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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen treu sein

     

  • NACHRICHTEN

  • 28 April 2017

    In diesem Jahr jährt sich zum 226. Mal die Verabschiedung der Verfassung vom 3. Mai – der ersten schriftlichen Verfassung im neuzeitlichen Europa und nach der amerikanischen der zweiten weltweit.

    Die größte legislative Leistung des Vierjährigen Sejm, der von Oktober 1788 bis Mai 1792 tagte, war die Verabschiedung des „Regierungsgesetzes“, das die Grundlage der inneren Erneuerung der Adelsrepublik bilden sollte. Die Verfassung gründete sich auf die fortschrittlichsten reformatorischen Gedanken der Aufklärung. Autoren der 3. Mai-Verfassung waren König Stanisław August Poniatowski, Ignacy Potocki und Hugo Kołłątaj.

     

    Der Text der Verfassung bestand aus einer Präambel und 11 Artikeln. Nach der Verfassung vom 3. Mai sollte die Republik Polen sich auf das Konzept der Oberhoheit der Nation und die Gewaltenteilung stützen. Das Grundgesetz sicherte der Legislative die Vorherrschaft vor der Exekutive zu, gewährte der Abgeordnetenkammer weitreichende Kompetenzen und schwächte zugleich die Stellung des Monarchen.

     

    Mit dem Augenblick ihrer Verabschiedung wurde die Verfassung vom 3. Mai 1791 ein Symbol für das Streben der Republik nach Unabhängigkeit und Souveränität. Sie war die erste in Europa und die zweite weltweit nach der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Jahr 1787. Der irische Philosoph und Vater des modernen Konservatismus Edmund Burke schrieb Folgendes über die Verfassung vom 3. Mai: „Wir sehen, wie mit einem Mal der Anarchie ein Ende gesetzt und die Leibeigenschaft abgeschafft sowie der Thron zum Schutz der Nation gestärkt wird, ohne dabei deren Freiheiten anzutasten… Niemandem entstanden Verluste und niemand wurde herabgewürdigt. Alle, vom König bis zum einfachen Arbeiter, verbesserten ihre Lage.“

     

    Obwohl die Verfassung vom 3. Mai nur ein Jahr Bestand hatte, bis zur russischen Militärintervention im Sommer 1792, war sie für die nachfolgenden Generationen der Polen ein Grund zum Stolz, und die Erinnerung an sie half der polnischen Nation, die 123 Jahre der Teilungen zu überstehen. Die Verabschiedung der Verfassung vom 3. Mai wurde schon am 5. Mai 1791 als Feiertag anerkannt, ihn offiziell zu begehen, war jedoch in der Teilungszeit verboten. Der Nationalfeiertag des Dritten Mai wurde im April 1919 in der 2. Republik und nochmals nach dem Fall des Kommunismus im Jahr 1990 erneuert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Zeit der Volksrepublik war die Feier des Verfassungstages verboten. Heute wird die Verfassung des 3. Mai von den Polen als eines der bahnbrechendsten historischen Ereignisse in der polnischen Geschichte empfunden.

     

     

    Büro des Pressesprechers

    Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten

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