie Liebe - heißt: Sein Leben hinzugeben, damit andere leben können. Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Freunde hingibt.

    Transparent am ehemaligen Gebäude der polnischen Botschaft im Zentrum von Berlin erinnert an die friedliche Revolution von 1989

    Aus Anlass des 20. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer wurde am 3.10.2009 an der Fassade des ehemaligen Gebäudes der polnischen Botschaft in Berlin ein Transparent mit der Losung „1989: es gelang gemeinsam" angebracht.

    Visuelles Hauptelement der Großleinwand sind in den Himmel aufsteigende, bunte Drachen, die in unserem Kulturkreis ein klar erkennbares Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit sind und gleichzeitig etwas Vergnügtes, Fröhliches und Unbeschwertes an sich haben. Aus diesem Grund passen sie zum Charakter der für den 9. November 2009 geplanten Großveranstaltungen und Feierlichkeiten zum Fall der Berliner Mauer.

    In diesem letzten Teil unserer Kampagne wollen wir deutlich hervorheben, dass der Untergang des Kommunismus das Verdienst aller Länder dieser Region, darunter auch Polens, ist. Es ist ein wesentliches Merkmal der friedlichen Revolution, dass sie aus der Aufeinanderfolge von verschiedenen „Neuanfängen" bestand und sich nicht auf ein einziges spektakuläres Ereignis beschränkte. Jedes Land unserer Region hatte seinen eigenen „Neuanfang", seine eigenen Symbole und Ikonen. Das Jahr 1989 gibt Anlass zum Gespräch über dieses Thema. Es bietet die Gelegenheit, unser Wir-Gefühl zu stärken, welches die Grundlage für die Zusammenarbeit in der erweiterten Europäischen Union bildet.   

    Die Bundeszentrale für politische Bildung ehrte das Magazin „DIALOG" mit dem „einheitspreis 2009" 

    Die Bundeszentrale für politische Bildung ehrte das Magazin „DIALOG" mit dem „einheitspreis 2009" in der Kategorie „Kultur - Profil der Einheit". Die Preisverleihung fand am 2. Oktober 2009 im Rahmen der zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken statt.

    Magazin „DIALOG" wurde als ein originelles und herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement beim Zusammenwachsen von Ost und West Europas ausgezeichnet. Man würdigte die Zeitschrift für die journalistische Tätigkeit und den wesentlichen Beitrag zum deutsch-polnischen Verständnis sowie die Impulsgabe für ein friedliches Miteinander der beiden Gesellschaften dies- und jenseits der Oder-Neiße-Grenze.

    Ministerpräsident D. Tusk hielt die Laudatio auf J.M. Barosso, der den Quadriga-Preis erhielt

    Am 3. Oktober 2009 in Berlin hielt der Ministerpräsident D. Tusk die Laudatio auf den Präsidenten der Europäischen Kommission J. M. Barroso, der mit dem Quadriga-Preis zum Thema „United for the better" ausgezeichnet wurde.

    In diesem Jahr stand der Quadriga-Preis unter dem Motto: „Mauern fallen - Brücken bauen", was den Aufbruch und Wandel in Deutschland und Europa symbolisiert. Das Motto visualisiert auch die universellen Ideen und Werte, die den Mythos 1989 ausmachen und auch heute noch Wirkungsmacht entfalten - Freiheit, Zivilcourage und Hoffnung.  

    Vorstellung des Lehrbuches für Polnisch als Fremdsprache

    Am 22. September 2009 in Berliner Gabriele-von-Bülow-Oberschule fand die Vorstellung des Lehrbuches für Polnisch als Fremdsprache statt, das in der ganzen Bundesrepublik Deutschland zugelassen wurde. In Anwesenheit von dem Botschafter M. Prawda stellten der Kulturstaatsminister B. Neumann gemeinsam mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz H. Tesch das Lehrbuch vor.

    Der Initiator des Lehrbuchprojekts war Deutsches-Polen Institut in Darmstadt. Das Lehrbuch „Witaj Polsko!" („Wilkommen Polen!") wird zur Popularisierung der polnischen Sprache in Deutschland wesentlich beitragen. Das Lehrbuch erfüllt die Abituranforderungen für Polnisch als Fremdsprache in Deutschland

    Preisverleihung im Rahmen des M100 Sanssouci Colloquiums in Potsdam an H.-D. Genscher

    Am 15. September 2009 erhielt der ehemalige Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher den M100 Medien Preis in Würdigung seines Verdienstes um die Verständigung zwischen den Völkern der Welt, für seinen beharrlichen Einsatz für Recht und Freiheit und für seine herausragende Rolle bei der Überwindung der deutschen und europäischen Teilung. Die Laudatio hielt der Botschafter der Republik Polen M. Prawda.

    Mit dem M100 Medien Preis wird jährlich eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die in Europa und der Welt „Fußspuren" hinterlassen hat. Die Auszeichnung steht für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die Vertiefung der Demokratie in Europa und der Welt sowie für besondere Verdienste um die internationale Verständigung und Kommunikation.

    Laudatio des Botschafters M. Prawda auf Hans-Dietrich Genscher:

    In diesem Jubiläumsjahr wird die deutsche Nachkriegsgeschichte in zahlreichen Publikationen oft mit berühmten oder aussagekräftigen Bildern dargestellt. So stieß ich auf ein Foto von 1982 mit drei Politikern in der Regierungsbank des Bundestages. Die Unterschrift lautet: „1982: Nach der mehrstündigen Debatte über die Polen-Politik Innenminister Gerhart Baum, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Bundeskanzler Helmut Schmidt geschafft in der Regierungsbank". Besonders „geschafft" (müde) scheint der Bundesaußenminister zu sein.

    Ich bin mit diesem Bild sehr zufrieden, weil es die These widerlegt, Polen sei für Deutschland nicht besonders wichtig. Denn niemand, der sich dieses Foto anschaut, kann behaupten, dass unsere Beziehungen zu den Unkompliziertesten auf der Welt gehören. Dennoch leben wir seit 1989 in einer Phase, in der gute Nachrichten für Polen ebenfalls gut für Deutschland sein sollten. Und umgekehrt. Diesen Zustand, für manche ein historisches Wunder, nannten unsere damaligen Außenminister, Krzysztof Skubiszewski und Hans-Dietrich Genscher, eine „deutsch-polnische Interessengemeinschaft". Es ist für mich eine Ehre und ein Geschenk, heute über den Architekten dieses Wunders aus polnischer Sicht sprechen zu dürfen.

    Im Juni 1989, nach den ersten halbwegs freien Wahlen in der Region, wurde uns in Warschau klar, dass es ohne Deutschlands Vereinigung kein souveränes Polen geben kann. Und die Deutschen verstanden, dass die polnische Unterstützung den Weg zur Wiedervereinigung weitgehend erleichtern kann. Bereits Ende Juni sprachen viele „Solidarność"- Politiker offen darüber, allen voran Bronisław Geremek. Diese These war in „Solidarność"-Kreisen zwar nicht unumstritten, aber eigentlich schon seit Jahren sehr präsent. Ich erinnere mich an eine internationale Tagung in Warschau, auf der Geremek für seinen Vorstoß von allen Seiten kritisiert wurde. Die noch regierenden Kommunisten bezeichneten seine Position zur Wiedervereinigung des westlichen Nachbarn als „unverantwortlich". Die französischen und deutschen Journalisten waren höflicher und sprachen von einem für die Polen typischen Defizit an politischer Vernunft.

    Bevor sich die „Unverantwortlichen aller Länder" im Jahre 1989 vereinigen konnten, um die Welt zu verändern, bedurfte es mühsamer Arbeit - sowohl in der großen Politik als auch in den Gesellschaften. In beiden Fällen lässt sich die Zeitgeschichte nur dann glaubwürdig erzählen, wenn man die außerordentliche Rolle von Hans-Dietrich Genscher berücksichtigt. In der polnischen Erzählung wird vor allem betont, dass er sehr früh die Besonderheit der „Solidarność" als einer sich selbstbeschränkenden Revolution erkannte. Und dass der Bundesaußenminister sich als erster deutscher Spitzenpolitiker mit Lech Wałęsa traf. Dass er vorher, im Jahre 1984, seinen Polen-Besuch absagte, als ihm die kommunistischen Behörden eine Geste gegenüber der demokratischen Opposition verweigerten. Vor dem viel beachteten Treffen mit Wałęsa und seinen Beratern im Januar 1988 gab es enorme Schwierigkeiten, weil der Elektriker Wałęsa keinen unbezahlten Urlaub für nur einen Tag bekommen konnte. Es kam schließlich zu einer positiven Lösung, weil Genscher hartnäckig blieb. Für diese Hartnäckigkeit, für treue Freundschaft in Zeiten, als es uns nicht so gut ging, und vor allem für die frühe Anerkennung der Rolle der Bürgerbewegungen wurde Hans-Dietrich Genscher die „Solidarność"- Medaille verliehen. Es gibt sicherlich wichtigere Auszeichnungen, die Sie auch in meinem Lande erhalten haben. Wenige wurden aber wohl von so vielen, aus dem Herzen kommenden und dankbaren Gefühlen begleitet.

    Mit Hans-Dietrich Genscher verbinden wir natürlich auch seine legendäre Ausgleichspolitik zwischen Ost und West sowie die Schlussakte von Helsinki. Für viele Bürger des östlichen Teils Europas brachte dies eine deutliche Erweiterung der zivilgesellschaftlichen Verbindungen mit dem Westen und neue Reisemöglichkeiten. Die demokratische Opposition konnte sich nunmehr auf den Korb von Helsinki berufen, mit dem die Menschenrechte in die internationalen Beziehungen eingeführt worden waren.

    Natürlich stellte man sich im Osten die Frage, ob das traditionelle Status-quo-Denken nicht zu sehr unsere Unfreiheit zementiere. So hatte die Ostpolitik für uns auch ein anderes Gesicht. „Um des Friedens willen haben wir in Deutschland auf die Vereinigung verzichtet, deshalb solltet ihr im Osten auch etwas für den Frieden tun - nämlich auf die Freiheit verzichten." Das ist etwas zugespitzt ausgedrückt, doch so ungefähr verstanden wir manchmal unsere westlichen Nachbarn. Als 1988 in Polen unabhängige politische Klubs aus dem Boden schossen und die Arbeiter sich wieder zu rühren begannen, berichtete ich - voller Begeisterung und Hoffnung -Studenten an der Universität in Hamburg davon. Die Studenten reagierten mit dem nüchternen Vorschlag, wir sollten, ausnahmsweise, einmal ruhig bleiben: „Ihr werdet doch irgendwann eure Freiheit von Gorbatschow geschenkt bekommen." Irgendwann hieß damals - in 5 oder 25 Jahren. In einem Gespräch mit Bronisław Geremek im Jahre 1990 räumte Willy Brandt ein, dass er lange Zeit an eine konstruktive Rolle der Dissidenten-Bewegungen nicht geglaubt habe. „Heute weiß ich, dass man mit nichtpolitischen Methoden ein Imperium zum Einsturz bringen kann" - soll er hinzugefügt haben. Der Satz hatte Geremek unwahrscheinlich imponiert. An eben dieser Frage schieden sich die Geister, und die Kontroverse lebt auch heute noch fort. Wem gehört 1989? Wer brachte die Mauer zu Fall - Regierungen oder Menschen?

    Ich glaube, dass wir im politischen Handeln Hans-Dietrich Genschers, wie auch in seinen Texten die beste Antwort finden können: „Niemals dürfen wir vergessen, dass sich 1989 die Völker Europas so nahe waren, wie niemals zuvor in ihrer Geschichte. Das ist das Vermächtnis dieser großen europäischen Freiheitsrevolution". Wir wissen um die einmaligen Verdienste Michail Gorbatschows. Sie sind über alle Zweifel erhaben. Ebenso wie die Verdienste der Politiker, die mit ihm klug und erfolgreich verhandelten. Wir halten es aber für genauso wichtig, dass die Rolle eines neuen Akteurs, der damals die Bühne betrat, nicht übersehen wird: der Gesellschaft, der Menschen. Wenn wir die Gesellschaft beiseite schieben, dann vergessen wir das Wichtigste, was diese Revolution ausmachte: dass Runde Tische die Guillotine ersetzten und Wahlzettel Revolver. Wie auf dem Wahlplakat der „Solidarność", das bei uns zur Ikone der friedlichen Veränderungen wurde. Der Sheriff - Gary Cooper aus dem berühmten Film „High Noon" - mit dem Wahlschein in der Hand war Teil unserer neuen Identität und unseres mitteleuropäischen Traums. Es stimmt - wir wollten uns schöner malen, als wir waren. Mit zuweilen unerträglichem Pathos schickten wir uns an, „Einwohner in Staatsbürger zu verwandeln". Ein bisschen Illusion, ein bisschen Programm.

    Und wenn uns Hans-Dietrich Genscher auf die Nähe zwischen den Völkern im Jahre 1989 aufmerksam macht, so sagt er damit, dass wir eine einmalige Chance haben, ein Wir-Gefühl neuer Art zu produzieren. Eine Gemeinschaft, die keine Gegengemeinschaften braucht und ohne Abgrenzungen von den „Anderen" auskommt. Das sind Genschers Fußspuren in der Geschichte.

    Deshalb ist es schon von Bedeutung, in welchem Verständnis wir über 1989 sprechen, und wie wir dieser Ereignisse gedenken. Sind wir imstande, aus der national-heroischen Perspektive auszubrechen? Die Mauer ist ja nicht von alleine gefallen. Dem politischen Umbruch ging die faszinierende Geschichte der Oppositionsbewegungen in unserer gesamten Region voraus. Es ist auch eine Geschichte darüber, wie man eine autoritäre Macht ideologisch zu entwaffnen suchte. Da waren Adam Michnik in Warschau und Václav Havel in Prag mit ihrem Konzept der „Antipolitik" - einer auf Werte, statt Parteipolitik bezogenen Basisdemokratie. Bevor Adam Michnik zu einer Legende für uns wurde, waren mutige Dissidenten aus der Sowjetunion seine Vorbilder gewesen. Viele in der Region haben sich gegenseitig gestärkt und begonnen, ein Gemeinschaftsgefühl - das Herr Genscher mit Recht so oft und so nachdrücklich betont - zu entwickeln. Da waren doch auch die Demonstrierenden in Leipzig mit ihren Parolen „Wir sind das Volk! Keine Gewalt!" Und genau das ist die Geschichte, die wir uns in diesem Jubiläumsjahr erzählen sollten. Wie sonst wollen wir „das Friedliche" der friedlichen Revolution überhaupt erklären? Und wenn die friedliche Revolution Eingang in das europäische Gedächtnis findet, bekommen wir doch eine wichtige Grundlage für unsere gemeinsame, europäische Politik. Nicht nur Öl oder Gas besitzen die Eigenschaft, Menschen zusammen zu halten, sondern auch gemeinsame Werte.

    Meine Damen und Herren,

    Am 12. September 1989 wurde in Warschau die erste nichtkommunistische Regierung vereidigt. Die erste Amtshandlung in der politischen Karriere des neuen Außenministers Skubiszewski war ein Telefongespräch mit seinem deutschen Kollegen Genscher. Es ging um die Flüchtlinge aus der DDR, die auf dem Umweg über die Warschauer Botschaft der Bundesrepublik in den anderen deutschen Staat gelangen wollten. Wir hatten damals im Herbst insgesamt fast 6.000 Flüchtlinge, zuerst waren es im September weniger als 1000 gewesen, die in Ferienheime der Gewerkschaft „Solidarność" einquartiert wurden. Es musste nicht so dramatisch wie in Prag zugehen, weil Polen nun ein souveränes Land war. So sahen wir die Dinge zumindest. Unser Problem war ein ganz anderes: Wie erfüllt man eine humanitäre Pflicht, ohne die Nachbarn zu provozieren und zugleich eine historische Chance für sich selbst und für die Region zu verspielen? Weil unsere Regierung weder als kommunistisch noch - wie in Ungarn - als reformkommunistisch bezeichnet werden konnte, hatte die Ostberliner Presse Polen besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Man bezichtigte uns der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der DDR. Und - selbstverständlich - wurden wir für amerikanische Agenten gehalten. Der rumänische Diktator rief sogar dazu auf, uns - und vielleicht noch den Ungarn - „brüderliche Hilfe" zur Rettung des Kommunismus zu leisten.

    Je mehr wir uns in Selbstbeschränkung übten, desto unruhiger wurden die Medien im Westen. Die britische Presse, die immer um eine besonders vorsichtige Wortwahl bemüht ist, brachte es auf den Punkt: „Die Polen, als notorische Unruhestifter bekannt, machen sich zu früh an die Demontage des Kommunismus. Sie werden sich selbst und halb Europa in die Luft sprengen". In dieser „idyllischen" Atmosphäre standen wir mit unserem Flüchtlingsproblem und mit der ein wenig komplizierten Freiheit da. Mit dem von Bundesaußenminister Genscher nach Polen entsandten Staatssekretär Jürgen Sudhoff wurden Ausreisemöglichkeiten auch ohne Zustimmung Ost-Berlins erwogen. Gorbatschows Weisung, alle Flüchtlinge, vor allem aus Prag, ausreisen zu lassen, überholte dann aber diese Überlegungen. Als Herr Genscher auf dem Balkon in Prag sprach, bereiste der Staatssekretär Sudhoff die Sommerlager um Warschau, um den Flüchtlingen seine frohe Botschaft zu verkünden.

    Die polnische „Unruhestifterei", die eigentlich schon 1980 begann, kam auch den Deutschen zugute. Und wir Polen haben von den Deutschen, vor allem 1981, während des Kriegsrechts, eine einmalige Solidaritätswelle erfahren. Sie erfasste die Massen: Linke, Rechte, Gewerkschafter, einfach alle. Dafür gebührt dem damaligen Bundesaußenminister ein ganz besonderer Dank! Diese Erfahrung gibt den Polen und den Deutschen die seltene Gelegenheit, auch eine bilaterale optimistische Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte darüber, dass wir 1989 neue Chancen erhielten und diese auch nutzten. Wir fragen uns manchmal: Was hätten wir aus diesen Chancen gemacht, wenn wir nicht durch das Gespräch in den 60er und 70er Jahren schon vorbereitet gewesen wären? Wo wären wir heute ohne die mitfühlenden Gesten und intensiven Kontakte der christlichen Kreise in beiden Ländern? Wo wären wir ohne die KSZE als politisches Werkzeug zur Lösung regionaler Konflikte? Wo wären wir ohne die sozialen und psychologischen Folgen der Entspannungspolitik? Und, um es mit anderen Worten zu sagen: Wo wären wir ohne Hans-Dietrich Genscher?

    Ohne ihn wäre vieles im deutsch-polnischen und im Ost-West-Verhältnis anders gewesen. Oder gar nicht erst geschehen.

    Für den heutigen Preisträger war 1989 „das europäischste Jahr des 20. Jahrhunderts". Heute kommt es auf die globale Verantwortungspolitik an. Diese verlange - so Genscher - Rüstungskontrolle und Abrüstung, vor allem aber: „Abrüstung der Feindbilder, Absage an Überlegenheitsillusionen, an regionales oder politisches Besitzstandsdenken, Öffnung anstelle von Abgrenzung". Das erinnert mich an den Journalisten Ryszard Kapuściński, der uns mit seinen literarischen Reportagen über entfernte Gesellschaften, vor allem islamische, genau das beibringen wollte: Man muss den anderen verstehen lernen, um sich selber zu verstehen. Sein gesamtes Werk gleicht dem geduldigen Aufstellen kultureller Spiegel der anderen. In diesen Spiegeln sollen wir uns selbst, ungeschminkt, betrachten.

    Genscher und Kapuściński geben uns die gleiche Botschaft auf den Weg: Ost und West, Nord und Süd - sie müssen sich noch ihre Geschichten erzählen. Und aufmerksames Zuhören scheint wichtig zu sein, damit der andere kein schwer zu fassender, mysteriöser Fremder bleibt. Es kommt ja schließlich darauf an, dass das Anderssein nicht automatisch Fremdheit bedeutet.

    Wir fragten einmal den ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch: „Was können wir für euch Ukrainer tun?" Er erwiderte: „Nur Eines. Sagt denen im Westen, dass es uns auch gibt". Vielen Politikern im Westen musste man das tatsächlich immer wieder „kommunizieren".

    Dem deutschen Außenminister a.D., Hans-Dietrich Genscher - nicht.

    Deshalb erhält er heute einen Preis für besondere Verdienste um die enorme Erleichterung der europäischen Kommunikation.

    Dem verehrten Preisträger und Ihnen, liebe Frau Genscher, gratuliere ich von Herzen. 

    Die Einweihung des Denkmals für die polnischen Opfer des 2. Weltkrieges in Leipzig

    Am 1. September 2009, im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des 2. Weltkriegs, wurde auf dem Ostfriedhof in Leipzig das Denkmal für die polnischen Opfer des 2. Weltkrieges eingeweiht. An dem Festakt nahmen der Botschafter M. Prawda, der Bürgermeister von Leipzig M. Faber und der Superintendent i. R. F. Magirius teil.

    Nach der Einweihung des Denkmals fand in der Nikolaikirche in Leipzig ein ökumenisches Friedensgebet statt.

    Zentrale Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des 2. Weltkrieges in Berlin

    Am 1. September 2009 fanden am Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten in Park Friedrichshain in Berlin die zentralen Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des 2. Weltkrieges statt.

    Die Gelegenheitsrede hielt der Botschafter M. Prawda. Für den feierlichen Rahmen des Festakts sorgten die polnischen Soldaten aus Szczecin und die deutschen aus Berlin. Die Kränzen legten die Vertreter der Bundesregierung, des Bundestages, der Stadtbehörden Berlins sowie die zahlreichen Botschafter und Verteidigungsattaches nieder. 

    Deutsch-polnischer Gedenkgottesdienst anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns des 2. Weltkrieges in Berlin

    Mit einem gemeinsamen Gottesdienst haben die Polnische und die Deutsche Bischofskonferenz am 30. August 2009 in der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin des Beginns des 2. Weltkriegs vor 70 Jahren gedacht. An der Messe nahmen auch Bundespräsident Horst Köhler und der polnische Botschafter Marek Prawda teil. Die Predigt hielt der Bischof von Tarnów, Wiktor Skworc.

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

    Eminenz, liebe Mitbruder in bischöflichem Dienst!

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Szanowny Panie Ambasadorze Rzeczypospolitej Polskiej!

    Drodzy Rodacy!

    Am Vortag des 70. Jahrestages des Ausbruchs vom Zweiten Weltkrieg vereinen wir uns in der Berliner Kathedrale zur Eucharistiefeier (unter dem Motto) „Pro Pace". Unsere Gemeinschaft möchte im Gebet Gott, dem Herrn der Geschichte danken, für jeden Tag im Frieden, dessen sich der Alte Kontinent erfreuen darf. Unser Dank ist angebracht, hat doch Europa den Wert des Friedens auf eine äußerst schmerzliche Weise kennengelernt - um den Preis nämlich, Krieg erfahren zu haben. Der letzte Krieg hat den Menschen und was er erreicht hat bis zu den Fundamenten zerstört. Unser Dichter Roman Brandstaetter, der jüdischer Herkunft ist, hat geschrieben, der Krieg sei die „Besuchszeit für den Satan" (vergleiche Roman Brandstaetter. Biblio, ojczyzno moja...).

    Das Zwanzigste Jahrhundert hat mit Schrecken erfahren, zu was der Mensch fähig ist, wenn er entgegen der Warnungen, die wir in der ersten Lesung gehört haben, Gottes Gesetze und Vorschriften, ja Gott selbst verdrängt. Wenn der Mensch Gottes Gebote außer Kraft setzt, wenn Gott fehlt als Bezugspunkt und Quelle der Wahrheit, dann nehmen die schlimmsten Triebe das Innere des Menschen gefangen.  Das heutige Evangelium nennt sie uns: „Böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft." (vgl. Mk 7, 21-23).

    Schwestern und Brüder, das klingt wie ein Katalog kriegerischen Unrechts und Verbrechens: sozusagen eine Beschreibung des Krieges. Im Angesicht des Bösen und seiner Folgen bis zum heutigen Tag fragt der Mensch - auch, wer glaubt, dass Gott gut und allmächtig ist - fragt schmerzlich: Warum? Weshalb hat er das zugelassen, warum hat er geschwiegen? Aus welchem Grund hat er nicht reagiert, als so viele seiner Kinder sein Geschenk: das Leben, verloren haben? Mit dieser Frage hat sich Papst Benedikt XVI.  auseinandergesetzt, als er im Jahre 2006 in Auschwitz-Birkenau verweilte. Der Papst aus Deutschland, Nachfolger des Papstes aus Polen, hat bekannt: An diesem Ort versagen die Worte (...) Wir können in Gottes Geheimnis nicht hineinblicken - wir sehen nur Fragmente und vergreifen uns, wenn wir uns zum Richter über Gott und die Geschichte machen wollen. Dann würden wir nicht den Menschen verteidigen, sondern zu seiner Zerstörung beitragen. Nein - im letzten müssen wir bei dem demütigen, aber eindringlichen Schrei zu Gott bleiben: Wach auf! Vergiss dein Geschöpf Mensch nicht!

    Brüder und Schwestern!

    Als glaubende Repräsentanten zweier Gemeinschaften, der Kirche in Deutschland und der Kirche in Polen, wollen wir nicht den Fehler begehen, die Geschichte neu zu verurteilen, die Opfer neu aufzuzählen und so das Leid zu messen. Wir wollen hingegen um Frieden rufen für uns und die Welt. Zu Gott: er erinnere sich unser! Und gegenseitig müssen wir uns und unsere Nächsten gegenwärtig halten. So nehmen wir in unser Beten diejenigen hinein, die heute gehen: die Augenzeugen der Kriegszeit. Gott erfülle ihre Herzen mit seinem Frieden! Diese heilige Eucharistiefeier, in der das Leiden Christi gegenwärtig wird, opfern wir auch für die Kriegsopfer auf im Vertrauen, dass der Herr des Lebens den Märtyrern des Zweiten Weltkriegs die Gnade einer glücklichen Ewigkeit, verleihen möge.

    In einem der Orte (er heißt Żabno) der Diözese, deren Hirte ich bin, existiert auf dem Friedhof aus der Zeit des ersten Weltkrieges - mit Gräbern von Deutschen, Polen, Russen, Österreichern, Italienern und anderen Völker - folgende Inschrift:

    „Die sich im Leben bekriegten

    Liegen im Tode vereint

    Ein Vaterland beweint

    Die Sieger und die Besiegten"       

    So beweint ein Land sowohl die Sieger wie auch die Besiegten, und das Gedenken der Opfer ruft nach Frieden und Versöhnung. Wir müssen zugeben, dass nach dem Zweiten Weltkrieg nicht allzu viel an Haltung, Gesten und Handlungen geschehen ist mit einer ähnlichen Sicht in Richtung Vergebung, Versöhnung und Erbarmen. Möglicherweise auch daher, dass Versöhnung und Vergebung nur innerhalb von Wahrheit und Freiheit geschehen kann. Diese Bedingung war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Denn in Wahrheit hat der Zweite Weltkrieg für die Polen und einen großen Teil von Deutschen erst vor nunmehr zwanzig Jahren geendet. Die friedliche Revolution, die durch „Solidarität"/„Solidarność" von Polen ausgegangen ist, hat Europa die Befreiung von den Ketten und Spaltungen des Krieges gebracht.

    Wir alle haben noch das Niederreißen der Berliner Mauer vor Augen. Dieses symbolische Ereignis bedeutet noch nicht die sofortige Lösung aller Probleme. Johannes Paul II. hat in Gnesen während seines Besuchs im Jahre 1997 - anwesend waren sieben Staatsoberhäupter, unter ihnen auch der Präsident der Bundesrepublik Deutschland und der polnische Staatspräsident - gesagt:

    „Ist nicht zu bemerken, dass nach dem Fall einer Mauer, jener aus sichtbaren Steinen, sich noch deutlicher eine andere Mauer, eine unsichtbare, zeigt? Sie teilt weiterhin unseren Kontinent: die Mauer, die im Herzen des Menschen verläuft. Sie besteht aus Furcht und Aggression, aus Mangel an Verständnis für Menschen anderer Herkunft, anderer Hautfarbe und unterschiedlicher religiöser Überzeugungen; sie wird aus politischem und wirtschaftlichem Egoismus gebaut sowie aus der Abschwächung der Werte, die das menschliche Leben und die Würde jedes Menschen darstellen. (...) Ihr Schatten liegt auf ganz Europa... Eine europäische Einheit verwirklicht sich nicht, solange sie sich nicht in einer geistigen Gemeinschaft ausdrückt." (Jan Paweł II. Pielgrzymki do Ojczyzny. Kraków 2006, s. 911).

    Schwestern und Brüder!

    Die unsichtbare Mauer - ihr Schatten legt sich auch auf uns - bringt uns den Anstoß zu einer Gewissenserforschung. Dazu ermutigen wir alle, auch jene, die zur Erreichung von politischen Zielen instrumentell die Leiden der Kriegsopfer ausnützen. Niemand besitzt das moralische Recht zu einem solchen Vorgehen!

    Unter dem Kriegsopfer befinden sich auch die Zwangsausgesiedelten aus der Heimat, die Deportierten, die Exilierten. Wir nehmen sie alle in unser Gebet auf:  für jegliche Opfer der Apokalypse des Krieges.

    Gleichzeitig danken wir Gott für alle jene, die ihnen damals einen Friedensmoment und einen „Becher frischen Wassers" - wie das  Evangelium sagt, gereicht haben. An dieser Stelle möchte ich auch den deutschen Brüdern und Schwestern danken, die in den achtziger Jahren den Polen geholfen haben, die durch den Kriegszustand bei uns aus Polen hinaus mussten, und jenen, die sich spontan eingesetzt haben mit materieller und geistiger Hilfe für unser Land Polen, dem Hoffnungslosigkeit drohte und das am Rande einer humanitären Katastrophe stand. Ihr habt mit uns Brot und solidarische Liebe geteilt. Gott segne Euch für alle Gesten der Gastfreundschaft, Güte und Verständnis gegenüber Polen: ein gerechtes Behandeln von polnischen Arbeitern, die Aufnahme im Sinne des Evangeliums der polnischen Gläubigen in eure Kirchen, die in ihrer Muttersprache auch für das Land beten, in das sie aus verschiedenen Gründen gelangt sind! Unter den verschiedenen Emigrationsgründen bleibt jener infolge des Zweiten Weltkriegs, dann auch der politische und der gesellschaftlich-wirtschaftliche der wichtigste.

    Brüder und Schwestern!  

    Die rechte Haltung gegenüber den durch den Krieg Geschädigten besteht für die Gläubigen, sowie für alle Menschen guten Willens, in Hochachtung, geistiger und materieller Hilfeleistung und dem objektiven Suchen nach der Wahrheit; wie auch im Wohlwollenden Hören auf  ihre Forderungen. Unsere Worte und Taten seien im Angesicht der Tragödie des Krieges eindeutig, in Übereinstimmung mit der Wahrheit und Gerecht: nach dem Beispiel der Kriegsgeneration, die den Mut hatte, die Worte „Wir vergeben und bitten um Vergebung" auszusprechen, und in Schweigen niederzuknien bei soviel Leid und Bösem! Nur eine „Liebe in Wahrheit" - um die neueste Enzyklika des Papstes beim Namen zu nennen - ist fähig, die „europäische Gemeinschaft des Geistes" zu bilden, von der Papst Johannes Paul träumte.

    Unter uns leben Menschen, die großen Anteil hatten und haben beim Bilden einer Atmosphäre der Versöhnung und der Vergebung, in der Liebe in Wahrheit und Frieden herrschen. Für sie danken wir Gott, für die Brückenbauer des Friedens zwischen den Nachbarn im europäischen Haus. Wir freuen uns über jede Initiative, die von Einzelpersonen, lokalen Gesellschaften, Nichtregierungsorganisationen, Institutionen und kirchlichen Gemeinschaften ausgehen, die in unsere gutnachbarlichen Beziehungen den Frieden des Herzens einbringen. Eine solche Haltung sollte für uns Christen typisch sein, die wir im Lichte des Evangeliums leben wollen und nicht im Schatten von nicht Endendwollenden Vorwürfen und Abrechnungen.

    Brüder und Schwestern!

    In der deutschen Sprache wird „gehören" von „hören"  abgeleitet. Wenn wir das Wort Gottes hören, gehören wir zur Familie der Kinder Gottes. Wir gehören zur Kirche, in der es - analog zur paulinischen Terminologie - nicht mehr Deutsche und Polen gibt, da wir alle eins sind in Jesus Christus (vgl. Kol 3, 11). Das Bewusstsein dieser Wahrheit mobilisiere uns zu einer Vertiefung unserer Zusammenarbeit, insbesondere in jener der evangelisierenden, missionarischen und humanitären. Daraus erwächst eine Sicht der Geschichte unserer schwierigen Beziehungen, die auf dem Evangelium fußt. Aus unserem Glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ziehen wir die richtigen Folgerungen: wir wandeln die Worte Vergebung und Versöhnung in Handlungen der gegenseitigen Liebe und in gesellschaftliche Solidarität, die dem Wohl jedes und aller dienen. In solch einem Geist wachse auch die junge Generation heran, der wir gesegnete Zeiten des Friedens wünschen!

    Die Richtung des Friedens, des Gebets und des Dialogs zeigt uns in dieser Kathedrale die heilige Hedwig an, die „Fürsprecherin des gegenseitigen Verständnisses und der Versöhnung".

    Die zweite heutige Lesung lehrt, dass jedes Gut und vollkommene Geschenk von oben kommt, von Gott (vgl. Jk 1, 17). Letztlich ist der Friede ein Geschenk von Christus, dem Friedensfürst, der durch die Erlösungstat die trennende Mauer der Feindschaft niedergerissen hat und die Menschen im Geheimnis des Kreuzes unter sich und mit dem Vater vereint (vgl. Ef 2, 14-18).

    Indem wir für die Sache des Frieden arbeiten, bitten wir ständig Gott um diesen Frieden. „Gott aber kann viel mehr tun, als wir von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. Deshalb wollen wir ihn mit der ganzen Gemeinde durch Jesus Christus ewig und für alle Zeiten loben und preisen." (Ef 3, 20-21).

    Beten wir solidarisch: Gott wirke - durch seine Kraft in uns - in unserer gemeinsamen Sache mehr, als wir erbitten, mehr, als wir selber verstehen können!

    Módlmy się wspólnie: Boże umocnij w nas wszystko, co dobre i troskliwie strzeż tego, co umocniłeś! Amen.

    Buchpräsentation und Podiumsdiskussion des Deutsch-Polnischen Jugendwerks und des Deutschen Historischen Museums

    Am 31. August 2009, anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des 2. Weltkrieges, fand eine Buchpräsentation des Deutsch-Polnischen Jugendwerks statt, das über die Schrecken des 2. Weltkrieges und seine langfristigen, bis heute spürbaren Folgen umfassend informiert. In 15 Essays beleuchten Historiker aus Deutschland und Polen, jeweils die deutsche und polnische Sicht auf verschiedene Fragestellungen.

    Die Buchpräsentation wurde durch die Podiumsdiskussion „Geschichte und Erinnerung - Zur Rolle der politisch-historischen Bildung bei deutschpolnischen Begegnungen" begleitet, an der die deutschen und polnischen Wissenschaftler sowie Journalisten teilnahmen. Der Band richtet sich an Lehrer und Jugendgruppenleiter aus beiden Ländern, aber auch an alle an deutsch-polnischer Geschichte Interessierte. Die Präsentation der polnischen Fassung des Buches findet am 3. September 2009 in Warszawa statt.

    Adam-Mickiewicz-Preis für Versöhnung und Zusammenarbeit in Europa 2009

    Am 29. August 2009 im Großen Festsaal des Rathauses Weimar fand die Preisverleihung des Adam-Mickiewicz-Preises statt. Der Preis wurde an drei Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen verliehen - Freya Gräfin von Moltke, Ehrenvorsitzende der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, Stéphane Hessel, Mitglied des Kuratoriums des Komitees für Förderung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit und Zdzisław Najder, Berater der Solidarnośċ-Gewerkschaftsbewegung und ehemaligen Direktor des polnischen Dienstes von Radio Freies Europa.

    Die Laudatio hielt Frau Prof. Rita Süssmuth, ehemalige Präsidentin des Bundestages. Der Preis wurde gemeinsam vom Oberbürgermeister der Stadt Weimar, Stefan Wolf, und vom Präsidenten des Komitees ‚Weimarer Dreieck', Prof. Dr. Klaus-Heinrich Standke, Beigeordneter Generaldirektor der UNESCO a.D., verliehen. 

    Rede des Marshalls des Senats B. Borusewicz im Abgeordnetenhaus von Berlin anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des 2. Weltkrieges

    Am 27. August 2009 besuchte der Marschall des Senats B. Borusewicz Berlin, wo er im Abgeordnetenhaus von Berlin die Rede „1. September 1939 - Erinnerung für die Zukunft" anlässlich des 70. Jahrestages des Überfalls auf Polen hielt.

    Der Marschall B. Borusewicz traf sich auch mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, W. Momper  und besuchte die Ausstellung „Polen und Deutsche - Abgründe und Hoffnungen" im Deutschen Historischen Museum.  

    Treffen des Botschafters M. Prawda mit den polnischen Teilnehmern der 12. IAAF Leichtathletik Weltmeisterschaften in Berlin

    Am 17. August 2009 traf sich der Botschafter M. Prawda mit den polnischen Teilnehmern der 12. IAAF Leichtathletik Weltmeisterschaften in Berlin. Zwischen den Gästen waren auch die ersten polnischen Medaillengewinner - Tomasz Majewski (Kugelstoßen) und Kamila Chudzik (Siebenkampf).

    Die Sportler wurden durch den Vorsitzenden des Polnischen Leichtathletik-Verbandes, Jerzy Skucha und die zahlreichen Ausbildungskräfte begleitet. Die Gäste dankten für die Glückwünsche und versicherten, dass sie sich um die nächsten Erfolge bemühen. Sie hielten ihr Wort, denn noch am Abend gewann Anna Rogowska den Stabhochsprung, Silber in dieser Disziplin ging an Monika Pyrek und Szymon Ziółkowski erkämpfte sich Silbermedaille im Hammerwerfen 

    Besuch des stellvertretenden Ministerpräsidenten Waldemar Pawlak in Nürnberg

    Am 17. Juli 2009 besuchte der stellvertretende Ministerpräsident Waldemar Pawlak Nürnberg.

    W. Pawlak traf sich mit dem Bundesminister für Wirtschaft, K.-T. zu Guttenberg, mit dem er die aktuellen wirtschaftlichen Problemen auf dem bilateralen und internationalen Ebene besprach. Er nahm auch an dem Seminar mit den deutschen und polnischen Unternehmern teil, wo man über die Erfahrungen und Barrieren diskutierte, die ein Gewerbe in Polen und Deutschland erschweren. 

    Ministerpräsident Donald Tusk in Osnabrück

    Am 12. Juli 2009 stattete der Ministerpräsident D. Tusk den Besuch in Osnabrück ab, wo er zusammen mit J. Buzek und dem Präsidenten des Europäischen Parlaments H.-G. Pöttering an der Messe teilnahm, die vom Osnabrücker Bischof F.-J. Bode und dem polnischen Erzbischof Alfons Nossol aus Opole zelebriert wurde.

    Während des Treffens mit H.-G. Pöttering bedankte sich Ministerpräsident Tusk bei ihm für die gute Zusammenarbeit und drückte die Hoffnung aus, dass J. Buzek sein Nachfolger wird.

    Kulinarische Reise durch Kujawien und Pommern

    Sind Sie recht herzlich eingeladen zur Teilnahme an der Präsentation von ökologischen und traditionellen Produkten aus der Wojewodschaft Kujawsko-Pomorskie im polnischen Restaurant "Chopin" in Berlin -Wannsee am 1. und 2. August 2009.
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    H. Köhler begann seine zweite Amtszeit mit dem Besuch Polens

    Am 13. Juli 2009 stattete der Bundespräsident H. Köhler einen Besuch in Polen ab. Das war seine erste Auslandsreise in der zweiten Amtszeit.

    Während des Aufenthalts in Warszawa traf sich H. Köhler mit dem Staatspräsidenten L. Kaczyński sowie mit dem Ministerpräsidenten D. Tusk. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die bilateralen Beziehungen und die wichtigsten Fragen der internationalen Politik

    Cooltur-Karrusell 2009

    Das Cooltur-Karussell ist ein mehrdimensionaler deutsch-polnischer „Zusammenstoß" von Profis und Amateuren. Deshalb vom 17. bis zum 21. Juli 2009 trafen sich in Świnoujście und auf der deutschen Seite in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin Künstler der hohen und Massenkultur, Amateure und Profis, Sportler, Journalisten, Deutsche und Polen, Europäer, um von ihren Erfahrungen zu berichten, ihre Entscheidungen und Ansichten zu präsentieren.

    Während des Karussells wurden Menschen aus vielen Handlungsbereichen konfrontiert, und eine zusätzliche besondere Dimension war das Aufzeigen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten, die Polen und Deutsche trennen und verbinden. 

    Übergabe der Pieta-Figur aus dem XV Jahrhundert, die 1995 aus der Kirche in der Wojewodschaft Opole gestohlen wurde

    Am 7. Juli 2009, nach fast zwei Jahren der Verfahrensschritte polnischer Staatsanwaltschaft und Polizei, die mit dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden, dem Landeskriminalamt in München sowie der Staatsanwaltschaft in Bamberg kooperierte, in Räumen des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko, in Anwesenheit des Verbindungsbeamten der polnischen Polizei in Deutschland fand die Übergabe der Pieta-Figur aus dem XV Jahrhundert, die 1995 aus der Kirche in der Wojewodschaft Opole gestohlen wurde, statt.

    Auf die Spur der Pieta-Figur kamen die Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden, als sie als ein Angebot bei einem Kunsthändler in Bamberg auftauchte. Nachdem die Figur von dem Landeskriminalamt (LKA) in München sichergestellt wurde, gab man viele Gutachten ab, um die Pieta-Figur als das in Polen gestohlenes Kunstwerk zu identifizieren. Die Rechtsvertreter des Kunsthändlers, der die Figur zu verkaufen versuchte, bemühten sich zu beweisen, dass die Figur nicht dieselbe ist, die in Polen gestohlen wurde. Letztendlich dank der ausgezeichneten meritorischen Vorbereitung der Beamten aus BKA und LKA in München sowie ihres persönlichen Engagements endete das Verfahren für Polen positiv.

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    Auf der Suche nach neuen Ideen für die Wirtschaftsförderung und regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit

    Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2009 besuchte eine Gruppe der Wirtschaftsförderer aus Niederschlesien die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin. Die Studienreise war ein Ergebnis der nahen Kooperation der Berliner Senatsverwaltung mit der Stadtverwaltung Wrocław und dem Marschallamt der Wojewodschaft Niederschlesien im Rahmen der Oder-Partnerschaft.

    Die polnischen Gäste lernten die in Berlin angebotenen Finanzierungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen der Wirtschaftsförderung kennen und hatten ebenso eine gute Möglichkeit, ihre bisherigen Erfahrungen und Ideen mit den deutschen Partnern auszutauschen. Die im Rahmen der zahlreichen Workshops und Studienbesuche erhobenen Schwerpunkte - Förderung der Existenzgründungen von Frauen sowie selbständigkeitsbildende Maßnahmen - weckten unter den Teilnehmern großes Interesse. Dank der Besuche vor Ort, u.a. im Gründerinnenzentrum „Weiberwirtschaft" sowie in den Quartiermanagementgebieten Richardplatz und Körnerpark konnten sich die Gäste mit der praktischen Umsetzung der Programme auseinandersetzen. Die Veranstalter hoffen, dass die Studienreise nicht nur zur Entstehung neuer Projekte im Bereich Wirtschaftsförderung beitragen wird, sondern dass darunter auch viele grenzüberschreitende Projekte zu finden sind. 

    Erstes Schulbuch für Polnisch als Fremdsprache erschienen 

    Das Lehrwerk, das im Universum Verlag Wiesbaden herausgegeben wurde, richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen 8-12 bzw. 9-13 und enthält neben zwei Unterrichtsbänden einen Grammatikband und eine Audio-CD, dazugehörige Arbeitshefte sind in Planung. Die einzelnen Lektionen sind dabei inhaltlich an den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) für Polnisch als Fremdsprache ausgerichtet.

    Realisiert werden konnte das Projekt nicht zuletzt aufgrund der Förderung durch die Bundesregierung. Sie hatte sich im deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag aus dem Jahre 1991 nachdrücklich dafür eingesetzt, die Möglichkeiten auszubauen, in Schulen die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen. Ein weiterer Teil der Fördergelder stammt aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Robert Bosch Stiftung.

    Während beispielsweise für Spanisch, Französisch, Russisch oder auch Italienisch seit Jahren Lehrwerke für Schüler vorhanden sind, bestand für Polnisch diesbezüglich noch ein Defizit. Auch wenn die Anzahl derjenigen, die in Deutschland Polnisch lernen, noch verhältnismäßig gering ist, bleibt dennoch unstrittig, dass die Beherrschung dieser Sprache in naher Zukunft ein immer wichtigeres Qualifikationsmerkmal für Berufsanfänger sein kann. Die wirtschaftlichen Kontakte mit Polen nehmen zu und immer mehr Firmen suchen Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen. Wenn sich demnächst der Arbeitsmarkt in Deutschland für polnische Arbeitnehmer öffnet, werden sich deutsche Schulabgänger mit den meist ausgezeichnet Deutsch und Englisch sprechenden polnischen Schülern messen lassen müssen. Das nun erschienene Lehrwerk soll einen Beitrag dazu leisten, die Ausbildungssituation im Hinblick auf die Polnischkenntnisse deutscher Schüler zu verbessern.

    Weitere Informationen: www.polnisch.in-schulen.de/

    Ewa Bagłajewska-Miglus, Renata Szpigiel: Witaj Polsko!
    Hrsg. v. Erika Worbs. Projektleitung und landeskundliche Beiträge: Matthias Kneip. Universum Verlag Wiesbaden 2009. Bd. 1 und 2, Grammatisches Beiheft und Audio-CD.
    Gedruckt mit Unterstützung der Bundesregierung. Gefördert aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Robert Bosch Stiftung 

    Deutsch-Polnische Medientage

    '20 Jahre später...' - unter diesem Motto standen vom 17. bis zum 19. Juni 2009 die 2. Deutsch-Polnischen Medientage in Stettin. Sie boten die Gelegenheit, Zeitzeugen der damaligen Ereignisse aus Polen und Deutschland zu begegnen.

    An den Medientagen nahmen u.a. Hans-Dietrich Genscher, Lech Wałęsa, Janusz Reiter und Aleksander Kwaśniewski teil. Die Diskussionen wurden gemeinsam von bekannten deutschen und polnischen Journalisten moderiert. Den Eröffnungsvortrag hielt Horst Teltschik, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz bis 2008 und ehemals Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die deutsch-polnischen Verhandlungen unter Helmut Kohl. Im Rahmen des Medienforums wurden aktuelle Fragestellungen zu den Themen "Die Chancen der Europäer nach 1989", "Das deutsch-polnische Verhältnis im transatlantischen Kontext" und „Medien unter Druck! Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise auf die medien in Europa? aufgegriffen. Feierlicher Akzent der Medientage 2009 war die Verleihung des deutsch-polnischen Journalistenpreises am 18. Juni 2009.

    Die Medientage 2009 wurden gemeinsam von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Wojewodschaft Westpommern sowie der Stadt Stettin veranstaltet. Die Medientage 2009 standen  unter der Schirmherrschaft des Sejmmarschalls Bronisław Komorowski und des Präsidenten des Deutschen Bundestags Norbert Lammert. 

    Enthüllung des Denkmals zur Erinnerung an den Beitrag von Solidarność zur Wiederherstellung der Freiheit und Einheit in Europa

    Vom 16. bis zum 17. Juni 2009 stattete der Marschall des Sejm B. Komorowski zusammen mit den anderen Mitglieder des Präsidiums des Sejm einen offiziellen Besuch in Berlin ab, wo eine gemeinsame Sitzung der Präsidien des Sejm und Bundestages stattfand. Ein Höhepunkt des Besuchs war die Enthüllung - in Anwesenheit der Bundeskanzlerin A. Merkel - eines Teiles der Mauer der Danziger Werft, der an den Beitrag von Solidarność zum Fall des Kommunismus erinnern soll.

    Am 16. Juni 2009 in Paul-Löbe-Haus besichtigten die Mitglieder der Präsidien die Ausstellung „Die friedliche Revolution - Weg zur Freiheit. 20. Jahrestag der Wende in Polen", die den Befreiungsprozess Polens von der kommunistischen Diktatur sowie den Beitrag der Solidarność zu den demokratischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa zeigt.

    Am 17. Juni 2009 fand eine gemeinsame Sitzung der Präsidien des Sejm und des Bundestages statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die bilateralen parlamentarischen Beziehungen, die EU-Energiepolitik sowie die gegenseitigen Geschichtsbilder. Danach nahm die polnische Delegation an der Gedenkstunde zum 17. Juni 1953 teil.

    Ein Höhepunkt des Besuchs war die Enthüllung des Denkmals zur Erinnerung an den Beitrag von Solidarność zur Wiederherstellung der Freiheit und Einheit in Europa durch B. Komorowski und N. Lammert am Reichstagsgebäude. Auf der Tafel steht geschrieben: "Zur Erinnerung an den Kampf der Solidarność für Freiheit und Demokratie und den Beitrag Polens zur Wiedervereinigung Deutschlands und für ein politisch geeintes Europa".  

    Eröffnung der Tagung zur Kulturellen Bildung in Genshagen

    Mit der internationalen Konferenz „Kunst der Vermittlung - Vermittlung der Kunst" und der ersten Verleihung des Preises für kulturelle Bildung wurde am 09.06.2009 offiziell der neue Schwerpunkt  „Kunst- und Kulturvermittlung in Europa" der Stiftung Genshagen eingeweiht. An der Konferenz nahmen neben Kulturstaatsminister Bernd Neumann unter anderem auch der polnische Minister für Kultur und Nationales Erbe, Bogdan Zdrojewski, und der französische Botschafter Bernard de Montferrand teil.

     

    Kultur hoch drei

      Blick durch das Parktor auf Schloss Genshagen in dem gleichnamigen Brandenburger Ort, suedlich von Berlin, am Freitag, 6. Januar 2006. Das Schloss bereitet sich auf die erste Klausurtagung des Bundeskabinetts unter Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, das sich am kommenden Montag und Dienstag, 9. und 10. Januar 2006, dort treffen will. (AP Photo/Sven Kaestner) --- A view through the park gate to Genshagen castle some kilometres south of Berlin Friday, Jan. 6, 2006. The German government will meet at Genshagen castle next week for their first two-day conclave in 2006 and for the first time chaired by Germany's new Chancellor Angela Merkel. (AP Photo/Sven Kaestner)Ort für Dialog der Kulturen: Schloss Genshagen

    Eine stolze Summe: 900.000 Euro stellt Deutschland für das neue "Zentrum für Kulturelle Bildung" in Schloss Genshagen zur Verfügung. Franzosen, Polen und Deutsche sollen dort die Kultur über die Grenzen hinaus erfahren.

     

     

    Man nehme: eine Prise französische Nonchalance, einen Schuss polnische Gastfreundschaft und einen Hauch deutscher Gründlichkeit - et voilá, so funktioniert Völkerverständigung. Seit 1993 wird auf einem Schloss südlich von Berlin auf französisch, polnisch und deutsch diskutiert, gemalt, gelesen, gestritten und gelacht. Die Stiftung Genshagen will das, was sich zwischen Deutschen und Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg so gut entwickelt hat, auch mit den Polen machen.

     

    Nachholbedarf in Sachen Kulturbildung

     

    "Ein polnisches Kind hat es viermal so schwer , an ein Musikinstrument zu kommen, wie ein Gleichaltriger in Deutschland", sagt der polnische Kulturminister Bogdan Zdrojewski. Gerade in den Ländern des ehemaligen Ostblocks sei im Bereich der Kulturbildung zu kurz gekommen. "Dies gilt es nachzuholen", meinte Zdrojewski.

     

    Kulturminister Neumann und Bogdan Zdrojewski in GENSHAGEN Neumann und Zdrojewski werden das Zentrum unterstützen

     

    Tri-kulturelle Schriftstellerwochen, Theater und Festivals

     

    Mit dem "Weimarer Dreieck", einem Treffen der Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreich, wollte man Anfang der neunziger Jahre Polen näher an die EU und die NATO bringen. Die Stiftung Genshagen will rund zwei Jahrzehnte später jedoch "vorpolitisch" arbeiten. Darunter versteht man auf dem Schloss zum Beispiel Schriftstellerwochen und Unternehmertreffen, Theaterworkshops und deutsch-polnisch-französische Kulturfestivals im Schlossgarten.

     

    Europaweit einzigartig

     

    In Europa ist dieser Ansatz einzigartig, denn "Kulturbildung" steht selten auf der politischen Agenda. Die Einrichtung soll ab jetzt für den notwendigen Erfahrungsaustausch zwischen den drei Ländern sorgen und den europäischen Dialog auf der kulturellen Ebene stärker fördern. Deshalb werden jetzt zu den bisher deutschen und französischen Gremienmitgliedern auch polnische hinzu kommen.

     

    Voneinander lernen

     

    Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann, aus dessen Etat die Kulturstiftung in Zukunft 900.000 Euro bekommt, will von den Franzosen und den Polen lernen. "Wenn ich lese, dass in Polen Schulklassen massenweise Museen besuchen oder wenn in Frankreich jetzt in staatlichen Museen der Eintritt für unter 26jährige frei ist, dann sind das für uns gute Beispiele und Anregungen."

     

    Einen Dialog darüber zu koordinieren und die Probleme in den jeweiligen Ländern bewusst zu machen, soll nun Aufgabe für die Stiftung in Genshagen sein. Mit dem "Zentrum für kulturelle Bildung in Europa" hat die Stätte ein tri-nationales Profil erhalten.

     

    Barbara Ahlfeld von der Galerie PoKuSa mit Koelner Künstler Karl-Karol ChrobokPolnischer Kultursalon in Deutschland

     

    Preise für Musik, Theater und Forschen

     

    Die Stiftung will aber auch motivieren. Gerade hat sie drei Preise verliehen, dotiert mit jeweils 20.000 Euro. Ausgezeichnet wurden das Musikstück "Accompagnato - die Kunst des Begleitens" von der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Hier standen Orchesterprofis mit geistig behinderten Menschen gemeinsam auf der Bühne. Ebenso wurde das Projekt "Forschen in eigener Sache" des Überseemuseums Bremen ausgezeichnet, das Jugendlichen für die Erkundung des eigenen Umfelds begeistert und auf diese Art ihre Identität stärken soll. Das Thalia-Theater Halle war der dritte Preisträger: In ihrem Stück "Opferpopp" waren jugendliche Laien die Hauptdarsteller auf der Bühne.

     

    Stiftung Genshagen wurde ehemals als das "Berlin-Brandenburgisches Institut für deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa" gegründet. Seine Initiatoren - die ehemalige Kanzlerberaterin Brigitte Sauzay und der Historiker Rudolf von Thadden - setzten sich für den zivilgesellschaftlichen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich ein. Jetzt kommt auch Polen dazu. Die Ideengeber wünschen sich offenbar, dass aus Genshagen eine Art Wiege der kulturellen Bildung im deutsch-französisch-polnischen Europa wird. Eine Chance - nicht nur für das kulturelle Zusammenwachsen Europas, sondern auch für die Politik. 

     

    Autorin: Rozalia Romaniec
    Redaktion: Elena Singer

    Quelle: Deutsche Welle

     

    Klaus Wowereit ehrt Lech Wałęsa mit Ernst-Reuter-Plakette im Roten Rathaus


    Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat am 9. Juni 2009 im Großen Saal des Roten Rathauses die Ernst-Reuter-Plakette des Landes Berlin an den polnischen Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa verliehen.

    Um 13.55 Uhr begrüßte Wowereit Wałęsa am Hauptportal des Rathauses. Dort signierte sein Gast einen überdimensionalen Dominostein, der von Berliner Schülerinnen und Schülern bemalt wurde und am 9. November 2009 im Rahmen der Mauersteinaktion aufgestellt wird.

    Wowereit: „Mit Lech Walesa würdigt Berlin eine bedeutende politische Persönlichkeit der Gegenwart. Seine aufrechte Haltung und Parteinahme für Menschenrechte und Demokratie haben zum gesellschaftlichen Wandel in Polen und darüber hinaus zur Überwindung der Teilung Europas beigetragen."

    Der 1943 in Popowo (Polen) geborene Wałęsa setzte sich in den 70er und 80er Jahren als Elektriker auf der Lenin-Werft in Danzig für die Gründung freier Gewerkschaften, Solidarność, ein und organisierte 1980 den Streik und die Besetzung der Danziger Werft. 1989 übernahm Wałęsa eine Schlüsselrolle in der polnischen Politik. Er war Wortführer der Nicht-Regierungsseite am Runden Tisch und führte das Bürgerkomitee der Solidarność bei den ersten freien Wahlen in Polen im Juni 1989 zum Erfolg. Am 9. Dezember wurde er für fünf Jahre zum Präsidenten der Republik Polen gewählt.

    Wałęsa wurde 1983 mit den Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

    Die Ernst-Reuter-Plakette, Berlins höchste Auszeichnung, wird in- und ausländischen Persönlichkeiten für kommunale Verdienste, für Verdienste auf politischem, wissenschaftlichem, wirtschaftlichem oder künstlerischem Gebiet verliehen. Die Stiftung der Plakette mit dem Kopf von Ernst-Reuter hat der Senat von Berlin am 22. März 1954 beschlossen. Weitere Informationen zu dieser Ehrung finden Sie auf Berlin.de unter der Adresse http://www.berlin.de/rbmskzl/ehrungen/index.html#ernst-reuter.

     

    Spot der Europäischen Kommission anlässlich des 20. Jahrestages der demokratischen Wende in Polen

    Anlässlich des 20. Jahrestages der demokratischen Wende in Polen veröffentlichte die Europäische Kommission einen Spot. Dank der Bemühungen der Europäischen Kommission in Polen erlaubte die irische Rockband U2, ihre Singleauskopplung "New Year's Day" kostenlos auszunutzen. Dieses Lied wurde von den Ereignissen in Polen und der Solidarność-Bewegung inspiriert. Es entstand im Jahre 1982 und wurde 1983 veröffentlicht.

    Der Spot zeigt Bilder aus der neuesten Geschichte Polens, u.a. die Gespräche am Runden Tisch, die ersten "halbfreien" Wahlen, die Entstehung der ersten nicht-kommunistischen Regierung von Tadeusz Mazowiecki, die Besuche des Papstes Johannes Paul II. in Polen, den NATO- und EU Beitritt Polens, den Wegfall der EU-Innengrenzen sowie viele andere, seltene Bilder aus den letzten 20 Jahren.

    www.ec.europa.eu/polska  

    Minister B. Zdrojewski und Staatsminister B. Neumann unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zum "Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität" und eröffneten die Ausstellung „Deutsche und Polen. 1.9.39. Abgründe und Hoffnungen"

    Am 27. Mai 2009 unterzeichneten der Minister für Kultur und Nationales Erbe B. Zdrojewski und der Staatsminister für Kultur B. Neumann eine gemeinsame Erklärung zum "Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität" sowie eröffneten die Ausstellung „Deutsche und Polen. 1.9.39. Abgründe und Hoffnungen" im Deutschen Historischen Museum, die zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des 2. Weltkrieges organisiert wird.

    Die Ausstellung zeigt den Krieg und die Besatzungszeit als absoluten Tiefpunkt des Verhältnisses von Deutschen und Polen. In der konfliktreichen Beziehung beider Länder hatte es auch vor dem Krieg nur wenige hoffnungsvolle Ansätze gegeben. Doch mit dem Überfall begann ein grausamer Vernichtungskrieg gegen das Nachbarland und seine Bevölkerung. Mit der Ausstellung möchte das Deutsche Historischen Museum an das durch den Krieg ausgelöste Leid erinnern und den oft steinigen Weg zu einer Annäherung von Deutschen und Polen nach 1945 vor Augen führen.

    Unterdrückung und Selbstbehauptung

    Der "Landhunger" Preußens, Österreichs und Russlands hatte im ausgehenden 18. Jahrhundert fatale Folgen für Polen: Seine Nachbarstaaten teilten das durch Interessenskämpfe geschwächte Land unter sich auf. Nach der dritten Teilung im Jahr 1795 war Polen für 123 Jahre eine Nation ohne Staat. In dieser Zeit stand die Geschichte der Polen im Zeichen des Kampfes für Freiheit und nationale Unabhängigkeit. Nach der Neugründung Polens 1918 erkannte die deutsche Regierung die polnische Westgrenze nicht an. Vorurteile und Konflikte bestimmten zunächst das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen.

    Krieg und Besatzung
    Am 1. September 1939 wurde Polen zunächst Opfer des deutschen, wenig später auch des sowjetischen Überfalls. Damit war die Teilung des Landes besiegelt, die Republik Polen wurde zerschlagen. Deutsche Truppen führten den Krieg in Polen vom ersten Tag an mit grausamer Härte. Morde und Massaker werden in diesem Teil der Ausstellung ebenso dargestellt wie die Zwangsarbeit, die Kolonisierung des besetzten Landes, der Völkermord an den Juden sowie der Widerstand und die Selbstbehauptung der Polen gegenüber den Besatzern. Der Bereich endet mit einer Darstellung der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie der polnischen Bevölkerung aus den ehemals ostpolnischen Gebieten im Zuge des Kriegsendes 1945.

    Konflikte und Annäherungen
    Beide deutschen Staaten näherten sich sehr unterschiedlich an den früheren Gegner Polen an. In der Bundesrepublik wurde der Verlust der ehemaligen deutschen Ostgebiete lange nicht akzeptiert. Erst der Warschauer Vertrag von 1970 schuf die Grundlage für normalisierte Beziehungen. Die in der DDR propagierte „Freundschaft" zu Polen blieb auf offizieller Ebene weitgehend Fassade. Wegbereiter der Aussöhnung erduldeten in der Bundesrepublik oft Anfeindungen, in der DDR und in Polen mussten sie staatliche Repression in Kauf nehmen. Seit 1989 eröffneten sich für die deutsch-polnischen Beziehungen neue Perspektiven. Trotz gelegentlicher Irritationen und Interessenkonflikte waren die Kontakte zwischen Deutschen und Polen niemals intensiver und nachhaltiger als heute.

    Grundriss der Ausstellung Grundriss der Ausstellung in der Ausstellungshalle von I. M. Pei
    Deutsches Historisches Museum, - 1. Obergeschoss Grundriss der Ausstellung Grundriss der Ausstellung in der Ausstellungshalle von I. M. Pei
    Deutsches Historisches Museum - 2. Obergeschoss  

    Eröffnung der Ausstellung „Die friedliche Revolution - Weg zur Freiheit. 20. Jahrestag der Wende in Polen" in Paul-Löbe-Haus

     Am 26. Mai 2009 in Paul-Löbe-Haus eröffneten der Sejmmarschall Bronisław Komorowski und der Präsident des Bundestages Norbert Lammert die Ausstellung „Die friedliche Revolution - Weg zur Freiheit. 20. Jahrestag der Wende in Polen", die den Befreiungsprozess Polens von der kommunistischen Diktatur sowie den Beitrag der Solidarność zu den demokratischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa zeigt.   

     

     

    Zur Konzeption der Ausstellung

     „Friedliche Revolution - Weg zur Freiheit" - Unter diesem Titel steht eine multimediale Ausstellung, die den Prozess der Befreiung Polens von der kommunistischen Diktatur der Jahre 1945-1989 präsentiert. Die Ausstellung veranschaulicht dabei auch die Folgen, die der Untergang der autoritären Regime in Polen und Ostmitteleuropa mit sich gebracht hat und führt zudem den EU-Beitritt der postkommunistischen Länder vor Augen. Als Erzählform wurden suggestive Kurzfilme gewählt, die auf multimedialen Trägern gezeigt werden. Jeder einzelne Film stellt nicht nur bedeutende historische Ereignisse vor, sondern beleuchtet auch das kulturelle Leben jener Zeit und erinnert an die Realitäten des Alltags. Die kurzen, pausenlos wiederholten Filmvorführungen ermöglichen es dem Besucher, sich jederzeit unmittelbar in die Betrachtung der Ausstellung einzuschalten. Die narrative Wirkung der Ausstellung verstärken zwei große Ausstellungsexponate, die den gesamten Ausstellungsraum strukturieren und die Blicke der Besucher auf sich ziehen: ein Foto vom Runden Tisch und ein die Berliner Mauer symbolisierender Kubikwürfel, in dem Videofilme über den Untergang des Kommunismus in Ostmitteleuropa zu sehen sind.

     Die Ausstellung setzt sich aus 24 Multimedia-Pulten zusammen, die in Wellengestalt vom Runden Tisch auseinanderdriften. Sie symbolisieren die vielfältigen Impulse, die durch die tiefgreifenden Umgestaltungen in Polen ab 1989 auf ganz Europa übergegriffen und eine große Welle gesellschaftlich-politischer Veränderungen in Gang gesetzt haben. Dabei wird der Besucher durch die neueste Geschichte Polens seit Ausgang des 2. Weltkriegs geführt: Einführung des kommunistischen Herrschaftssystems, gesellschaftliche Spannungen in der VR Polen, Entstehung der Gewerkschaftsbewegung Solidarność, Kriegszustand, Wirtschaftskrise der 1980er Jahre, Wirken der Opposition, kulturelles Leben im Untergrund. Die Ausstellung richtet das Augenmerk insbesondere auf die Rolle der Verhandlungen am Runden Tisch und die Parlamentswahlen von 1989, aber auch auf die Bildung der ersten nichtkommunistischen Regierung unter Tadeusz Mazowiecki. Die an letzter Stelle präsentierten Filme schildern die friedlichen Revolutionen in Ostmitteleuropa, die zum grundlegenden Wandel der politischen Landschaft Gesamteuropas geführt haben: Untergang der UdSSR, Auflösung des Warschauer Paktes und Erweiterung der Europäischen Union. Ergänzt wird die Ausstellung im Deutschen Bundestag von einer zweisprachigen Publikation, die die Geschichte der gesellschaftlichen Massenbewegung Solidarność näher vorstellt.

     Die Idee zu dieser Ausstellung entstand im Jahre 2008 infolge der Begegnungen von Bundestagspräsident Norbert Lammert und Sejm-Marschall Bronisław Komorowski im Europäischen Zentrum der Solidarität (ECS) in Danzig und in Kreisau. Dabei ging es um die Organisierung einer Ausstellung über die tiefgreifenden demokratischen Umgestaltungen der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Im Dezember 2008 bat Sejm-Marschall Komorowski den Direktor des ECS, Dr. Maciej Zięba OP, erste Vorbereitungen für eine Ausstellung zur Geschichte des polnischen Ringens um Demokratie zu treffen.

    Eröffnet wurde die Ausstellung am 26. Mai 2009 um 11.30 Uhr von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, Sejm-Marschall Bronisław Komorowski und ECS-Direktor Dr. Maciej Zięba OP. Die Ausstellung endet am 17. Juni 2009 um 17.30 Uhr mit der feierlichen Übergabe eines Teilstücks der Danziger Werftmauer, das vor dem Berliner Reichstag im Rahmen einer Dauerausstellung enthüllt werden wird. Dies wird daran erinnern, welchen Anteil die Solidarność am Prozess der Befreiung Europas aus kommunistischer Zwangsherrschaft hatte.

     Besichtigung der Ausstellung (27. Mai bis 17. Juni 2009)   

     Ausstellungsort: Deutscher Bundestag, Westfoyer des Paul-Löbe-Hauses
    Konrad-Adenauer-Straße 1, Berlin-Mitte
    Öffnungszeiten: Montag: 8.00 bis 16.00 Uhr, Dienstag bis Donnerstag: 8.00 bis 17.00 Uhr
    Freitag: 8.00 bis 14.00 Uhr
    Weitere Informationen: +49 (0)30 227 33644
    Informationen unter: www.bundestag.de/ausstellung/index.html

    Der Eintritt ist frei.

     

    Organisation

    Europäisches Zentrum der Solidarität
    ul. Doki 1, 80-958 Gdańsk, Polen
    Tel.: +48-58 767 79 71
    Fax: +48-58 767 79 78
    http://www.ecs.gda.pl/
    eMail: ecs@ecs.gda.pl


     Das Transparent am ehemaligen Gebäude der polnischen Botschaft im Zentrum von Berlin erinnert an die ersten freien Wahlen in Polen

    Aus Anlaß des 20. Jahrestages der ersten freien Wahlen in Polen wird am 26.05.2009 an der Fassade des ehemaligen Gebäudes der polnischen Botschaft in Berlin ein Transparent mit der Aufschrift „Es begann zwölf Uhr Mittags" aufgehängt, das an die Rolle Polens bei den Veränderungen des Jahres 1989 erinnert.

    Visuelles Hauptelement des Transparents wird das bekannte Motiv des Wahlplakates „Solidarność" aus dem Jahr 1989 sein, das von Tomasz Sarnecki entworfen wurde.

    Das Plakat bedient sich eines Motivs des Filmposters des bekannten Westerns „High Noon" („Zwölf Uhr mittags") mit Gray Cooper als unbeugsamen Gesetzeshüter in der Hauptrolle, der anstelle eines Revolvers einen zusammengefalteten Wahlschein in der Hand hält und über dem Sheriff- Stern ein „Solidarność"- Abzeichen trägt. Ziel war es, die Menschen zur Stimmabgabe bei den ersten freien Wahlen in Polen zu ermuntern.

    Das Plakat von Tomasz Sarnecki wurde zu einer Ikone der damaligen Zeit. Während der Feierlichkeiten anlässlich des NATO- Beitritts Polens übergab der damalige polnische Außenminister Bronisław Geremek das Original des Plakates der Bibliothek des US-amerikanischen Kongresses (Truman- Bibliothek) mit den Worten: „Dieses Plakat half uns zu siegen. Für das polnische Volk bedeutet der heutige Tag genau diesen Mittag".

    Als Ergebnis der Kooperation zwischen der Polnischen Botschaft und dem Polnischen Institut in Berlin und dem Nationalen Zentrum für Kultur in Warschau wird Ende Mai/ Anfang Juni ein zweites Transparent mit dem „Gary Cooper"- Motiv im Berliner Hauptbahnhof angebracht.

    Die Kampagne mit dem „Gary Cooper"- Motiv bildet den visuellen Rahmen für eine Veranstaltungsreihe anlässlich des 20. Jahrestages der ersten freien Wahlen in Polen, die gemeinsam von den polnischen diplomatischen Vertretungen in Deutschland und deutschen Institutionen organisiert wird:

    1. Ausstellung: „Das Ende des Kommunismus. Erazm Ciołek, Chris Niedenthal, Tomasz Sarnecki. Von der Geburt der „Solidarność" in Gdańsk bis zum Fall der Berliner Mauer"

    Termin: 26.05- 28.08.09

    Ort: Polnisches Institut, Burgstraße 27, Berlin

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin

    2. Ausstellung: „Solidarność. Eine friedliche Revolution"

    Termin: 26.05- 17.06.09

    Ort: Paul- Löbe- Haus (Bundestag), Berlin. Eröffnung durch den Marschall des Sejms der Republik Polen Komorowski und den Bundestagspräsidenten Lammert

    Veranstalter: Europäisches Solidarność- Zentrum Gdańsk, Sejm der Republik Polen und Deutscher Bundestag

    3. Geschichtsforum, u.a. mit dem polnisch- deutschen Jazzfestival „Sounds! No Walls"

    Termin: 28.05.- 31.05.09

    Ort: Deutsches Historisches Museum, Berlin

    Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung (gesamtes Programm unter www.geschichtsforum09.de)

    4. Festveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestages der ersten freien Wahlen in Polen

    Termin: 04.06.09

    Ort: Radialsystem, Holzmarktstraße 33, Berlin

    Veranstalter: Botschaft der Republik Polen in Berlin und Polnisches Institut Berlin

    5. Podiumsdiskussion „Zwanzig Jahre später- Erbe und Aufgabe für Europa" mit Lech

          Walęsa, Prof. Rita Süssmuth und Dieter Bingen

    Termin: 09.06.09

    Ort: Französischer Dom, Berlin

    Veranstalter: Deutsches Polen Institut Darmstadt und Lech-Wałęsa-Institut in Gdańsk

    6. Anbringung/ Aufstellung eines Mauerfragments der Danziger Werft im Reichstagsgebäude, das an den unvergesslichen Beitrag der „Solidarność"- Bewegung beim Sturz des kommunistischen Systems erinnert

    Feierliche Veranstaltung unter Teilnahme des Marschalls des Sejms der Republik Polen Komorowski und des Bundestagspräsidenten Lammert

    Termin: 17.06.09

    Ort: Reichstagsgebäude, Berlin

    Veranstalter: Europäisches Solidarność- Zentrum Gdańsk, Sejm der Republik Polen und Deutscher Bundestag

    1989 - Ein Epochenjahr für Mittel- und Osteuropa

    29. Mai 2009 in Collegium Hungaricum, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin (hinter der Humboldt-Universität) findet im Rahmen des internationalen Geschichtsforums 1989/2009 die Vortragsveranstaltung mit anschließenden Podiumsdiskussionen zum Thema „1989 - Ein Epochenjahr für Mittel- und Osteuropa" statt.

    Mehr Informationen...

    Władysław Bartoszewski diskutierte in Berlin über Europa

    Am 14. Mai 2009 nahm Władysław Bartoszewski an der Konferenz „Europa heißt Freiheit. Über die Verantwortung von Demokraten" teil, die die Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte.

    An der Konferenz nahmen auch der Präsident des Europäischen Parlaments, H.-G. Pöttering sowie der Präsident der UDC und Vizepräsident des italienischen Abgeordnetenhauses, R. Buttiglione teil.

    Sejmmarschall Bronisław Komorowski zu Besuch in Berlin

    Am 8. Mai 2009 besuchte Sejmmarschall Bronisław Komorowski Berlin.

    B. Komorowski traf sich mit dem Präsidenten des Bundestages N. Lammert, mit dem er über die aktuellen Fragen im deutsch-polnischen Verhältnis sowie über die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr sprach. Danach in der Konrad-Adenauer-Stiftung nahm Sejmmarschall Komorowski an der Buchvorstellung von dem Präsident des Europäischen Parlaments H.-G. Pöttering "Im Dienste Europas" sowie an der Diskussion über die deutsch-polnischen Beziehungen und den europäischen Einigungsprozess teil. B. Komorowski und H.-G. Pöttering besuchten auch zusammen die Gedenkstätte Sachsenhausen, wo beide Politiker die Kränze an den polnischen Gedenktafeln und die Blumen in der Zelle für Gen. Grot-Rowecki niederlagen.

     

    Finanzminister Jan Vincent Rostowski in Berlin

    Am 8. Mai 2009 besuchte der Finanzminister Jan Vincent Rostowski Berlin, wo er an "WDR Europa-Forum" teilnahm.

    J.V. Rostowski nahm an der Diskussion "Europas Antwort auf Rezession und globale Krisen" teil. Mit dem Finanzminister diskutierten u.a. EU-Kommissarin für Außenbeziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik B. Ferrero-Waldner und Bundesminister für Wirtschaft K.-T. zu Guttenberg.  

    Verleihung des Kaiser-Otto-Preises an W. Bartoszewski in Magdeburg

    Am 7. Mai 2009 fand im Magdeburger Dom die feierliche Verleihung des Kaiser-Otto-Preises an W. Bartoszewski statt.

    Der Preisträger und die Gäste wurden von dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Professor Dr. Wolfgang Böhmer sowie von dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Herrn Dr. Lutz Trümper, begrüßt. Die Laudatio auf den Preisträger hielt der frühere Ministerpräsident Thüringens, Herr Prof. Dr. Bernhard Vogel. W. Bartoszewski wurde für sein Engagement für eine Politik der Völkerverständigung sowie sein Wirken bei der Förderung und Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen gewürdigt 

    Besuch des Unterstaatssekretärs im Amt für Europäische Integration der Republik Polen Piotr Serafin in Berlin

    Am 7. Mai 2009 besuchte der Unterstaatssekretär im Amt für Europäische Integration der Republik Polen P. Serafin Berlin.

    Während des Aufenthalts in Berlin führte P. Serafin die politischen Konsultationen im Kanzleramt und im Auswärtigen Amt zur Vorbereitung der Klima-Konferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 und dem EU-Gipfel im Juni 2009 durch sowie stellte einen Bericht zum 5. Jahrestag der EU-Mitgliedschaft Polens vor. In der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin hielt er auch die Vorlesung "5 years of Poland's membership in the European Union".  

    Audrey-Hepburn-Preis - Humanitarian Award für Irena Sendler

    Am 4. Mai 2009, Geburtstag von Audrey Hepburn wurde posthum Frau Irena Sendler der Audrey-Hepburn-Preis - Humanitarian Award verliehen. Den Preis im Namen der Familie von Frau Sendler ¨nahm der Botschafter der Republik Polen, Dr. Marek Prawda entgegen. Der Botschafter hielt auch die Laudatio für „die stille Heldin".

    Diesen Preis vergibt die Audrey-Hepburn-Stiftung, die vom Sohn der Schauspielerin gegründet wurde. In diesem Jahr entschied die Stiftung den Preis in Berlin zu übergeben, wo zurzeit dem Leben von Audrey Hepburn die Ausstellung „Timeless Audrey" gewidmet ist. Die Schauspielerin engagierte sich als UNICEF-Botschafterin in Kinderhilfe in Afrika. Irena Sendler rettete während des Zweiten Weltkrieges 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Getto. Der Botschafter zitierte in seiner Rede den Oberrabbiner Polens, Michael Schudrich, der sagte, dass Irena Sendler „nicht nur jüdische Kinder rettete, sie hat auch die Seele Europas gerettet".

    Besuch des Senatsmarschalls B. Borusewicz in Berlin

    Vom 27. bis zum 28. April 2009 besuchte die Senatsmarschall B. Borusewicz Berlin.

    Der Senatsmarschall Borusewicz führte die Gespräche mit dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, G. Erler, mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, K. Wowereit und mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, W. Momper. B. Borusewicz besichtigte auch Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide und traf sich mit den in Berlin lebenden Polen. Höhepunkt des Besuchs von Herrn Borusewicz war die Eröffnung - gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Bundestages, W. Thierse - der Ausstellung "Im Objektiv des Feindes. Die deutsche Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939-1945" im Willy-Brandt-Haus.

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     Helmut Kohl und Tadeusz Mazowiecki werden Ehrenbürger von Danzig

    Das Parlament der Ostsee-Stadt beschloss, den Alt-Kanzler Helmut Kohl sowie seinen polnischen Partner aus der Zeit der friedlichen Revolution, Ex-Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki, zu Ehrenbürgern zu ernennen. Beide sollen die Würde im Herbst entgegennehmen. Sie seien ein Symbol politischer Wende in Mittel-Osteuropa von 1989, sagte Danzigs Stadtpräsident Pawel Adamowicz zur Begründung. Ihr Treffen in Kreisau vor 20 Jahren sei ein "Meilenstein im Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung" gewesen. Kohl und Mazowiecki hatten sich dort am 12. November 1989 während einer Versöhnungsmesse symbolisch umarmt. Kohl habe zudem die Grenze zwischen Polen und Deutschland endgültig bestätigt, so Adamowicz. Die Verleihungszeremonie ist nach Angaben der Danziger Stadtbehörden für den Herbst geplant.

    Besuch des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers Waldemar Pawlak in Berlin und Brandenburg

    Am 24. April 2009 besuchte der stellvertretende Ministerpräsidet Waldemar Pawlak Berlin und Brandenburg. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Energie-Fragen.

    W. Pawlak traf sich in Berlin mit dem Bundesminister für Wirtschaft und Technologie K.-T. zu Guttenberg. Beide Minister sprachen sich für engere deutsch-polnische Zusammenarbeit im Energiesektor aus. An der Technischen Universität in Cottbus nahmen der stellvertretende Ministerpräsident W. Pawlak und der Ministerpräsident des Landes Brandenburg M. Platzeck am Eröffnungspanel des Brandenburgisch-Polnischen Workshops "Erfahrungsaustausch zu Energietechnologien". W. Pawlak besichtigte auch das Kraftwerk Schwarze Pumpe und die CCS-Forschungsanlage. Danach besuchte er ein Werk zur Herstellung von Windkraftrotoren in Vestas und einen Biogaspark in Lauchhammer

    Netter Besuch des deutsch-polnischen Kindergarten „Euro Kita e.V.“ in Frankfurt (Oder) in der Polnischen Botschaft am 22.04.2009.

    Gestern statteten die Kinder aus dem deutsch-polnischen Kindergarten Euro Kita e.V. in Frankfurt (Oder) in der Botschaft der Republik Polen den Gegenbesuch ab. Die Kinder traten vor den Botschaftsmitarbeitern in den originalen Krakauer Volkstrachten auf und haben u.a. den polnischen Nationaltanz Krakowiak/ Krakauertanz aufgeführt. Das Publikum hat den Auftritt mit großer Begeisterung aufgenommen. Das zweistündige Programm umfasste u.a. Spiele und Spaß mit zweisprachigen Aufgaben. Zur Stärkung wurde ein kleiner Imbiss vorbereitet mit Fingerfood, Früchten, Süßigkeiten und Getränken. Dieser Teil des Programms fand große Begeisterung bei den kleinen Gästen.

    Euro Kita e.V.
    Schulstraße 5
    15230 Frankfurt (Oder)
    Telefon/Telefax +49 335 / 6 80 27 39
    E-Mail:
    info@eurokita.de
    www. eurokita.de

     

    Jahrespressekonferenz zu den deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen

    Am 21. April 2009 fand im Haus der Commerzbank am Pariser Platz 1 in Berlin die traditionelle Jahrespressekonferenz der Wirtschaftsabteilung und der Abteilung für Handel und Investitionen der Botschaft der Republik Polen zum Stand der Wirtschaft Polens sowie der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen statt.

    In der Konferenz unter Führung der Leiter der beiden Abteilungen, - Dr. Tomasz Kalinowski sowie Dr. Jacek Robak - trat auch Prof. Józef Olszyński, Warsaw School of Economics, Mitglied im Aufsichtsrat der Polnischen Agentur für Information und Auslandsinvestitionen auf. Eine zusätzliche Attraktion der Konferenz stellte die Beteiligung des herausragenden polnischen Sportlers - Władysław Kozakiewicz dar.

    Nach den Vorträgen fand eine rege Diskussion unter Beteiligung der eingeladenen Gäste statt. An der Konferenz nahmen ca. 100 Personen teil.

    Hier finden Sie die Präsentation aus der Konferenz. (pdf) 

     

    Karl-Dedecius-Preis für polnische und deutsche Übersetzer 2009
    an Renate Schmidgall und Ryszard Wojnakowski

    Darmstadt, 27. März 2009 - Der Karl-Dedecius-Preis der Robert Bosch Stiftung für polnische und deutsche Übersetzer geht in diesem Jahr an Renate Schmidgall und Ryszard Wojnakowski. Beide werden für ihre herausragenden Übersetzungen sowie ihre Vermittlungsarbeit zwischen den Nachbarländern geehrt. Sie wurden von einer deutsch-polnischen Jury unter dem Ehrenvorsitz von Karl Dedecius ausgewählt. Der Preis wird zum vierten Mal vergeben und ist mit je 10.000 Euro dotiert. Er wird abwechselnd in Deutschland und Polen verliehen. Die diesjährige Preisverleihung  findet am 22. Mai 2009 in Krakau statt, Veranstalter ist das Deutsche Polen-Institut.

    Renate Schmidgall (geb. 1955) studierte Slawistik und Germanistik an der Universität Heidelberg. Von 1984 bis 1996 war sie am Deutschen Polen-Institut tätig, seit 1996 arbeitet sie freiberuflich als literarische Übersetzerin. 2001 erhielt sie den Jane-Scatcherd-Preis der Ledig-Rowohlt-Stiftung, 2006 wurde ihr der Europäische Übersetzerpreis der Stadt Offenburg verliehen.

    Schmidgalls frühe Übersetzungen klassischer Autoren (Witold Gombrowicz, Andrzej Kuśniewicz) wurden in die von Karl Dedecius herausgegebene Reihe »Polnische Bibliothek« aufgenommen. Zur deutschen Erfolgsgeschichte polnischer Autoren wie Stefan Chwin, Paweł Huelle, Marek Ławrynowicz, Andrzej Stasiuk und Jacek Dehnel hat sie wesentlich beigetragen. Auch zeitgenössische polnische Lyrik, etwa von Marzanna Kielar und Piotr Sommer, übertrug sie ins Deutsche.

    Ryszard Wojnakowski (geb. 1956) studierte Germanistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Er war als Deutschlehrer sowie als Redakteur im Verlag Wyd. Literackie in Krakau tätig, seit Anfang der 1980er Jahre arbeitet er als Übersetzer deutschsprachiger Literatur. 1994 erhielt er den Förderpreis der Robert Bosch Stiftung für junge polnische Übersetzer deutschsprachiger Literatur, 1996 den Preis des polnischen Übersetzerverbandes und 2007 den Preis der Zeitschrift »Literatura na świecie«. Zu Wojnakowskis Übersetzungen zählen Romane von Heinrich Böll, Edgar Hilsenrath, Bernhard Schlink, Stefan Heym und Wolfgang Hilbig, Gedichte von Ilse Aichinger und Friederike Mayröcker sowie Essays von Gershom Scholem und Martin Buber. Auch Autoren wie Klaus Mann, Alfred Andersch, Erich Maria Remarque, Michael Ende, Walter Moers, Tanja Kinkel und Cornelia Funke hat er ins Polnische übertragen.

    http://www.bosch-stiftung.de/
    http://www.deutsches-polen-institut.de/

    Weitere Informationen:
    Dr. Andrzej Kaluza
    Deutsches Polen-Institut
    Mathildenhöhweg 2

    64287 Darmstadt
    Tel. 06151- 498513, Fax: 06151- 498510

    e-mail: kaluza@dpi-da.de          
    www.deutsches-polen-institut.de 

    Veranstaltung zum Tag der Befreiung im Haus Szczypiorski

    Am Sonntag, den 19. April 2009 jährt sich der Tag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen zum 64. Mal. Anlässlich dieses Datums lädt neben der Gedenkstätte Sachsenhausen auch der ‚Initiativkreis der Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Sachsenhausen‘ in das Haus Szczypiorski, ein. Im Zeitraum von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr werden Vorstand und Mitglieder des Initiativkreises im Haus Szczypiorski anzutreffen sein, es wird Kaffee und frische Waffeln geben sowie nach Anfrage Führungen durch das Haus, welches bis 1939 Wohnsitz des ersten Inspekteurs des Konzentrationslagers Sachsenhausen und daher lange Zeit als „Villa Eicke" bekannt war. Seit 2005 heißt die Internationale Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Haus Szczypiorski, benannt nach dem bedeutenden polnischen Schriftsteller und ehemaligen Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausen Andrzej Szczypiorski. Auf der Veranstaltung wird ein Büchertisch Werke des berühmten Schriftstellers, der maßgeblich zur deutsch-polnischen Verständigung beigetragen hat, über sein Werk informieren.

    Die Mitglieder des Initiativkreises freuen sich darauf, interessierten Menschen ihre Arbeit, zukünftige Veranstaltungen und Ideen vorzustellen und mit BesucherInnen in einen anregenden Austausch zu kommen. Das Haus Szczypiorski befindet sich an der Bundesstraße 273 in Richtung Weinsickendorf. Der Initiativkreis wird für interessierte BesucherInnen einen Shuttle-Service anbieten, der in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr zwischen  der Gedenkstätte Sachsenhausen und dem Haus Szczypiorski pendelt. Auskünfte erteilt Thomas Koch: 0172 - 3070197 

    Besuch des Hauptstadtkommandeurs der Polizei in Berlin

    Vom 28. bis zum 29. März 2009 fanden die Feierlichkeiten anlässlich des 200. Jubiläums der Entstehung der Berliner Polizei statt. An den Feierlichkeiten nahm als der Vertreter der polnischen Polizei der Hauptstadtkommandeur der Polizei, Oberrat Adam Mularz teil.

    Seit langem führt die Hauptstadtpolizei die Erfahrungsaustausch mit der Berliner Polizei durch, vor allem im Bereich der Sicherheitsgewährleistung für die Bewohner der Hauptstädten. Oberrat A. Mularz beglückwünschte den Polizeipräsidenten Dieter Glietsch zum Jubiläum und gratulierte zu den guten Arbeitsergebnissen seiner Beamten sowie besprach die Entwicklung der neuen Formen der polizeilichen Zusammenarbeit. In diesem Jahr wird die Warschauer Polizei 14 europäische Projekte durchführen, die zum größten Teil zusammen mit der deutschen Polizei, vor allem aus Berlin realisiert werden.

    Der Hitler-Stalin-Pakt. Folgen für Europa über 1989 hinaus?

    Abendforum 11

    Der Hitler-Stalin-Pakt
    Folgen für Europa über 1989 hinaus?
    Montag, 30. März 2009, 18.00 Uhr
    Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt, Berlin‑Mitte

    Der Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939 mit dem Geheimen Zusatzprotokoll über die Grenzen der  jeweiligen „Einflusszonen" führte zur abermaligen Teilung Polens und zur sowjetischen Annexion der baltischen Staaten. Schon eine Woche später zeigte sich, dass der Vertrag die letzten Hindernisse für Hitlers Aggressionskrieg gegen Polen beseitigt hatte - mit dem Beschuss der Westerplatte begann am 1. September der Zweite Weltkrieg. Am 17. September okkupierten sowjetische Truppen die Gebiete im Osten Polens (heute teilweise Weißrussland und Ukraine). Bereits am 28. September wurde ein „Grenz- und Freundschaftsvertrag" geschlossen, in Brest-Litowsk fand eine gemeinsame deutsch-sowjetische Truppenparade statt.  

    Der Umgang mit diesem Datum ist in Deutschland, Russland und den vom Pakt betroffenen Ländern noch immer höchst verschieden und teilweise konträr - eine Konsequenz aus den unterschiedlichen historischen Erfahrungen und der staatlichen Geschichtspolitik. Die Erfahrungen verdienen es, ernst genommen, offen diskutiert und in der Erinnerungskultur über den nationalen Horizont hinaus berücksichtigt zu werden. Und die staatliche Geschichtspolitik muss kritisch nach ihrer politischen Funktion befragt werden. Beides wollen wir bei dieser Veranstaltung tun - nach einer Vergegenwärtigung der Ereignisse mit Hilfe von Bild- und Textdokumenten.

    Die Veranstaltung steht in unmittelbarer inhaltlicher und zeitlicher Verbindung mit dem Kreisauer Gedenkstättenseminar, das in gemeinsamer Trägerschaft der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zum 7. Mal stattfindet. Es richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) von Gedenkstätten und Museen in Ostmitteleuropa sowie an Personen, die sich in Projektarbeit oder Schule und Hochschule mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der kommunistischen Diktatur auseinander setzen. In diesem Jahr ist erstmals auch das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität beteiligt.

    Ludwig Mehlhorn
    Evangelische Akademie zu Berlin
    http://www.eaberlin.de/

     Konferenz anlässlich des 10. Jubiläums der NATO-Erweiterung

    Anlässlich des 10. Jubiläums der NATO-Erweiterung am 26. März 2009 organisierten die Botschaften Polens, Tschechiens und Ungarns sowie die Stiftung Wissenschaft und Politik Konferenz „10 days before the Summit - 10 years after the first Eastern enlargement: NATO's strategic evolution and current challenges".

    Während der Konferenz diskutierten die Experten aus Polen, Tschechien, Ungarn, Deutschland und USA über die nächste Runde der NATO-Erweiterung und die Politik "der offenen Tür", transatlantische Beziehungen sowie europäische Sicherheit und künftige Rolle der NATO.  

    Besuch der Delegation der polnisch-deutschen Parlamentariergruppe in Deutschland

    Vom 22. bis zum 27. März 2009 besuchte die polnisch-deutsche Parlamentariergruppe Berlin, Braunschweig und Hannover.

    In Berlin trafen sich die Abgeordneten mit den Vertretern des Bundestagspräsidiums, der wichtigsten Bundestagsausschüsse sowie der Bundesministerien. Sie nahmen an der Diskussion über die Erinnerungskultur teil im Zusammenhang mit dem 20. Jubiläum der Ereignisse im Jahr 1989 sowie über die europäische Energiesicherheit. Die Parlamentarier besuchten die Ausstellung "My Berlińczycy!/Wir Berliner!" und trafen sich mit den Vertretern der deutschen politischen Stiftungen.

    Während des Aufenthalts in Braunschweig sprachen die Parlamentarier über das Projekt des deutsch-polnischen Geschichtsbuches.

    In Hannover trafen sich die Abgeordneten mit den Vertretern der Niedersächsischen Landesregierung, nahmen an der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages teil sowie traffen sich mit den Vertretern deutsch-polnischer Vereine.

    Die Delegation der Abgeordneten des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Sejms zu Besuch in Berlin

    Am 25. März 2009 besuchte die Delegation der Abgeordneten des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Sejms Berlin. Die Parlamentarier nahmen an der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Auswärtige Angelegenheiten des Sejms und des Bundestages teil.

    Die gemeinsame Sitzung der Ausschüsse für Auswärtige Angelegenheiten des Sejms und des Bundestages wurde der Östlichen Partnerschaft und der energetischen Sicherheit Europas gewidmet.

     

    Deutschland und Polen:  Energiesicherheit und Ostpolitik

    Anlässlich der gemeinsamen Sitzung der Auswärtigen Ausschüsse des Deutschen Bundestages und des Sejm der Republik Polen erklären die Vorsitzenden Ruprecht Polenz und Krzysztof Lisek:

    Deutschland und Polen sind Schlüsselpartner in Europa. Unsere heute freundschaftlich und sehr offen geführten Diskussionen zur europäischen Energieversorgung haben einige Meinungsunterschiede, z. B. zum Nordstream-Projekt, aber auch große Einigkeit hinsichtlich des Ziels der größeren Energiesicherheit in Europa gezeigt.

    Die Östliche Partnerschaft unterstützen wir nachhaltig. Beide Ausschüsse sprechen sich insbesondere für Visaerleichterungen gegenüber den östlichen Nachbarn aus. Dies gilt besonders für Länder wie Belarus, die von der Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit heute noch abgeschnitten sind.

    Zu den für den 9. April geplanten Demonstrationen in Georgien appellieren beide Ausschüsse an die Demonstranten, ihr Demonstrationsrecht in friedlicher und gewaltfreier Weise zu nutzen. An die georgische Regierung richten wir den Appell, das Demonstrationsrecht ohne Einschränkungen zu schützen und zu gewähren und  bei allen Maßnahmen zum Erhalt der öffentlichen Ordnung Zurückhaltung zu zeigen. Der 9. April ist eine Probe für die Reife der georgischen Demokratie. 

    Eröffnung der Ausstellung "My, berlińczycy!"/"Wir Berliner!"

    Am 19. März 2009 startete im Ephraim-Palais und im Märkischen Museum die bisher größte Ausstellung über eine fast dreihundertjährige Geschichte des polnischen Berlins, die gleichzeitig eine Mikrogeschichte der fast dreihundertjährigen deutsch-polnischen Beziehungen darstellt. Der affirmative Titel "My Berlińczycy!"/"Wir Berliner!" thematisiert die Einbindung der Polen in das kulturelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Leben der Stadt und zeigt damit ihren Beitrag zur Entwicklung Berlins sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

    Die Ausstellung visualisiert Orte und Gedächtnislandschaften in der Topographie der Stadt, deren polnischer Kontext den meisten Deutschen unbekannt ist. Damit wird die Ausstellung zu einer Erzählung über die polnische Wahrnehmung von Berlin sowie die deutsche Wahrnehmung der Polen in Berlin. Die Ausstellung entsteht in Kooperation des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaft in Berlin mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin und dem Nationalmuseum in Poznań. Laufzeit der Ausstellung: 20. März - 14. Juni 2009.

    Der Stellvertretende Ministerpräsident Grzegorz Schetyna an dem Treffen der Innenminister G-6 in Berlin

    Am 15. März 2009 in Berlin fand ein Treffen der Innenminister der Gruppe G-6 (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Polen) sowie der US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano statt.

    Während des Treffens diskutierten die Innenminister über die transatlantische Zusammenarbeit im Bereich der inneren Sicherheit. Die EU-Innenminister tauschten sich über wirksame und - weitere Politikbereiche umfassende - Strategien in der Prävention der Jugendgewalt auf EU-Ebene aus. Sie waren einig, dass man sich stärker mit den Gründen der Jugendlichengewalt beschäftigen muss, u.a. mit der Rolle des Internets. Die Teilnehmer berieten sich über die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den USA im Bereich der Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität und bei der Terrorismusbekämpfung sowie sie erörterten das Vorgehen bei der Bekämpfung des Drogenhandels in Afghanistan und Pakistan und besprachen die Fortschritte beim Datenschutz und die Problematik der Migration. 

    Staatssekretär W. Bartoszewski in Weimar

    Am 15. März 2009 in Weimar hielt Staatssekretär W. Bartoszewski eine Eröffnungsrede der Weimarer Reden 2009 „Demokratie und Verfassung" zum Thema „Europas demokratische Wurzeln und Werte. Aus den Erfahrungen eines Zeitzeugen". 

     

    ASEM-CSR hochrangige Konferenz zum Thema Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Potsdam

    Vom 15. bis zum 17. März fand in Potsdam die hochrangige ASEM-Konferenz ASEM-CSR zum Thema Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) statt. An der Konferenz nahmen u.a. Vertreter der Verwaltung, Partner aus dem Unternehmen- und Gesellschaftsleben teil. Von der polnischen Seite nahm an der Konferenz Radosław Mleczko teil, der Unterstaatssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik, zuständig u.a. für Zusammenarbeit mit Ausland.

    Diese Konferenz war aufgrund von Bestimmungen zu Stande gekommen, die im Rahmen von Projekten der Zusammenarbeit zwischen EU und der Ost- und Südasien in Schlüsselfragen bezüglich der internationalen Arbeits- und Sozialpolitik während der zweiten Konferenz der Arbeits- und Beschäftigungsminister erfasst wurden (Bali, Oktober 2008). Dem deutschen Bundesministerium für Arbeit und Soziales wurde die Leitung des Projektes - Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen -  überlassen.

     

    Staatsuntersekretärin im Ministerium für Sport und Touristik Katarzyna Sobierajska an der Internationalen Touristik-Messe ITB 2009

    Vom 11. bis zum 13. März 2009 besuchte die Staatsuntersekretärin im Ministerium für Sport und Touristik Katarzyna Sobierajska Berlin im Zusammenhang mit der Eröffnung der Internationalen Touristik-Messe ITB 2009.

    K.Sobierajska nahm auch an der Unterzeichnung des Vertrages über Zusammenarbeit der nationalem Touristikorganisationen teil - der Polnischen Tourismusorganisation und der Deutschen Zentrale für Tourismus. Der Vertrag wurde von dem Vorstand der Polnischen Tourismusorganisation, Rafał Szmytke sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Tourismus, Ernst Hinsken unterzeichnet.

     

    Ein Teil der Mauer der Danziger Werft in die deutsche Hauptstadt gebracht

    Anfang Februar hat man in Danzig mit einem komplizierten Vorhaben begonnen, und zwar einen Teil der Mauer hochzuheben und ihn auf einen LKW zu verladen, um ihn nach Berlin zu transportieren. Die Konstruktion wird Mitte Juni vor dem deutschen Bundestag neben einem Teil der Berliner Mauer zu sehen sein. Die Mauer soll den Beginn des Weges zur Freiheit symbolisieren, der durch Solidarność initiiert wurde, und der zum Fall des Kommunismus in Polen und in Mittel- und Osteuropa, und dadurch zum Fall der Berliner Mauer und zur Vereinigung Deutschlands beigetragen hat. Ein Teil der Mauer wurde sorgfältig verpackt und abgesichert und am 06.02. nach Berlin transportiert.

                                                 

    Weitere Photos

    European Borderlands. Revolution und Literatur 1989-2009.

    Montag, 9. März 2009, 20.00 Uhr
    European Borderlands. Revolution und Literatur 1989-2009
    Lesung: Volker Braun (Deutschland)
    Podiumsdiskussion mit György Dragomán (Ungarn), Jaroslav Rudiš (Tschechische Republik) und Olga Tokarczuk (Polen)
    Moderation: Jörg Magenau

    Außer Haus! Ort: Allianz Stiftungsforum, Pariser Platz 6, 10117 Berlin

    Das Jahr 1989 markiert eine Zeitenwende in Europa. Das Literarische Colloquium Berlin will in öffentlichen Veranstaltungen die Ereignisse von 1989 in den Blick nehmen und besonders die Bedeutung der Schriftsteller zur Diskussion stellen. Eingeladen sind Autoren, die Zeitzeugen der Ost-West-Trennung und Wiedervereinigung sind und deren Erfahrungen vom Mauerfall und dem Ende des Eisernen Vorhangs bis hin zur Osterweiterung der Europäischen Union reichen. Der Abend beginnt mit einer Lesung aus Texten des Jahres 1989 von Volker Braun, einem der renommiertesten deutschen Schriftsteller, dessen Literatur von Beginn an immer politisch war, da sie die Frage nach der gesellschaftlichen Macht stellt. Volker Brauns Werk wurde mit zahllosen Literatur- und Kritikerpreisen ausgezeichnet; er ist heute Direktor der Sektion Literatur der Akademie der Künste. Im Anschluss diskutieren die Autoren György Dragomán, Jaroslav Rudiš und Olga Tokarczuk den Mauerfall und die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche in Europa. Insbesondere werden hier die weitreichenden Folgen der Wende für die östlichen Länder Europas erörtert, Umwälzungen, die sich mit der EU-Osterweiterung fortsetzen und bis heute neue gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen mit sich bringen.

    Das Literarische Colloquium Berlin freut sich, Sie bei unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Der Eintritt ist kostenlos, eine formlose Anmeldung unter niemann@lcb.de ist erforderlich 

     Treffen des Ministerpräsidenten Donald Tusk mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hamburg

    Am 27. Februar 2009 in Hamburg traf sich Ministerpräsident Tusk mit der Bundeskanzlerin A. Merkel. Sie sprachen über die EU-Wirtschaftspolitik, über die Vorbereitungen auf dem informellen EU-Sondergipfel zur Bewältigung der Finanzkrise (Brüssel, 1.03.2009) sowie über die aktuellen Fragen in bilateralen Beziehungen. Beide Regierungschefs plädierten für eine Weiterentwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Ministerpräsident traf sich auch mit dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust.

    Nach dem Treffen mit der Bundeskanzlerin Merkel nahm Ministerpräsident Tusk - als Ehrengast - an dem historischen Matthiae-Mahl teil. Das Motto des diesjährigen Festmahls lautete: „Dynamische Ostseeregion - 20 Jahre Partner in Europa"

    Franciszek  Starowieyski ist tot

    Am 23.02.2009 ist in Warschau im Alter von 79 Jahren der berühmte polnische Grafiker, Maler und Bühnenbildner, Mitbegründer der polnischen Plakatschule  Franciszek Starowieyski gestorben.

    Mehr zu Franciszek Starowieyski (EN)  

    Starowieyski war 1980 Dozent an der Berliner Akademie der Künste, wurde auch mehrmals in Deutschland asgestellt, u.a. 1963 - Westberlin, Galerie Diogenes, 1973 - Westberlin, Galerie Warschau - Oberhausen, Festspielhaus, - Wetzlar, Kulturamt; 1982 - Westberlin, Freie Volksbühne, - Westberlin, Landesarchiv, 1983 - Westberlin, RBB, 1985 - Ostberlin, Polnisches Informations- und Kulturzentrum, - Westberlin, Galerie November; 1994 - Heillbronn, Theater Plakatkunst und Grafik; 2003 - Wuppertal, Katholisches Stadthaus.

    Die grösste Ausstellung der Werke von Starowieyski in Berlin fand im Rahmen der II. Polnischen Woche im Jahre 1999 im Willy-Brandt-Haus statt.

    Starowieyski Posters:
    http://www.poster.com.pl/starowieyski.htm
    http://www.polishposter.com/html/starowieyski.html
    http://www.pigasus-gallery.de/Posters/Starowieyski.htm
    http://www.posterpage.ch/exhib/ex81_sta/ex81_sta.htm
    http://www.theartofposter.com/fstarowi.htm

    Geschichte von jenseits des Eisernen Vorhangs  

     

    Ausstellung open air: GESCHICHTE VON JENSEITS DES EISERNEN VORHANGS
    Die polnische Geschichte nach 1945 und die Rolle der Gewerkschaft Solidarność - eine Streikbewegung, die zur politischen Wende 1989 in Europa führte

    Am 27. Februar (Freitag) um 16.00 Uhr wird Herr Professor Wladyslaw Bartoszewski, Staatssekretär, Beauftragter des Ministerpräsidenten der Republik Polen für Internationalen Dialog die Ausstellung „Geschichte von Jenseits des Eisernen Vorhangs" eröffnen. Der Vizepräsident der Stadt Danzig Wiesław Bielawski wird bei der Eröffnung anwesend sein.

    Die Ausstellung, die vom 27. Februar bis zum 4. März 2009 in Hamburg am Gänsemarkt zu sehen sein wird, entstand im Europäischen Solidaritätszentrum auf dem historischen Gelände der Lenin-Werft in Gdańsk /Danzig und präsentiert auf 24 Tafeln den polnischen Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie erinnert an die gemeinsame Geschichte Polens, Deutschland, Ungarn und der Tschechoslowakei mit besonderem Fokus auf der Zeit zwischen 1970 und 1989, der Zeit der Protestbewegungen gegen die sowjetische Politik der Dominanz. Sie erinnert auch an die sozialen Unruhen 1953 in Berlin, an den Einsatz sowjetischer Panzer gegen die Protestierenden 1956 in Budapest und an den blutigen Aufstand in Prag, der von den Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen wurde. Sie zeigt Menschen und ihr Leben jenseits des Eisernen Vorhangs, die graue Wirklichkeit der leeren Lebensmittelgeschäfte, polnische Proteste gegen den Vietnamkrieg und Repressionen gegen die Personen, die sich der Volksregierung widersetzten.

    Solidarność, die erste freie Gewerkschaft in den Ländern des sowjetischen Blocks, entstand aus der Streikwelle im Sommer 1980, wurde von Arbeitern wie Intellektuellen getragen und vom polnischen Klerus und dem Papst Johannes Paul II. bis zu ihrem Sieg unterstützt. Das Aufkommen dieser Arbeiterbewegung und Gorbatschows Perestroika brachten die Wende nicht nur in Polen, sondern lösten den sogenannten Domino-Effekt aus, der zu grundlegenden Veränderungen in allen Ländern des auseinanderfallenden Sowjetblocks führte. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989, nach über 28 Jahren, konnte die Mauer in Berlin fallen und den Weg zu einem gemeinsamen Europa öffnen.

    „Geschichte von Jenseits des Eisernen Vorhangs" ist eine Veranstaltung des Generalkonsulats der Republik Polen in Hamburg, gefördert von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum Solidarność in Gdańsk/Danzig und der Agentur arts and credits in Hamburg.

    Über Ihren Besuch und Ihr redaktionelles Interesse würden wir uns freuen. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen.

    GESCHICHTE VON JENSEITS DES EISERNEN VORHANGS
    Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Pawel Adamowicz -  Präsident der Stadt Gdańsk/Danzig
    vom 27. Februar bis zum 4. März 2009
    Gänsemarkt, 20354 Hamburg
    Weitere Informationen:
    www.hamburgkg.polemb.net

    Veranstalter:

    Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg
    Gründgensstr. 20 I 22309 Hamburg
    Ansprechpartnerin / Pressekontakt
    Vizekonsulin Magdalena Erdman
    Tel. 040 611 87 133 I Mob. 0178 8000 328
    Magdalena.erdman@botschaft-polen.de

    Partner:
    Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.
    Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

    Zusammenarbeit:
    Europäisches Zentrum der Solidarność in Gdansk/Danzig
    arts and credits          
    http://www.gdansk.pl/  

     

    Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geht 2009 an Prof. Dr. Władysław Bartoszewski

    Kaiser Otto PreisDer ehemalige Außenminister der Republik Polen, Prof. Dr. Władysław Bartoszewski, wird in diesem Jahr mit dem Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt. Damit  würdigen das Preiskomitee der Kulturstiftung „Kaiser Otto" und die Stadt Magdeburg sein Engagement für eine Politik der Völkerverständigung und der europäischen Förderation sowie sein persönliches und politisches Wirken bei der Förderung und Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen und der Integration Polens in die europäische Staatengemeinschaft als Teil des gesamteuropäischen Einigungsprozesses.

    Mit der Verleihung des Kaiser-Otto-Preises fördert die Landeshauptstadt Magdeburg den europäischen Einigungsprozess. Dies gilt besonders im Hinblick auf die ost- und südosteuropäischen Völker. Überreicht wird der Preis im Rahmen eines Festaktes am 7. Mai 2009 im Dom zu Magdeburg, zeitgleich im Gedenken an den Todestag Kaiser Otto I.

    Die Entscheidung für die Vergabe des zum dritten Mal ausgelobten Kaiser-Otto-Preises der Landeshauptstadt Magdeburg hat ein mit zehn Persönlichkeiten besetztes Preiskomitee unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper getroffen. Ausgelobt wird der Kaiser-Otto-Preis von der gleichnamigen Kulturstiftung, die als erste kommunale Stiftung Magdeburgs am 17. April 2003 gegründet wurde. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

    Der Preisträger 2009

    Der Kaiser-Otto-Preis 2009 wird an den ehemaligen Außenminister der Republik Polen, Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski, vergeben. Władysław Bartoszewski wurde am 19. Februar 1922 in Warschau geboren. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem Widerstand gegen Deutschland an. Im September 1940 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt.

    1944 nahm er am Warschauer Aufstand teil. Von 1973 bis 1985 war Bartoszewski Professor für Geschichte an der humanistischen Fakultät der Katholischen Universität in Lublin. Politisch engagierte sich Bartoszewski in der Gewerkschaft Solidarnosc. Von 1990 bis 1995 war er polnischer Botschafter in Wien und von Juni 2000 bis September 2001 Außenminister Polens. 2007 wurde er Staatssekretär in der Kanzlei von Premierminister Tusk und dessen Beauftragter für Außenpolitik. Wladyslaw Bartoszewski engagiert sich im besonderen Maße für die polnisch-deutsche wie für die jüdisch-christliche Versöhnung.

    Hintergrundinformationen

    Die Kulturstiftung Kaiser Otto
    Die Entscheidung, in Magdeburg eine Kulturstiftung zu gründen, die den Namen Ottos des Großen trägt, entstand bereits nach der erfolgreichen Europaratsausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa" 2001. Die Kulturstiftung „Kaiser Otto" wird von der Landeshauptstadt und der Stadtsparkasse Magdeburg gemeinsam getragen.

    Neben der Auslobung des Kaiser-Otto-Preises wird die Stiftung vor allem solche Vorhaben fördern und begleiten, die Magdeburg als eine bedeutende europäische Metropole des Mittelalters überregional bekannt machen.


    Das Stiftungskuratorium
    Zum Kuratorium der Kaiser-Otto-Stiftung gehören Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper als Vorsitzender, der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Magdeburg Horst Eckert, die Vorsitzende des Kulturausschusses Stadträtin Karin Meinecke, der Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Willi Polte sowie Stadtrat Eberhard Seifert.


    Der Stiftungsvorstand
    Vorstandsvorsitzender ist der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Bürgermeister  Dr. Rüdiger Koch. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind der Stadtrat Alfred Westphal und das Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Magdeburg Jens Werner Eckhardt.


    Der Preis
    Mit dem Kaiser-Otto-Preis werden alle zwei Jahre international bedeutende Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung - von der auch die neuen Bundesländer und Magdeburg profitiert haben -  verdient gemacht haben.

    Der Preisträger erhält eine repräsentative Urkunde und eine Bronzemedaille in einer Schmuckschatulle. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Relief des Preisträgers, die Rückseite trägt die Inschrift „Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg". Gestaltet wird die Medaille vom Hallenser Bildhauer Prof. Bernd Göbel. Der Kaiser-Otto-Preis ist nicht dotiert.


    Bisherige Preisträger
    Der Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg  wurde zum ersten Mal im Jahr des 1200jährigen Stadtjubiläum (2005) an den Bundespräsidenten a.D., Dr. Richard von Weizsäcker verliehen. 2007 wurde die damalige Staatspräsidentin der Republik Lettland, Frau Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga, mit dem Kaiser-Otto-Preis geehrt.


    Das Preiskomitee
    Dem Komitee, das über die Vergabe des Kaiser-Otto-Preises 2009 entschieden hat, gehören an:

    • Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper als Vorsitzender der Kulturstiftung „Kaiser Otto"
    • Horst Eckert, Vorstandvorsitzender der Stadtsparkasse Magdeburg
    • Dr. Rüdiger Koch, Bürgermeister und Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport der Landeshauptstadt Magdeburg als Vorstandsvorsitzender der Kaiser-Otto-Stiftung
    • Stadtrat Alfred Westphal, Vorstand der Kulturstiftung „Kaiser Otto"
    • Stadträtin Karin Meinecke, Kuratorium der Kaiser-Otto-Stiftung
    • Stadtrat Eberhard Seifert, Kuratorium der Kaiser-Otto-Stiftung
    • Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Willi Polte, Mitglied des Kuratoriums der Kaiser-Otto-Stiftung
    • Prof. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
    • Prof. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal
    • Jens Ansorge, Vorsitzender des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg

    Die bisherigen Preisträger des Kaiser-Otto-Preises

    2005 - Richard von Weizsäcker
    2007 - Präsidentin Lettlands Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga

    Der Kaiser-Otto-Preis

     

    Die Landeshauptstadt Magdeburg erinnert mit dem Kaiser-Otto-Preis an die Verdienste Ottos des Großen und würdigt Persönlichkeiten, die sich um den europäischen Einigungsprozess besonders im Hinblick auf die mittel-, ost- und südosteuropäischen Staaten und die Förderung des europäischen Gedankens verdient gemacht haben.

    "Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sollte nachdrücklich daran erinnert werden, welch großen Beitrag das Geschlecht der Ottonen aus seinem Kerngebiet zwischen Harz und Elbe für die frühmittelalterliche, deutsche und europäische Geschichte leistete. Die 27. Europaratsausstellung, Otto der Große - Magdeburg und Europa, zeigte einem großen Publikum, einer bedeutenden Fachöffentlichkeit und vor allem den Magdeburgern selbst, dass der erste römische Kaiser deutscher Nation - Otto I. - unsterblich mit Magdeburg verbunden ist."
    Damit unterstrich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der Gründungsfeier die Bedeutung und historische Herleitung der Kaiser-Otto-Stiftung.

    Der Kaiser-Otto-Preis wurde 2005 aus Anlass des 1200-jährigen Stadtjubiläums zum ersten Mal vergeben. Am 7. Mai, dem Todestag Ottos I., verlieh die Kaiser-Otto-Stiftung an dessen Grablege im Magdeburger Dom den Preis an Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker. Das Preiskomitee würdigte damit einen Politiker, der sich beharrlich für den Dialog zwischen beiden früheren deutschen Staaten und den Machtblöcken in Europa einsetze, sich maßgeblich für Frieden und Verständigung engagierte und die deutsche Einheit als Teil eines gesamteuropäischen Prozesse mitgestaltete.

    Am 19. Juni 2006 nominierte das Preiskomitee der Kulturstiftung "Kaiser Otto" Frau Dr. Vaira Vike-Freiberga, Präsidentin der Republik Lettland, für den Kaiser-Otto-Preis 2007. Mit dieser Wahl würdigte das Komitee ihr politisches und persönliches Wirken in der Republik Lettland im Sinne der Völkerverständigung und des europäischen Gedankens. Mit ihren unmissverständlichen Aussagen zu Totalitarismus und Faschismus engagiert sich Frau Dr. Vike-Freiberga für eine Politik der Freiheit und der europäischen Förderation, die politische, kulturelle und soziale Vielfalt erhält und befördert.

     

    Der Kaiser Otto Preis ist eine Münze, auf der das jeweilige  Profil des Preisträgers zu sehen ist. 

    Kaiser Otto I.

     
      Kaiser Otto und seine Frau Editha
       

    Otto I. wurde am 23. Oktober 912 als Sohn von Heinrich, dem späteren Heinrich I., und Mathilde geboren. Nach dem Tod seines Vaters krönte man ihn im Jahre 936 in Aachen zum König. So setzte er die Politik seines Vaters fort, indem er das Reichskirchensystem ausbaute und den Klerus zum Hauptpfeiler seiner Macht machte.
    Von 936 bis zum Jahre 961 weilte er in seiner Lieblingsstadt Magdeburg, die er seiner ersten Gemahlin Editha als Morgengabe zur Hochzeit geschenkt hatte. Hier gründete er 937 ein Benediktinerkloster zu Ehren des Heiligen Mauritius mit dem Wunsch, später daraus eine Kathedrale entstehen zu lassen, und schenkte die Magdeburger Johanniskirche den Mönchen dieses Mauritiusklosters (zu deutsch: Moritzkloster).
    Ottos Gemahlin Editha starb 946, und wurde in der Kirche des Mauritiusklosters beigesetzt. Sie hinterließ ihm eine Tochter namens Liudgard und einen Sohn namens Liudolf. Kurze Zeit später heiratete er zum zweiten Mal: Königin Adelheid. Auch diesmal schenkte ihm seine Gemahlin zwei Kinder, Sohn Otto (dem späteren Otto II.) und Tochter Mathilde. Durch seine beiden Ehen, zum einen mit der englischen Prinzessin Editha und zum anderen mit Königin Adelheid von Italien, erhielt Ottos Herrschaft internationalen Rang.
    Den Beinamen "der Große" erwarb Otto, als er im Jahre 955 bei der berühmten Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn besiegte, und so das Reich gegen den Feind aus dem Osten absicherte. Im selben Jahr veranlasste Otto, an der Stelle der Moritzkirche den Bau einer monumentalen Kathedrale, den Vorgänger des heutigen Magdeburger Doms. 965 verlieh er den Mönchen des Klosters das Markt-, Münz-, und Zollrecht. Drei Jahre später (968) wurde dieses Magdeburger Mauritiuskloster durch Otto I. mit päpstlicher Genehmigung zum Erzbistum erhoben, es entwickelte sich zum mächtigsten seiner Zeit auf deutschsprachigem Boden. Im gleichen Jahr veranlasste Otto I. ebenfalls den Bau einer Kaiserpfalz direkt neben dem ottonischen Dom.
    Otto I. war es selbst nicht vergönnt, dem Bau seiner Kathedrale beizuwohnen, denn zu dieser Zeit weilte er in Italien, wo er auch den Höhepunkt seiner Macht erlangte: 962 wurde Otto als erster deutscher König gemeinsam mit Adelheid in Rom zum Kaiserpaar gekrönt. Der Kaiser kehrte im Jahre 972 nach Deutschland zurück und hielt am Palmsonntag des Jahres 973 Einzug in seine Katedrale zu Magdeburg. Dieser Einzug in den Dom war der erste und der letzte in seinem Leben. Sein Tod während einer Osterprozession am 7. Mai des Jahres 973 in Memleben kam plötzlich. Die Gebeine Otto des Großen beerdigte man 973 im Magdeburger Dom, das Herz am Sterbeort Memleben.

    "Am Dienstag aber vor Pfingsten kam er an einen Ort, der Memleben heißt. In der folgenden Nacht stand er wie gewöhnlich mit der Dämmerung von seinem Lager auf und wohnte den nächtlichen und morgentlichen Lobgesängen bei. Darauf ruhte er ein wenig. Nachdem hierauf die Messe zelebriert worden war, spendete er nach seiner Gewohnheit den Armen, aß ein wenig und ruhte wiederum auf seinem Lager. Zur Mittagsstunde aber kam er fröhlich aus seinem Gemach und setzte sich heiter zu Tisch. Nach vollbrachter Aufwartung wohnte er der Vesper bei. Als aber das Magnificant gesungen war, begann er bereits zu fiebern und sich matt zu fühlen. Als dies die umstehenden Fürsten bemerkten, setzten sie ihn auf einen Sessel, da er aber das Haupt neigte als wäre er schon verschieden, weckten sie ihn wieder zum bewußtsein; er begehrte das Sakrament des Leibes und des Blutes Gottes, nahm es und übergab ohne Seufzer mit großer Ruhe den letzten Hauch dem barmherzigen Schöpfer aller Dinge unter den Klängen der liturgischen Sterbegesänge. Dann wurde er von hier in sein Schlafgemach gebracht und, als es schon spät war, sein Tod dem Volke verkündet."
    (Quelle: Widukindi, III, c. 75, S. 152 f., Z. 17 ff.)  

    "20 Jahre Runder Tisch in Polen und Deutschland - Demokratie und Freiheit in Europa" - Außenminister Steinmeier am 9. Februar 2009 in Berlin

    Vor zwei Jahrzehnten - am 6. Februar 1989 - fand in Warschau die erste Sitzung des Runden Tisches in Polen statt. Die Bilder und die Botschaft dieses Treffens gingen um die Welt.

    Direkte Gespräche zwischen Vertretern der Regierung Jaruzelski und der Opposition um die „Solidarität"! Diese Nachricht ließ damals die Welt - und vor allem Osteuropa - aufhorchen.

    Niemand, der die Symbolik des „Runden Tisches" - er war damals übrigens wirklich rund - übersehen konnte.

    Ich erinnere mich noch gut daran. Die Ereignisse seit Beginn der achtziger Jahre - der Kampf der Arbeiter auf der Danziger Lenin-Werft, das Kriegsrecht in Polen und den polnischen Widerstand dagegen - hatte ich intensiv verfolgt. Ich war damals Student, später wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Wir fühlten mit denen, die widersprachen und Freiheit einforderten. Wir stritten uns mit den alten Dogmatikern, die nur auf die Reformbereitschaft der alten Kräfte setzten. Auch für uns wehte aus Polen ein Wind der Erneuerung.

    Wir spürten die Kraft der demokratischen Idee, wir bewunderten die polnischen Arbeiter und Intellektuellen für den Mut, mit dem sie den verkrusteten Autoritäten entgegen traten. Das Ganze erinnerte an den demokratischen Aufbruch in Deutschland, der nach 1848 so plötzlich abgebrochen ist. In ihm schwang aber auch die Hoffnung auf eine neue demokratische Ordnung nach der Zeit der großen Ideologien.

    Aber dass diese Bewegung ein ganzes System zum Einsturz bringen könnte, dass aus diesem „Runden Tisch" das Epizentrum eines politischen Erdbebens werden sollte, das 1989 nicht nur Polen verändert hat, sondern auch Deutschland, Europa und die Welt - das überstieg nicht nur mein damaliges Vorstellungsvermögen.

    Am „Runden Tisch" in Warschau einigten sich beide Seiten auf die Durchführung der ersten halbfreien Wahlen in Polen am 4. Juni 1989, die nicht nur das Ende der Parteiherrschaft in Polen einleiteten, sondern eine Wende in der Geschichte der gesamten kommunistischen Welt.

    Am Ende des Jahres 1989 war die Berliner Mauer gefallen und auch in der DDR ein Zentraler Runder Tisch am Werk, um - wie wir heute wissen: erfolgreich - die Übergangszeit zu freien Wahlen zu stabilisieren und den Weg in die Demokratie zu ebnen.

    In jenem „annus mirabilis" der europäischen Geschichte stürzte die totalitäre Herrschaft in Osteuropa. Mit ihr endete der Ost-West-Konflikt und die Teilung Deutschlands und eine neue Phase der europäischen Integration begann.

    Bronislaw Geremek nannte das erfolgreiche Ringen der Menschen für die Freiheit in jenem Jahr deshalb einmal ganz zu Recht einen „zweiten Gründungsakt" der europäischen Einheit.

    Wir Deutschen haben allen Grund, das mutige polnische Vorangehen auf diesem Weg zu würdigen und Polen dafür dankbar zu sein.

    Deshalb freue ich mich, heute gemeinsam mit Ihnen, sehr geehrter Herr Mazowiecki, einen gemeinsamen deutsch-polnischen Runden Tisch eröffnen zu können.

    Ich danke Ihnen und Ministerpräsident de Maizière sowie allen polnischen und deutschen Zeitzeugen für Ihre Bereitschaft, sich heute mit Vertretern des Europäischen Jugendparlamentes und historischen Experten über die Ereignisse von damals auszutauschen - und darüber, was sie für uns heute bedeuten. Und ich danke der Heinz-Schwarzkopff-Stiftung für ein Junges Europa für die Vorbereitung dieser Diskussion.

    Dem Hausherrn des Schlosses Niederschönhausen, der Bundessicherheitsakademie, gilt mein Dank dafür dass wir uns für diesen Austausch vom genius loci inspirieren lassen können.

    Denn wo wir jetzt sitzen, hat der Zentrale Runde Tisch der DDR von seiner vierten Sitzung Ende Dezember 1989 bis zur 16. und letzten Sitzung am 12. März 1990 getagt.

    Der Zentrale Runde Tisch der DDR - und viele regionale und lokale Runde Tische - orientierte sich am ermutigenden polnischen Vorbild.

    Wie in Polen, so war auch in der DDR der „Runde Tisch" gleichermaßen Ergebnis wie Auslöser von Veränderungen.

    Aber für die Abfolge der Ereignisse im Europa des Jahres 1989 hatte der erste „Runde Tisch" in Polen unbestreitbar eine größere Katalysatorfunktion: Er läutete die Wende in ganz Mittelosteuropa ein. Daher will ich meine wenigen Anmerkungen zur Einleitung der Diskussion auf die Entwicklung dort beschränken.

    Die besondere Dynamik in Polen wäre nicht denkbar gewesen ohne die „Solidarnosc".  Die „Solidarnosc" hat seit dem erfolgreichen Aufstand der Danziger Werft 1980 einen in Osteuropa beispiellosen Druck von unten auf die Machthaber ausgeübt. Die Standhaftigkeit der „Solidarnosc" auch in den Jahren des Kriegsrechts ist gar nicht hoch genug zu veranschlagen.

    Aber das hätte vielleicht nicht gereicht ohne die hohe moralische Autorität, die das Leitmotiv des friedlichen Widerstandes der „Solidarnosc" verlieh. Selbst in den schwierigen Zeiten der Unterdrückung forderte Adam Mischnik „Dialog statt Konfrontation".

    Erst das hat den Runden Tisch ermöglicht!  Und der Runde Tisch wurde möglich, weil es in Polen einen aufgeklärten Teil der politischen Führung gab, der einsah, dass es in der Zeit der Krise und der inneren Schwäche des Regimes keine Alternative zum Dialog gab und dass Repression allein keine Lösung darstellte.

    An den Abmachungen des „Runden Tisches" selbst wurde später manche Kritik geübt, von einem „faulen Kompromiss" wurde gesprochen.

    Ich bin gespannt, wie es unsere Zeitzeugen nachher im Rückblick bewerten werden. Aber vieles spricht doch für das Urteil von Adam Krzeminski, wonach der Runde Tisch erfolgreich die „Maßarbeit der Systemdemontage" eingeleitet hat.

    Fest steht eines: nach dem Runden Tisch, nach den Wahlen vom Juni und auch nach Bildung der ersten nichtkommunistischen Regierung am 24. August 1989 erforderte es höchstes politisches Geschick, den Machtzuwachs der demokratischen Kräfte schrittweise und in Anerkennung der noch bestehenden realen Machtverhältnisse auszubauen. Dies war das Verdienst insbesondere von Tadeusz Mazowiecki.

    Wir haben Ihnen, Herr Ministerpräsident Mazowiecki und allen anderen Mitstreitern von damals viel zu verdanken!

    Die Teilnehmer des Jugendparlaments werden nachher vielleicht fragen, was die Erfahrungen aus dem Jahr 1989 im vereinten Europa, in der Welt von heute sagen. Ich will den Antworten Berufenerer nicht vorgreifen.

    Aber wir stehen heute einmal mehr an einer Zeitenwende globalen Ausmaßes. Auch heute birgt die aktuelle Lage Gefahren und Chancen. Die Frage nach dem Vermächtnis von 1989 ist deshalb vielleicht aktueller denn je.

    Und ich meine: Viele der Grundsätze, denen wir die friedliche Revolution von 1989 verdanken, taugen ohne Abstriche auch als gültige Maximen für unser Handeln heute: Die Notwendigkeit, außerhalb festgefahrener Kategorien zu denken, den Dialog zu suchen statt Konfrontation, Zusammenarbeit über  alle Differenzen hinweg, verantwortlichen Umgang mit Macht und verantwortlichen Umgang mit Freiheit. Und vor allem: das Bewusstsein, dass die Kraft einer gemeinsamen Idee die Welt zum Besseren verändern kann.

    Wir haben 1989 gemeinsam Freiheitsgeschichte geschrieben. Und wir haben begonnen, uns auch den dunklen Kapiteln unserer Geschichte in neuem Geist zu nähern.

    Eine solche Aufarbeitung erfordert Vertrauen, erfordert behutsamen Umgang miteinander und mit den Empfindlichkeiten auf beiden Seiten.

    Gerade beim für beide Seiten so sensiblen Thema „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" waren und sind partnerschaftlicher Umgang miteinander, Rücksichtnahme und Berechenbarkeit gefordert.

    In diesem Geiste sind die Gespräche dazu in den letzten Jahren geführt worden. Ich danke besonders Professor Bartoszewski für seinen persönlichen Einsatz dafür, dass der begonnene Neuanfang auch durch dieses Thema nicht überschattet oder gar verhindert worden ist.

    Behutsamkeit und Sensibilität wird weiter erforderlich sein, wenn die  Stiftung jetzt ihrer Realisierung näherrückt. Dafür werde ich mich einsetzen.

    Vielen Dank! 

    Winter adé - Filmische Vorboten der Wende

    Im Herbst 2009 jähren sich die friedliche Revolution und der Fall der Berliner Mauer zum 20. Mal. Anlass genug, dieses außergewöhnliche filmkulturelle Erbe wieder und neu zu entdecken. Durch die Aufnahme der Filme in den Verleih der Deutschen Kinemathek stehen die bislang kaum zugänglichen Werke dem Publikum nun zur Verfügung.

     

    Die von der Kulturstiftung des Bundes und der Deutschen Kinemathek initiierte Reihe „Winter adé - Filmische Vorboten der Wende" rückt ein filmhistorisches Kapitel in den Fokus, dem in der Erinnerung an die friedliche Revolution 1989 besondere Bedeutung zukommt: Fünfzehn abendfüllende Programme präsentieren deutsche und osteuropäische Filme, die imletzten Jahrzehnt des Kalten Krieges entstanden sind - und in denen sich die Ahnung der bevorstehenden, tief greifenden Veränderungen bereits artikuliert.

     

    Die Filme waren auf fast seismografische Weise in der Lage, Vorzeichen von Veränderungen abzubilden, die erst viel später im allgemeinen Bewusstsein evident wurden. Als besonders empfindsam erscheint dabei der Film, nirgendwo sonst als im Kino gewannen die Vorahnungen einer Wende eine so greifbare Kraft. Die für „Winter adé" ausgewählten „Vorboten der Wende" formulieren beispielhaft diese Hoffnung auf politische oder wirtschaftliche, vor allem aber auf künstlerische Öffnung. Die Reihe bezieht große Namen der Filmgeschichte ebenso ein wie Arbeiten weniger bekannter Regisseurinnen und Regisseure. Gemeinsam sind allen Filmen ihre ungewöhnlichen Perspektiven, ein hohes künstlerisches Niveau und der Umstand, dass sie zwischen 1977 und 1989 gedreht wurden. Teils sind die Filme in den offiziellen Studios Ungarns, Polens, Bulgariens, Rumäniens, der Tschechoslowakei, der DDR und der Sowjetunion entstanden.

    Auf dem Programm stehen auch polnische Filme, u.a.

    >> Tańczący Jastrząb / Tanzender Habicht 
    >> Wojna światów - następne stulecie / Krieg der Welten - Das nächste Jahrhundert 
    >> Krótki film o zabijaniu / Ein kurzer Film über das Töten

     Gast der Filmreihe: Piotr Szulkin

    Die Filme  

    Berlinale - Programm 

     In Zusammenarbeit mit der Polnischen Botschaft

    Die Rede des Ministerpräsidenten Donald Tusk während der 45. Münchner Sicherheitskonferenz

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

    Herr Vorsitzender,

    Sehr geehrte Gäste,

    Frau Bundeskanzlerin hat einen der wichtigsten Jahrestage in Erinnerung gerufen, welche auf dieses Jahr fallen. Es ist der 70.Jahrestag des Ausbruchs des II Weltkriegs. Ich komme aus Gdańsk, da wo dieser Krieg angefangen hatte, wo aber auch Solidarność das Licht der Welt, erblickte, deren Fundament der Glaube daran war, dass Menschen, die etwas zusammen schaffen wollen, solch grausame Ereignisse wie der II Weltkrieg verhindern können. Es ist etwas zutiefst Symbolisches daran, dass 70 Jahre nach dem Ausbruch des II Weltkriegs der polnische Premierminister nach der Rede von Frau Bundeskanzlerin, erfreut feststellen kann, dass seine Agenda fast identische Thesen vorweist. Es heißt dann, dass die Solidarität, die das Fundament unserer Träume von sicherem und friedlichem Europa war, Fakt geworden ist. Wenn 70 Jahre nach dem Kriegsausbruch Deutschland, Polen und- ich gehe jede Wette an, auch Frankreich - einstimmig über Sicherheitsprobleme sprechen, dann kann man schlussfolgern, dass wir einen weiten erkenntnisreichen Weg in Richtung Solidarität zurückgelegt haben.

    Ich glaube, und ich spreche hier nicht ausschließlich im Namen der Polen, dass damals vor 20 Jahren .- wiederum ein wichtiges Jubiläum - als die Mauer und Handschellen gefallen sind, als wir gewaltlos den Kommunismus bewältigt haben, als in ganzem Mittel- und Osteuropa die Diktaturen gefallen sind, dass wir die ganze Zeit fest daran geglaubt haben, dass sowohl EU als auch die NATO sowie die ganze euroatlantische Gemeinschaft diejenigen Organisationen sind, welche Grundwerte, von denen auch Frau Bundeskanzlerin sprach, verteidigen. Warum haben die Ost- und Mitteleuropäische Länder so entschlossen danach gestrebt in die NATO, in die EU aufgenommen zu werde? Weil für diese Nationen Begriffe wie Freiheit, Souveränität, Menschenrechte, freie Wirtschaft, Religionsfreiheit keine Floskeln sind. Es waren Träume, für die wir bereit waren einen hohen Preis zu zahlen. Daher möchten wir heutzutage unseren damaligen Glaube an Andere weitergegeben. Der Glaube daran dass es ein Verteidigungsbündnis gibt, dass es politische und kulturelle Gemeinschaften gibt, für die diese Grundwerte keine Floskeln sind, der Glaube daran, dass wir uns zusammentun, um im Falle einer Notsituation, nicht nur auf dem Papier, sondern wahrhaftig für die Menschen gerade stehen, die nach diesen Werten leben möchten. Dies zieht eine klare Notwendigkeit konkreten Handelns nach sich, jetzt und hier.

    Zunächst stimme ich den Thesen zu, die bereits von Vertretern Deutschlands, Frankreichs vor der Konferenz angesprochen wurden und zwar, dass eine schnelle und möglichst konkrete strategische Beratung notwendig sei. Die Welt hat sich gewandelt, daher braucht man eine neue Strategie für die Nordatlantische Vertragsorganisation. Die Werte habe ich bereits angesprochen. Verzeiht mir bitte, dass von den Werten immer wieder die Rede ist. Manche werden sagen, dass es Banalitäten sind, solange jedoch gewisse Kräfte die Werte in Frage stellen, muss man immer wieder darauf verweisen. Wenn wir das Banale nicht immer wiederholen werden, dann werden diejenigen gewinnen, die daran zweifeln.

    Hier in München, hier in Europa müssen wir als NATO-Mitglieder Fragen nach Russland stellen, das gilt auch für unseren großen Verbündeten - die USA, wir müssen nach Russland fragen als einem potentiellen Partner auch in schwierigsten Themen unseren Planeten, unserer Region betreffend.

    Diese Fragen müssen wir offen, ohne Furcht, ohne Aggression aber zugleich ohne Naivität stellen. Wenn es manchmal kritisch ist um unser Vertrauen, diesem potentiellen großen Partner gegenüber, dann möchten wir von ihm hören, was er zu tun gedenkt. So dass dieses Vertrauen etwas Konstantes bleibt, und nicht so labil wie im letzten Jahr, nach den Geschehnissen im Kaukasus, oder nach der Gaskrise. Ich sage es als Premierminister, der sich seit einem Jahr um die Wiederherstellung polnisch-russischer Beziehungen bemüht, sowie sich in der EU dafür stark macht, dass diese Offenheit gegenüber Russland Fakt wird, jedoch ist eine Offenheit ohne volles Vertrauen  unmöglich. Es muss auf gegenseitigen Vertrauen und Fairplay beruhen. Ich möchte auch darauf hinwesen, und das hat auch Frau Bundeskanzlerin Merkel besonders hervorgehoben, dass wir nicht über die NATO sprechen können ohne einen genauen Plan den NATO- Nachbarn gegenüber. Diese Staaten und Nationen, welche Mitglieder dieser Verteidigungsgemeinschaft werden wollen und können - ich unterstreiche es noch mal - wollen und können -  d.h. auch Mitglied einer kulturpolitischen Gemeinschaft werden möchten, deren Rückgrat die euroatlantische Gemeinschaft ist, sollte ein ganz klares Szenario ihres NATO-Betritts bekommen. Auch wenn dieser nicht einfach und schnell stattfinden sollte, so muss er doch konkret sein. Dieses Jahr sollten wir dem widmen, ein konkretes Beitrittsszenario für diese Staaten zu zeichnen, die so aufrichtig und mutig Mitglieder dieser Gemeinschaft werden wollen.

    Ich möchte dazu noch erwähnen, was im Falle Polens offensichtlich ist, und was ich bereits heute während des kurzen Treffens mit dem Vizepräsidenten der USA angesprochen habe, - auch eine Banalität die oft wiederholt werden muss, da sie in Frage gestellt wird - das Wesen des NATO Bündnisses ist Freundschaft und weitgehende enge Kooperation der EU, der USA und Kanadas. Nichts kann dieses starke Rückgrat dieser nordamerikanisch-europäischen Gemeinschaft ersetzen. In diesem Zusammenhang möchte ich Polens Einverständnis zur Installation des US-Raketenschilds nochmals betonen. Wir sind bereit an allen auch schwierigen Projekten teilzunehmen, mit dem Glauben, dass sie in Zukunft Verteidigungsfähigkeit, Präventionsbereitschaft der ganzen euroatlantischen Gemeinschaft bestätigen und nicht nur ihrer einzelnen Mitgliedsstaaten.

    Und als dritten und letzten Punkt, den ich auch hier ansprechen muss: wir haben es von Zeit zu Zeit, besonders in unserer Region, aber nicht nur, mit einer brennenden Energiekrise zu tun.

    Die letzte Gaskrise hat geprüft, inwiefern unsere Gemeinschaft imstande ist solidarisch zu agieren. Sie werden es selber zugeben müssen - wenn wir diese Prüfung unseres Zusammenhalts in Zeiten der Gaskrise nicht bestehen, dann müssen wir uns nichts vormachen: in Zeiten eines brennenden und harten Konflikts werden wir umso weniger standhalten können. Daher finde ich, dass wir hier aus der Lektion ganz konkrete Schlüsse ziehen sollen. Eine dieser Schlussfolgerungen bezüglich Klima und Energie ist die Aufnahme eines weiteren ehrgeizigen Ziels, das wir durch den 3x20 Algorithmus beschrieben haben, nämlich die reelle Diversifikation. Ich sage es offen, Europa und die europäische Gemeinschaft werden ein offener und freundschaftlicher Partner Russlands sein, wenn wir nicht übertrieben abhängig von dieser Energiequelle sein werden. Daher ist die Notwendigkeit eines reellen Diversifikationsprojektes für Europa heute noch dringlicher denn je. Die Polen hängen sehr an dem Begriff der Solidarität, aber dieser Begriff und dessen Wert war doch auch fundamental für die Gründer des Nordatlantikpakts. Wir wissen sehr wohl, dass Solidarität für Mut steht. Wenn jedoch der Egoismus über die Solidarität siegt, dann hat die Feigheit triumphiert. Und dann bleiben unsere Träume von einer sicheren und friedlichen Welt lediglich eine Fatamorgana. Ich glaube fest daran, dass es uns zukünftig nicht an solidarischen Mut fehlen wird.

    Polnische Delegation nimmt an der 45. Münchner Sicherheitskonferenz teil

    Vom 6. bis zum 8. Februar 2009 in nahmen der Ministerpräsident D. Tusk und Außenminister R. Sikorski an der 45. Münchner Sicherheitskonferenz teil.

    Während der Hauptsitzung zum Thema "NATO, Russland, Öl, Gas, Naher Osten: die Zukunft der europäischen Sicherheit" (am 7.02) sprach Ministerpräsident Tusk mit der Bundeskanzlerin A. Merkel sowie mit dem französischen Präsidenten N. Sarkozy sowie nahm an der Diskussion mit der Teilnahme der Konferenzgäste teil (die Rede von Ministerpräsidenten Tusk ist auf der Internetseite http://www.securityconference.de/konferenzen/rede/php?menu_2009=&menu_konferenzen=&sprache=en&id=239& zu hören). Am Rande der Konferenz traf sich Ministerpräsident Tusk mit der Bundeskanzlerin A. Merkel sowie mit dem US-Vizepräsidenten J. Biden.

    Der Außenminister R. Sikorski nahm als Moderator an der Paneldiskussion zum Thema "Die Zukunft der NATO und der Einsatz in Afghanistan" (am 8.02) teil. Er war auch zu Gast bei dem von der Körber-Stiftung organisierten Treffen des Runden Tisches der Jungen Leaders in der Sicherheitspolitik, wo er an der Diskussion zum Thema "Europa und Russland: lessons learned aus der Kaukasus-Krise" teilnahm. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz absolvierte er auch zahlreiche bilaterale Treffen.  

    Transparent am Gebäude der ehemaligen polnischen Botschaft im Zentrum Berlins erinnert an den Runden Tisch in Polen 1989

    Am 6. Februar 2009, dem 20. Jahrestag der ersten Beratungen und Gespräche am Runden Tisch, wurde an der Fassade des Gebäudes der früheren polnischen Botschaft in Berlin ein Spruchband mit der Losung „Es begann an einem runden Tisch" aufgehängt werden, das an die Rolle Polens beim Systemwechsel 1989 in Europa erinnern soll.

    Das dominante Motiv auf dem Transparent ist das berühmte Foto vom Runden Tisch von Erazm Ciołek. In einer Ecke platziert befindet sich das Logo der gesamten Kampagne, das ein zerrissenes Kettenglied zeigt und daran erinnern soll, dass der Kommunismus eben gerade in Polen zu Fall gebracht wurde.

     

    Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Marian Zalewski besuchte „Fruit Logistica 2009"

    Vom 3. bis zum 4. Februar 2009 besuchte der Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Marian Zalewski Berlin. Das Ziel des Besuches war die Teilnahme an der Internationalen Fruchthandelsmesse „Fruit Logistica 2009".

    Während des Besuches traf sich der Unterstaatssekretär Marian Zalewski mit dem Generaldirektor Annemie Burger vom Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Nahrungsmittelqualität des Königreichs der Niederlande. Während der Messe präsentierten 43 Unternehmen aus Polen seine Erzeugnisse, darunter auch Sandomierski Ogrodniczy Rynek Hurtowy S.A.  

    Treffen der Vertreter der polnischen Grenzregionen

    Am 20. Januar 2009 fand in der Botschaft der Republik Polen in Berlin ein Treffen der Vertreter der polnischen Grenzregionen, darunter der Marschälle, Woiwoden, Bürgermeister der mit Bundesrepublik Deutschland grenzenden Woiwodschaften und Städte, sowie der Vertreter der Euroregionen statt. Das Treffen war der deutsch-polnischen grenznahen Zusammenarbeit im Rahmen der Infrastruktur gewidmet.

    Der Botschafter der Republik Polen Dr. Marek Prawda schilderte die politisch-wirtschaftlichen Beziehungen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2008.

    Während des Treffens, an dem auch die Repräsentanten des Ministeriums für Infrastruktur der Republik Polen teilnahmen, wurde die aktuelle Lage der Straßen und Bahnverbindungen zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland, sowie die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Rahmen der Verbesserung der Transporttüchtigkeit der Oder besprochen. Die Vertreter der Grenzregionen stellten die eigene Einschätzung der aktuellen Lage der Infrastruktur entlang der westlichen Grenze Polens, sowie Probleme, Voraussetzungen und Perspektiven für die weitere Entwicklung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit dar. Es wurde auch eine Reihe von Vorschlägen und Forderungen im Rahmen der Infrastruktur präsentiert, sowie das Interesse und die Zweckmäßigkeit der Fortsetzung der regelmäßigen Treffen der Vertreter der grenznahen Regionen in der Botschaft der Republik Polen in Berlin bekundet.   

    Minister Sawicki auf der Internationalen "Grüne Woche" - Ausstellung für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau 2009

    Vom 15. bis zum 16. Januar 2009 besuchte polnische Delegation vom Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung unter der Leitung von Minister M. Sawicki Berlin. Das Ziel des Besuches war die feierliche Eröffnung der Internationalen Landwirtschaftsmesse "Grüne Woche" in Berlin. Während des Besuches traf sich Minister M. Sawicki u.a. mit der EU-Kommissarin  für Landwirtschaft - Frau M. Fischer Boel, sowie mit dem Minister für Landwirtschaft der Russischen Föderation - A. Gordijew. In den Gesprächen wurden Themen wie Handelsverkehr mit Lebensmittelartikeln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen unter der Berücksichtigung der Veterinär- und Pflanzenschutz-Maßnahmen angesprochen. Die o.g. Gespräche wurden dann im Kreis der polnischen und russischen Veterinär- und Pflanzenschutzdienste fortgesetzt (das Treffen fand in den Räumlichkeiten der Botschaft der Republik Polen in Berlin statt). In Folge dessen wurde eine entsprechende Vereinbarung über Ausfuhr von polnischen Lebensmitteln und pflanzlichen Erzeugnissen unterzeichnet.

    Minister Sawicki traf sich ebenfalls mit den Ministern für Landwirtschaft aus Finnland, Schweden und Österreich. Zudem hat er einen Besuch am tschechischen Stand erstattet, wo Minister für Landwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland - Frau I. Aigner zu Gast bei dem tschechischen Minister für Landwirtschaft P. Gandalovic war.

    Das Gespräch bezog sich auf die Prioritäten der tschechischen Präsidentschaft. Anschließend hat Minister Sawicki am polnischen Stand Frau Minister I. Aigner empfangen. Während der Messe wurden am polnischen Stand Lebensmittel von 20 polnischen Firmen aus ganzem Land präsentiert. Außerdem waren da 9 Woiwodschaften sowie Ministerium für Landwirtschaft der Republik Polen vertreten.

    "Wartopia" von Aleksandra Polisiewicz im Künstlerhaus Bethanien 

    Das Polnische Institut Berlin
    und das

    Künstlerhaus Bethanien
    präsentieren:


    Aleksandra Polisiewicz

    WARTOPIA

    Donnerstag, 15.01.2009, 19:00 Uhr
    Ort: Künstlerhaus Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
    Das Polnische Institut Berlin präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Bethanien
    ein spektakuläres Projekt zur virtuellen Rekontruktion nie verwirklichter architektonischer Entwürfe einer "Neuen Deutschen Stadt Warschau".

    Wartopia ist ein Projekt zur virtuellen Rekonstruktion der Stadt Warschau nach nicht verwirklichten Entwürfen der Nazis aus den ersten Jahren des 2. Weltkriegs. In architektonischen Stadtpanoramas auf Farbdrucken, Animationen und in Modellentwürfen offenbaren die visuellen Nachbildungen eine zweideutige Sicht auf die Geschichte. Die Künstlerin sichtete Archive und unternahm den Versuch einer virtuellen Rekonstruktion unvollendeter und größtenteils unbekannter Vergangenheit. Ihr Entwurf einer totalitären Stadt lässt sich im Bereich der kritischen Kunst der Medialisierung der Erinnerung verorten. Ausgangspunkt für die mit 3D-Technologie angefertigten urbanistischen Visionen der Wartopia waren städteplanerische Konzepte, die einen kompletten Abriss Warschaus vorsahen, um an dieser Stelle eine deutsche Stadt zu errichten (Die Neue Deutsche Stadt Warschau), die dann auf mehrere Tausend Einwohner reduziert wäre. Die niemals verwirklichte virtuelle Stadt zeigt ihre unbekannte Dimension und beunruhigt gleichzeitig mit ihrer visuellen Attraktivität, die auf monumentalem modernisiertem Klassizismus beruht und als Ikone der stereotypen Nazi-Architektur erscheint.

    Wartopia Fortsetzung: Mittwoch, 04.02.2009, 19:00 Uhr Polnisches Institut
     

    Weitere Infos:

    POLNISCHES INSTITUT BERLIN
      Burgstrasse 27
    10178 Berlin
    T.: 24 75 81 0 Fax: 24 75 81 30  
    www.polnischekultur.de

    Wartopia im Künstlerhaus Bethanien:
    15. Januar - 1. Februar 2009

     

     

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